ifi Audio Micro iDSD Signature im Live-Test – portabler High-End-Kopfhörerverstärker & DAC

Als der Micro iDSD Signature veröffentlicht wurde, habe ich mich für dieses Geräteformat erstmals interessiert. Ich habe bereits einige Geräte von ifi Audio getestet und ich fand die sehr kleinen und großen, stationären Produkte interessanter. Wahrscheinlich aber dann doch zu unrecht. Warum? Dazu gleich mehr…



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Der Micro iDSD Signature wurde mir leihweise als Testgerät von ifi Audio zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!


Vorwort


Warum mich der Formfaktor der micro-Geräteklasse bisher nicht abgeholt hat, ist mir insbesondere bei meiner Nutzungssituation nicht nachvollziehbar. Klar, ein micro iDSD ist weder klein genug, um ihn in die Hosentasche oder den Rucksack zu stecken und ihn immer dabei zu haben, auf der anderen Seite ist er aber auch nicht als dauerhaft zu installierendes, stationäres Gerät entworfen worden. Und da kommt doch eigentlich genau mein Anwendungsszenario ins Spiel. Ich nutze auch zu Hause konsequent entweder ein Notebook oder ein Tablet. Wenn ich mit spielen oder arbeiten fertig bin, wird alles wieder verstaut. Genau dafür habe ich immer noch nicht den perfekten Begleiter in Sachen DAC und Verstärker gefunden. Entweder sind die stationären Produkte zu groß und zu schwer oder müssen mit einem 230V-Netzteil betrieben werden.

links der Stax SRM-D10, rechts der micro iDSD signature



Die kleinen Geräte mit integrierten Akkus sind jedoch in der Handhabung für eine quasi-stationäre Nutzung einfach nicht ausgelegt. Nachdem ich für elektrostatische Kopfhörer jedoch den SRM-D10 aus dem Hause Stax gefunden habe und dieser sich genau in diesem Zwischenbereich positioniert, habe ich mich wieder an die micro-Geräte von ifi Audio erinnert. Die micro-Serie von ifi Audio bietet doch genau die von mir gesuchten Eigenschaften für alle anderen konventionell angetriebenen Kofhörer, eine mittlere Größe mit wahlweise Akkubetrieb und eine durchdachte Bedienung. Ob die zunächst beeindruckenden technischen Daten und der optische Ersteindruck halten, was sie versprechen, das schaue ich mir nun genauer an.


Live-Test


Nach der klassischen Einleitung habe ich mich entschlossen, diesen Artikel als Live-Mitschrift zu verfassen, beginnend mit dem Auspacken des ifi Audio micro iDSD Signature. Auch die Fotos sind mit meinem Smartphone während des Schreibens entstanden. Daher wird dieser Artikel wieder einmal kein typisches Review. Natürlich werde ich auch auf die Technik eingehen und den ein oder anderen Block auch als möglichst technische Zusammenfassung mit ein paar Tagen Abstand formulieren, was am Ende dann natürlich auch auf eine Bewertung und ein Fazit hinausläuft. Doch aufgrund meines ersten Eindruckes und der damit verbundenen Überraschung schreit dieser Artikel einfach danach, live geschrieben zu werden.



Erster Eindruck nach dem Auspacken


Ich dachte mir, dass ich sofort den HEDDphone als Kopfhörer anschließe und das auch direkt am 4.4mm Klinke-Ausgang, denn der benötigt ordentlich Leistung, damit der auch zeigen kann, was in ihm steckt. Der micro iDSD Signature sollte laut ifi Audio davon genug mitbringen. Dennoch bin ich skeptisch gewesen, denn selbst mein iBasso DX220 Max mit separatem Verstärkerteil muss schon symmetrisch mit dem HEDDphone genutzt werden, damit der an ihm perfekt spielt. Da wird der micro iDSD Signature mit 699 € UVP (Stand Dezember 2020) erstmal mithalten können. Also gleich in die Vollen.

Erster Schritt, den micro iDSD Signature via USB-C Adapter an mein iPad Pro 2020 angeschlossen*. Danach den HEDDphone via Adapter auf 4.4mm in den micro iDSD Signature eingesteckt. Drittens, direkt den Power Mode „Turbo“ eingestellt und den ifi Audio eingeschaltet. Dafür muss der Lautstärkeregler aus der Endposition gedreht werden, der Aus-/Einschalter befindet sich im Poti. Viertens, Qobuz gestartet und gleich mit Songs aus meiner Electronic Playliste angefangen zu hören.

*Genauso funktioniert er an meinem Windos-Notebook und sogar am Android Smartphone und natürlich auch am iOS Gerät mit Lightning-Anschluß via Kamera-Kit.


