ifi audio GO Bar Kensei im Test – Nonplusmaximumultra Kabel-DAC/Kopfhörerverstärker

Ja, natürlich, mehr als Superlativ geht nicht. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ifi audio die Go Bar noch besser machen kann, als sie sowieso schon ist. Dieses Mal gibt es keined Edition in Gold sondern ein kleines, wenn auch feines technisches Upgrade. Was nun der neue, kleine Zwerg drauf bzw. drin hat und wie er sich klanglich zur ersten Go Bar schlägt, das habe ich mir sehr genau angesehen und angehört…

ifi audio GO Bar Kensei


Werbung


Die GO Bar Kensei wurde mir für diesen Test freundlicher Weise von WOD-Audio leihweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!



Vorwort


Mit einer Bewertung von 96,9% habe ich im August 2022 meinen Test zur Go Bar von ifi audio veröffentlicht. Die damaligen Kritikpunkte waren neben der Konnektivität auch der Preis. Unter den Tisch habe ich ein wenig die Beschriftung fallen lassen, denn schon nach kurzer Nutzung kennt man sich aus und die Beschriftung spielt kaum eine Rolle mehr. Ein wenig Luft nach oben habe ich im Klang dennoch gelassen, als ob ich es geahnt hätte. 😎

Seit der ersten Go Bar habe ich tatsächlich keinen weiteren Dongle-DAC/KHV mehr getestet. Ganz einfach aus dem Grund, weil mir seither nichts ins Auge gefallen ist, was ich ähnlich interessant gefunden hätte. Dennoch möchte ich auf die damaligen Tests auch heute noch hervorragender Mini-DACs verweisen. Da sind der Lotoo PAW S2, der Questyle M15 sowie der Cayin RU6 mit R2R-DAC.

Und nun gibt es die GO Bar Kensei mit Edelstahlgehäuse, deutlich besser lesbarerer Beschriftung und einen Klang, der einfach toll ist, wie schon bei der Go Bar „Klassik“. Also kein Grund für ein Upgrade?



Verpackung & Zubehör

Wie von ifi audio gewohnt wird die GO Bar Kensei in einem mit Produktfotos und technischen Daten bedrucktem, weißen Karton geliefert. Doch ganz im japanischem Style befindet sich ein Holzkästchen mit Schiebedeckel und darauf geprägten Schriftzeichen und „Go Bar KENSEI“ im Karton.
Darin sind dann wieder neben dem kleinen DAC/KHV selbst noch ein Holster mit Gürtelschlaufe und zwei Verbindungskabel zu finden. Einmal USB-C auf USB-C und ein weiteres mit USB-C auf Lightning. Weiterhin erfüllt auch die GO Bar KENSEI die MFI-Anforderungen von Apple und somit kann ein iPhone mit Lightning-Schnittstelle direkt mit dem DAC/KHV arbeiten. Der Lieferumfang wird durch das übliche Begleitmaterial und Sticker abgerundet.

Hinweis:
Da die möglichen Einstellungen nicht alle unmittelbar ersichtlich sind, macht es durchaus Sinn, sich mit Ihnen durch Studieren der „Bedienungsanleitung“ auseinander zu setzen.




Technische Daten


Anbei eine Auflistung* der aus meiner Sicht wichtigsten Daten und Leistungsmerkmale der GO Bar KENSEI und im Vergleich zur Go Bar.

* Alle Angaben ohne Gewähr. Die vollständigen Daten des Herstellers sind auf dessen Produkt-Seite zu finden.

Go Bar KenseiGo Bar
Gewicht65,6 g28,5 g
Abmessungen65 mm x 22 mm x 13.2 mm65 mm x 22 mm x 13.2 mm
Kopfhörerimpedanzen16Ω – 600Ω (unbalanced/balanced)16Ω – 600Ω (unbalanced/balanced)
Eingangsimpedanzen< 1 Ω (unbalanced/balanced)<=1Ω (unbalanced/balanced)
Frequenzbereich (balanced)20 Hz – 70kHz (-3 dB)20 Hz – 45kHz (-3dB)
THD+N (balanced)<0.002% (6.5mW/2.0V @ 600Ω)<0.002% (6.5mW/2.0V @ 600Ω)
EingängeUSB-C (->USB-C / ->Lightning)USB-C (->USB-C / ->Lightning)
Kopfhöreranschlüsse1x 3.5mm (unbalanced), 1x 4.4mm (balanced) Klinke1x 3.5mm (unbalanced), 1x 4.4mm (balanced) Klinke
Kopfhörerimpedanz (GAIN)low/medium/high/Over-Ear/extended Over-Ear (mit Netzteilnutzung)low/medium/high/Over-Ear/extended Over-Ear (mit Netzteilnutzung)
Leistung unbalanced300mW@32Ω; 3.8V@600Ω300mW@32Ω; 3.8V@600Ω
Leistung balanced477mW@32Ω; 7.2V@600Ω475mW@32Ω; 7.2V@600Ω
DACCirrus Logic MasterHIFI™ DACBit-Perfect DSD & DXD DAC by Cirrus Logic
Dekodierung (bis zu…)Hi-Res zertifiziert, PCM bis 384 kHz, DSD256, DXD384 und MQA (Master Quality Authenticated), K2 HD Technology32Bit, 384kHz, DSD256, MQA Full
Quelle: https://shop.wodaudio.com/produkt/go-bar-kensei/ (*alle Angaben ohne Gewähr)



