Questyle M15 Kabel-DAC/AMP im Test – toller Klang und schnörkellose Haptik für immer mit dabei

Questyle bringt mit dem M15 einen weiteren Kabel-DAC auf den Markt. Ein “aufregendes” Feature ist die durchsichtige Gehäuseseite mit freiem Blick auf die enthaltene Elektronik. Auf den ersten Blick also eher etwas Extravaganz. Wie sieht es aber mit den technischen Eigenschaften aus?

Questyle M15


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Der Questyle M15 wurde mit freundlicher Weise von Hifi-Passion für diesen Test leihweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!



Vorwort


Ich habe bereits einige Produkte von Questyle getestet. Schon damals hat mich die Einfachheit des Questyle Kopfhörerverstärker CMA400i oder die des Questyle DAP QP2R sehr beeindruckt. Trotzdem oder gerade deswegen liefert Questyle stets hervorragende High-End-Produkte ab. Der M15 geht unbeirrt mit minimalen Features erneut zu Werke. Ich darf vorweg nehmen, dass er klanglich in seiner Klasse ganz oben mit dabei ist. Wie er im Detail klingt, darauf gehe ich in diesem Bericht genauer ein.



Verpackung & Zubehör


Der Questyle M15 wird in einer Auszugschachtel geliefert. In dieser befindet sich der Kabel-DAC/AMP selbst, eine faltbare Anleitung sowie zwei unterschiedliche USB Kabel. Auch wenn der M15 MFI-kompatibel ist, muss ein entsprechendes USB-C auf Lightning-Kabel zusätzlich gekauft werden. Diese lassen sich auch bei Hifi-Passion in unterschiedlichen Ausführungen schnell finden. Ich nutze ein 40cm langes Kabel von DDHifi, das gibt mir genug Flexibilität, wenn ich den DAC am iPhone nutze.





Technische Daten


Unheimlich viele technische Details gibt es nicht, denn der M15 kommt bis auf Low- und High-Gain ohne weitere Einstellmöglichkeiten aus. Er versteht sich neben dem unbalanced Ausgang via 3,5mm-Klinke-Buchse bei 300Ω auf 12mW Leistung und liegt im symmetrischen Betrieb via 4,4mm-Klinke-Buchse bei 300Ω bei 23mW Leistung. Es kommt wie bei Questyle üblich wieder die Current-Mode-Verstärkung (CMA-Technik) zum Tragen. Für einen Kabel-DAC/AMP leistet der M15 ordentlich Schub, womit beispielsweise ein Sennheiser HD800s ordentlich angetrieben werden kann.

Hierbei ist es allerdings wichtig zu erwähnen, dass am iPhone nicht die volle Leistung freigesetzt werden kann. Bei etwa 70% begrenzt Apple die Energieabgabe, so dass der Questyle M15 dann einfach ausgeschaltet wird. Das habe ich genauso auch beim Lotoo PAW S2 als auch mit dem Cayin RU6 feststellen können. Da befindet sich der Questyle M15 also in bester Gesellschaft. 😎

Mit dem Sabre ESS ES9281AC werden 32 Bit mit bis zu 384kHz im PCM-Format sowie DSD256 direkt unterstützt. MQA Dekodierung ist ebenfalls integriert. Mit nur 0.0003% THD+N spielt der M15 nahezu Verzerrungsfrei. Mit seinen Abmessungen von nur 61.8mm x 27.2mm x 12mm ist der M15 zwar nicht der kleinste Vertreter seiner Art, doch er ist angenehm flach und findet so auch in jeder Notebook-Tasche Platz.



Design & Verarbeitung


Der Clou beim Questyle M15 ist sicherlich seine durchsichtige Oberseite, wodurch der Blick auf die Elektronik frei ist. Ansonsten ist das schwarze Aluminium-Gehäuse ein Quader mit leicht abgerundeten Ecken und Kanten. Der Gain-Schalter ist seitlich ins Gehäsue optimal integriert. Das Gehäuse selbst scheint verklebt zu sein. Abweichungen oder Spalte sind nicht erkennbar, die Verarbeitung ist einwandfrei.



Handhabung & Features


Der freie Blick in den M15 sieht nicht nur interessant aus, sondern dürfte auch den Herstellungskosten zugute kommen. Die Status-LEDs benötigen keinerlei zusätzlicher Maßnahmen, um von außen gesehen zu werden. Wird der M15 mit der USB-Schnittstelle nach oben gehalten, so gibt die linke LED Auskunft über Low- und High-Gain, sie leuchtet entweder grün oder rot, sobald ein Kopfhörer eingesteckt ist. Befindet sich kein Kopfhörer am M15, wird offensichtlich ein Teil der Elektronik ausgeschaltet, es leuchtet keine LED. Wird der Kopfhörer entfernt, schaltet mein MacBook Pro dann direkt auf die integrierten Lautsprecher um, der Questyle M5 ist dann nicht mehr aktiv.

Die LED rechts neben der USB-Buchse dient zur groben Information zum zugespielten Format. Samplingfrequenzen bis 48kHz werden mit grünem Licht gemeldet. Alles darüber, also 88,2kHz bis hin zu 384kHz und DSD-Formate, werden rotem Licht quittiert. Wird MQA entfaltet, dann soll das durch lila farbenes Licht signalisiert werden, was ich allerdings mangels MQA-Zuspielung nicht verifizieren kann.

Die Handhabung ist maximal einfach. Das USB-Kabel der Wahl in die USB-C-Schnittstelle des M15 einstecken und das andere Ende in den Zuspieler. Egal ob unter Windows, MacOS oder iOS, der Questyle wird mit eingestecktem Kopfhörer sofort gefunden. Die Lautstärke wird am Zuspieler direkt geregelt. Da die synchrone Lautstärkeregelung sehr gut umgesetzt worden ist und die Schritte zum Einstellend er Lautstärke fein genug sind, bin ich ein absoluter Fan dieser Questyle-Lösung.