Leistung und Lautstärke


Der Titel „Juno“ von Wordcolour (zu finden in meiner verlinkte Qobuz-Playliste für Electronic weiter unten – Titel #23) macht für mich völlig untypisch den Anfang machen. Satte fette Bässe und ein absolut tolles, dynamisches Matering machen den Track zu einem meiner derzeitigen Favoriten.
Hallo Ballo… wtf… der micro iDSD Signature zeigt sofort: Da wird geklotzt und nicht gekleckert! Schon mit 10-Uhr-Stellung des Lautstärkeregler spielt der HEDDphone so laut, wie ich sonst nur gelegentlich Musik höre, wenn ich mich mitreißen lasse. Also gleich mal den Power Mode auf „normal“ gestellt und auch da ist dann ist für mich bei der 1-Uhr-Stellung Feierabend. Es bleibt noch der Modus „ECO“ und selbst mit dem ist diese Lautstärke noch möglich, auch wenn dazu der Lautstärkeregler komplett aufgedreht werden muss. Zum entspannten Hören reicht also auch selbst mit dem HEDDphone der schwächste Modus des ifi Audio micro iDSD Signature. Das habe ich so im Ansatz nicht erwartet. 


Balanced oder Unbalanced? S-Balanced! 


Aber okay, dann mal das Ganze mit dem normalen Stereo-Kabel testen. Was soll ich sagen, kein Unterschied. Normaler Weise ist die symmetrische Zuspielung hörbar lauter, da mehr Leistung abgegeben wird. Doch was ich für einen Moment vergessen habe, ist die S-Balanced-Technik, die ifi Audio in einigen Geräten einsetzt. Was das genau ist, kann in den Tech-Notes von ifi Audio (hier verlinkt) konkret nachgelesen werden. Vereinfacht gesagt wird in dem Betrieb jeder Kanal über nur einen Verstärkerbaustein realisiert, wobei die einzelnen Massen von links und rechts einzeln bei symmetrischem Anschluß aber auch sozusagen „gebrückt“ als gemeinsame Masse am Stereo-Stecker genutzt werden können. Die Leistung ist somit bei beiden Anschlussarten identisch. 

Völlig egal, ob nun ein balanced oder unbalanced Kabel genutzt wird, der micro iDSD Signature gibt über jeden Ausgang Leistung satt ab.

Der HEDDphone ist neben dem AEON Flow2 Open (hier mein Youtube-Video zu den AEON Flow2 Kopfhörern) und dem Ether2 von Dan Clark Audio meine Referenz, wenn es darum geht Verstärker zu testen. Viele bringen einfach nicht genug Leistung und spielen oft unter Belastung unsauber. Der ifi Audio micro iDSD Signature ist nicht nur ein wahres Kraftpaket sondern zugleich auch hinsichtlich der klanglichen Wiedergabequalität absolut beeindruckend.

Traumpaar – iBasso iT07 & ifi Audio micro iDSD Signature


IEM Modus


Nachdem klar ist, wie viel der micro iDSD Signature leisten kann stellst sich die Frage, wie wenig kann er leisten? Ihm wurde nämlich von ifi Audio auch das sogenannte „iEMatch“ spendiert. Auch hier gibt es drei Modi, „off“, „High Sensitivity“ und „Ultra Sensivity“. Es macht natürlich keinen Sinn bei Nutzung dieser Modi zugleich über den Power Mode „Eco“ hinaus zu gehen. Kann man natürlich kombinieren, macht nur keinen Sinn. Wie schon IEM in „iEMatch“ zu finden ist, sollen eben sehr empfindliche Kopfhörer am micro iDSD Signature betrieben werden können. Die sensitiven Modi sorgen dafür, dass bei maximaler Lautstärke immer noch ein großer Regelbereich zur Verfügung steht und zugleich auch mögliches Rauschen quasi unhörbar ausgelöscht wird.



Mit meinen IMR Acoustic Opus Mia InEar Kopfhörer macht der Modus „High Sensitivity“ absolut Sinn während ich beim iBasso iT07 und beim Fiio FH07 sogar auf „Ultra Sensitivity“ gehe, da diese noch deutlich empfindlicher sind. Somit versteht es ifi Audio mit diesen unterschiedlichen Modi tatsächlich absolut alle möglichen Kopfhörer, außer Elektrostaten, bestens antreiben zu können. Das schafft bisher nur der um ein vielfach kostspieliger Audiovalve Solaris, dann aber auch Elektrostaten eingeschlossen.
Absolut beeindruckend!


Wie klingt er aber eigentlich?