Design & Verarbeitung


Die GO Bar KENSEI ist weiterhin eine Go Bar. Die Abmessungen des Gehäuses wurden nicht geändert. Statt ein leichtgeichtiges Aluminium-Gehäuse wurde die hochwertige Elektronik in ein Gehäuse aus gebürstetem Edelstahl gekleidet. Die Go Bar KENSEI ist somit fast drei Mal schwerer als die Go Bar „Klassik“. Die Verarbeitung ist weiterhin auf absolut hohem Niveau. Die Beschriftung ist auch dieses Mal Ton in Ton mit dem Gehäuse, allerdings ist das matte Hellgrau auf dem Edelstahl deutlich besser abzulesen als die dunkle Beschriftung auf dunklem Grund wie es bei der Go Bar „Klassik“ der Fall war. Allein das ist ein Upgrade.



Handhabung & Features


Ich nutze die GO Bar Kensei neben der GO Bar „Klassik“ seit einigen Wochen. Was die Nutzungsvielfalt angeht, gibt es bei beiden keine Unterschiede. Ich nutze die GO Bar an meinen Notebooks genauso wie am iPhone oder am iPad. Dank universeller Verbindungsmöglichkeit Lightning und USB-C wird kein zweites Gerät benötigt. Was die Leistung angeht, spielen sowohl der HEDDphone2 als auch der Dan Clark Audio E3 problemlos in mehr als nur ausreichender Lautstärke in höchster Qualität dank des +6dB Modus, den es auch schon bei der GO Bar „Klassik“ gab.


Für einfach anzutreibende Kopfhörer und In Ears gibt es auch an der GO Bar Kensei den IEM-Schalter für den 3,5mm Ausgang genauso wie für den symmetrischen 4,4mm Ausgang, um mit vermindertem Gain einen besseren Regelbereich für die Lautstärke nutzen zu können.

Die GO Bar Kensei verfügt über eine Technologie namens K2 HD, welche den Klang laut Hersteller noch einmal deutlich optimieren soll. Dieser Modus ist an und abschaltbar, wobei bei Nutzung dieser auch Einschränkungen mit sich bringt. Mit meinen Nutzungsszenarios kann ich jedoch keinen Vorteil hören, den ich dem Modus K2 HD zuordnen kann. Ich habe mich lange und intensiv mit der GO Bar Kensei beschäftigt und viel gehört… und tatsächlich höre ich Unterschiede zur Go Bar „Klassik“…


Was ist K2HD?


Schon mit der Go Bar „Klassik“ gab es die Möglichkeit, das digitale Eingangssignal einem Upsampling zu unterziehen, so dass stets intern für die analoge Ausgabe 152/384kHz Samplerate verwendet wurden. Das geschieht für gewöhnlich mittels Interpolation.

In die Go Bar Kensei wurde gewissermaßen die von JVC in Japan bereits 2004 entwickelte K2 HD Technik integriert. Dabei handelt es sich vereinfacht ebenfalls um ein Upsampling-Verfahren, welches beispielsweise von einem Datenstream einer CD mit 44,1kHz und 16Bit (das war das damalige Ausgangsformat) die Informationen zu 192kHz mit 24 Bit auffüllt. Dabei wird nicht einfach interpoliert, sondern es werden die Informationen mit definierten Algorithmen aufgefüllt. Das soll das resultierende Signal „natürlicher“ abbilden, also dem analogen Ursprungssignal näher kommen.



Externe Playlisten – Qobuz & Spotify


Ich habe in einigen Playlists Musik zusammengestellt, mit welchen sich Eigenschaften von Kopfhörern besonders gut heraushören lassen. Am besten Du hörst Dich selbst durch meine Playlisten durch.


Mit den folgenden Links gelangst du direkt zu den Anbietern. Es handelt sich um keine Affiliate-Links. Hast du bei den Streaming-Diensten kein angemeldetes Konto, kannst du jeweils knapp 30 Sekunden in die Songs reinhören. Eine Verpflichtung zu Anmeldung besteht dafür natürlich nicht.