Mehr gibt es in Sachen Features und Handhabung nicht zu berichten. Der M15 ist sozusagen im besten Sinn idiotensicher. 😉




Externe Playlisten – Qobuz & Spotify


Ich habe in einigen Playlists Musik zusammengestellt, mit welchen sich Eigenschaften von Kopfhörern besonders gut heraushören lassen. Am besten Du hörst Dich selbst durch meine Playlisten durch.


Mit den folgenden Links gelangst du direkt zu den Anbietern. Es handelt sich um keine Affiliate-Links. Hast du bei den Streaming-Diensten kein angemeldetes Konto, kannst du jeweils knapp 30 Sekunden in die Songs reinhören. Eine Verpflichtung zu Anmeldung besteht dafür natürlich nicht.


Der folgende Link führt Dich zur Miniklangwunder-Spotify-Playliste und mit Klick auf die unten aufgeführten Banner gelangst du zu den Miniklangwunder-Qobuz-Playlisten. Diese werden sogar von Qobuz direkt unterstützt. Qobuz hat sie unter der Rubrik “Events & Medien” veröffentlicht. 🙂



Wer also maximal audiophiles Streaming nutzen möchte, klickt sich einfach zur Qobuz-Playliste von Miniklangwunder.

https://open.qobuz.com/playlist/4070201



Das Klangerlebnis


Was die Verstärkung des zugespielten Signals angeht, geschieht dieses absolut linear. Dennoch legt der Questyle M15 mit seiner CMA-Technik eine subjektiv besonders klare und druckvolle Klangreproduktion an den Tag. Ich habe das Gefühl, dass er insbesondere mit Kopfhörern, die etwas mehr Leistung benötigen, besser zurecht kommt als so manch anderer Kabel-DAC. Hier geht es nicht um die Lautstärke sondern um die “Stabilität” im Klang. Wo der Lotoo PAW S2 mitunter etwas Punch vermissen lässt und räumlich etwas intimer klingt, ist der Questyle M15 irgendwie “aufgeräumter” unterwegs.

Selbst mit dem Sennheiser HD800s, der nur mit genug Schub auch im Tiefbass kräftig klingt, steht der M15 einem Astell & Kern SR25ii oder gar dem iBasso DX300/320 bei moderater Lautstärke kaum nach. Auch bei Stimmen und Instrumenten klingt der M15 sehr souverän. Die oberen Mitten und der Hochton sind für einen Kabel-DAC/AMP sehr beachtlich und kommen verdammt nahe an die des SR25ii heran. Es sei erwähnt, dass Astell & Kern mit dem SR25ii die Messlatte für Auflösung und Detailwiedergabe für ein Einsteigergerät sehr hoch gelegt hat. Einzig wenn es um Reserven in der maximalen Lautstärke geht, muss sich der Questyle M15 wie alle anderen Kabel-DAC/AMPs den Spezialisten mit eigener Energieversorgung geschlagen geben.

Der Questyle M15 kann aber nicht nur mit ausgewachsenen OverEar-Kopfhörern etwas anfangen, er spielt auch mit IEMs auf sehr hohem Niveau. Auf Low-Gain ist er für meine Testkandidaten Sennheiser IE900, Sennheiser IE600 und dem iBasso iT07 mit ausreichend feinen Lautstärkeschritten ein sehr guter Zuspieler. Grundrauschen ist in diesen Kombinationen für mich nicht zu hören. Auch Funksignale vom in etwa 10cm entfernt liegendem Smartphone haben auf den M15 keine störenden Auswirkungen.

Questyle M15, Meze Liric & iPad Mini 6



Fazit


Der Test des Questyle M15 hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das lag nicht zuletzt daran, dass ich ihn unkompliziert immer in der Hosentasche mit dabei haben konnte. Für 249,-€ (Juni 2022) gibt es neben dieser genialen Mobilität auch noch besten Klang mit dazu. Liefert der Zuspieler genug Energie, dann lassen sich mit dem kleinen Kaftzwerg eine ordentliche Anzahl von Kopfhörer antreiben, wenn es ein muss auch ohrenbetäubend laut.

Wer einen unkompliziert zu benutzenden Kabel DAC/AMP mit sehr hoher Klangqualität und ordentlicher Leistung sucht, sollte sich unbedingt den Questyle M15 ansehen und anhören. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass er alle Anforderungen erfüllen wird und die Suche mit ihm ein Ende haben wird.



Bewertung

  • 96%
    Klang - 96%
  • 92%
    Leistung - 92%
  • 92%
    Kopfhörereignung - 92%
  • 100%
    Handhabung - 100%
  • 100%
    Design - 100%
  • 100%
    Verarbeitung - 100%
  • 92%
    Konnektivität - 92%
  • 92%
    Verpackung & Lieferumfang - 92%
  • 92%
    Preis/Leistung - 92%
95.1%

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Klangfreund"M"

Klangfreund"M"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker und ein Klangfreund mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern; liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur; OverEar-Lineup: Hifiman HE1000v2 & Edition XS, HEDDphone, Meze Liric, Austrian Audio Hi-X65 & 60, Avantone Pro ; InEar-Lineup: Sennheiser IE900 & IE600, iBasso iT07, Fiio FD1; Dauerhaft eingesetzte DAPs: Cayin N8ii, Astell & Kern SR25ii; Kopfhörerverstärker im Bestand: SPL Phonitor XE, Jan Meier Corda Country, ifi Audio GO Bar, Topping DX5, SMSL DO100 & HO100