Der folgende Link führt Dich zur Miniklangwunder-Spotify-Playliste und mit Klick auf die unten aufgeführten Banner gelangst du zu den Miniklangwunder-Qobuz-Playlisten. Diese werden sogar von Qobuz direkt unterstützt. Qobuz hat sie unter der Rubrik „Events & Medien“ veröffentlicht. 🙂



Wer also maximal audiophiles Streaming nutzen möchte, klickt sich einfach zur Qobuz-Playliste von Miniklangwunder.

https://open.qobuz.com/playlist/4070201


Klangvergleich GO Bar Kensei…


…zur klassischen GO Bar


Klanglich habe ich zunächst zwischen beiden keine Unterschiede feststellen können, auch wenn die Kensei über die K2 HD Technologie verfügt. Was XBass und XSpace angeht, gibt es ebenfalls für mich im besten Sinn keine hörbaren Unterschiede. Zum Glück keine Verschlimmbesserungen im Update. 😎

Was sich dann allerdings im Rahmen meiner Hör-Sessions immer deutlicher herausgearbeitet hat, ist die noch einmal gesteigerte Impulsfähigkeit, die Dynamik und ein wenig Extra-Punch. Insgesamt klingt die Go Bar Kensei einen Hauch klarer. Das stellt sich für mich unabhängig vom K2 HD Modus dar sowie der anderen wählbaren Filter dar.

Anfangs ist mir das erst gar nicht aufgefallen, weil beide im Prinzip nahezu identisch klingen. Doch lässt man sich erst einmal darauf ein, beide nicht direkt zu vergleichen, sondern auch mal drei oder vier Songs in Ruhe durchzuhören und dann erst zu wechseln, dann kommt es zum Aha-Effekt. Mit dem Wechsel auf den Kensei war plötzlich alles einen Hauch lebendiger, kräftiger, voller. Nicht viel, doch wiederum nach drei oder vier Songs hatte ich das Gefühl, alles etwas klarer zu hören. Mit dem Wechsel zurück auf den „Klassik“ fehlte es mir dann direkt ein wenig an Druck und Punch.


Es ist nicht so, dass ein riesiger Unterschied zu hören ist. Ohne „Übung“ oder mit nicht so sensitiven Kopfhörern kann das einem auch komplett durchrutschen. Erst dachte ich, ein viel zu geringer Unterschied für den Mehrpreis. Mittlerweile denke ich darüber nach, die Go Bar „Klassik“ gegen die Go Bar Kensei einzutauschen.


GO Bar Kensei & Hifiman HE1000se / Dan Clark E3 / Aune AR5000 / Beyerdynamic DT880 Pro


Ich hatte anklingen lassen, dass es auch den Kopfhörer braucht, um die Unterschiede der GO Bars zueinander überhaupt heraushören zu können. Mit dem Hifiman HE1000se schon sehr gut auszumachen, zeigen sich die Änderungen mit dem Dan Clark E3 wie mit einer Klanglupe. Der E3, sowieso schon sehr beherzt zupackend im Bass, profitiert davon noch einmal kräftig. Wohingegen beispielsweise der Aune AR5000 oder auch mein Beyerdynamic DT880 Pro die Änderungen eher nur marginal darstellen können.

Audiophile Klangkette: ifi audio Go Bar Kensei & Dan Clark Audio E3 am MacBook Pro M1



Fazit


Die GO Bar Kensei übersteigt mit 449,-€ den Preis der GO Bar Klassik erheblich, die über WOD-Audio aktuell für 299,-€ erhältlich ist (Stand 24/06). Dennoch, wer bereits Erfahrungen mit Produkten in diesem Preisbereich und zudem Erfahrungen mit gehobenen Kopfhörern gemacht hat, sollte bei Interesse an einem solchen Mini-DAC/KHV unbedingt zur Go Bar Kensei greifen.

Abschließend zum Test der GO Bar im Jahr 2022 habe ich folgenden letzten Satz geschrieben:

Ganz ehrlich: Ich wüsste nicht, was ifi audio oder irgendein anderer Hersteller grundsätzlich noch besser machen könnte!


Jetzt weiß ich es!

Ifi audio hat es geschafft einem bereits hervorragendem Produkt dann doch noch ein haptisches sowie klangliches Upgrade zu verpassen. Somit ist die Go Bar Kensei für mich derzeit vielleicht sogar der beste DAC/KVH im kleinsten Format auf den Markt.

Jetzt aber:
Besser geht es nicht! 😉



Bewertung

  • 100%
    Klang - 100%
  • 97%
    Leistung - 97%
  • 98%
    Kopfhörereignung - 98%
  • 98%
    Handhabung - 98%
  • 100%
    Design - 100%
  • 100%
    Verarbeitung - 100%
  • 92%
    Konnektivität - 92%
  • 100%
    Verpackung & Lieferumfang - 100%
  • 95%
    Preis/Leistung - 95%
97.8%
Klangfreund"M"

Klangfreund"M"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker und ein Klangfreund mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern; liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur; OverEar-Lineup: Dan Clar Audio Expanse, Meze Empyrean 2, Hifiman HE1000SE, HEDDphone 2, Hifiman Audivina, Dan Clar Audio E3; InEar-Lineup: Headphone Company Zeitgeist Blue, Sennheiser IE600, iBasso iT07; Dauerhaft eingesetzte DAPs: Cayin N8ii, iBasso DX320 Max TI; Kopfhörerverstärker im Bestand: Cayin HA-3A, RME ADI 2/4 Pro SE, ifi Audio GO Bar