Dass der micro iDSD Signature extrem laut kann, ist jetzt klar geworden. Doch wie klingt er eigentlich? Alle Leistung nützt ja nichts, wenn man klangliche Kompromisse eingehen muss. Auch da hilft sofort wieder der HEDDphone, denn der deckt unbarmherzig auf, wenn ein Verstärker nicht die notwendige Energie abgeben kann oder dabei anfängt zu verzerren. Beides ist beim micro iDSD Signature nicht der Fall. Ich würde sogar soweit gehen, dass der nicht einmal beeindruckt ist vom HEDDphone. Egal was ich mit diese Setup höre, es gibt weder ein hörbare Rauschen noch irgendwelche Verzerrungen. Egal wie laut ich höre, gibt es keine unschönen Effekte. Interessant ist, der AMT-Treiber des HEDDphone wird aber selbst bei maximaler Lautstärke mit dem micro iDSD Signature nicht überfordert, sprich man kann ihn auf den Tisch legen und locker den Raum beschallen, ohne dass der Treiber irgendwo anschlägt oder offenkundig mit irgendwelchen Verzerrungen an seine Grenze käme. Wahnsinn!


Zurück aber zur Klangreproduktion anhand unterschiedlicher Beispiele, die ihr in meinen unten verlinkten Qobuz-Playlisten finden könnt.

 

Hier geht es zur Miniklangwunder-Spotify-Playliste


• Digitale Filter


Ich bleibe beim bereits genannten Song „Juno“. Der HEDDphone spielt am micro iDSD Signature ausgesprochen ausgewogen authentisch, also genauso, was ich beim HEDDphone überaus schätze. Das Lied höre ich nun im ECO-Modus auf 2-Uhr-Stellung, was ich bereits als deutlich über normaler Hörlautstärke empfinde. Über den gesamten Frequenzbereich werden Stimme, Instrumente und Sounds allgemein sehr klar und dynamisch abgebildet. Bei dem Song habe ich mich auch um die Einstellung des digitalen Filters gekümmert und zwischen „Bit-Perfect“, „Minimal Phase“ und „Normal“ verglichen. Im Prinzip ändern sich nur Nuancen und für gewöhnlich tue ich mich recht schwer, diese exakt auszumachen. Doch in diesem Setup gelingt es mir beim micro iDSD Signature die Änderungen recht genau zu greifen.

Allerhand Lesenswertes auf der Unterseite


Bei keinem der drei Modi ändert sich der Eindruck der Lautstärke, alles bleibt gehört auf dem selben Niveau. Im Modus „Normal“ klingen beispielsweise die elektronischen Sounds alle, als wären sie zart miteinander verbunden.
Bei „Minimal Phase“ gibt es zwischen allen eine deutliche Trennung. Als wenn ein Foto hinsichtlich Kantenschärfe etwas nachberarbeitet wurde. Alles klingt einfach „klarer“. Im Bassbereich führt das dazu, dass der Eindruck entsteht, der Bass ist etwas „weniger voll“. Er ist einfach auch „knackiger“ und hat mehr Punch.
Mit „Bit Perfekt“ hört es sich so an, als wenn der Bass wieder voller und etwas „weicher“ klingt, dafür aber bei den Mitten angefangen wieder die „Akuratesse“ und „Klarheit“ des „Minimal Phase“ Modus vorhanden sind.

Auch wenn es Menschen gibt, die diese Unterschiede deutlicher wahrnehmen als ich, zeigt dieses Setup von micro iDSD Signature und HEDDphone, wie erstklassig diese Klangkette ist, so dass ich sogar die Unterschiede der Filter tatsächlich ausmachen kann. 


• XBass


Bleibt es noch die offensichtlicheren Modi der Klanganpassung unter die akustische Kupe zu nehmen. Der XBass und der 3D-Klang. Der XBass ist wie bei ifi Audio schon gewohnt eine absolute Waffe. Hier wird wie gewohnt der Tiefste Bass betont und bis etwa 150Hz als Low-Shelf realisiert. An dieser Stelle einfach mal ein dickes Lob an ifi Audio, dass sie den Trend der unsäglichen Oberbassbetonung nicht mitmachen. Danke! 

Der Bass wird schon ordentlich angehoben, für zarte Gemüter ist das nicht, ich finde das jedoch äußerst anregend und interessanter Weise funktioniert das mit allen Genres. Selbst Filme schauen ist eine wahre Wonne, denn so sind die Explosionen mit dem HEDDphone sogar körperlich wahrnehmbar. Mit dem „Minimal Phase“ Modus ist das sozusagen meine persönlicher Favorit an klangverändernden Einstellungen.

• 3D-Sound


Fehlt nun noch der 3D-Effekt. Auch da ist ifi Audio ganz vorn mit dabei. Der 3D-Effekt wirkt bei Studioaufnahmen trotz deutlichem Effekt niemals unnatürlich. Bei Live-Aufnahmen ist das gelgentlich allerdings etwas zu viel. Die Scheibe von den Eagles „Hell freezes over“ ist jedenfalls dann etwas zu mächtig, was den Raum angeht.


Bei Juno wirkt sich der 3D-Effekt so aus, dass wiederkehrende Synthi-Effekte, wie ein aus der Mitte entstehendes „Schnalzen“, plötzlich ganz deutlich von links zu hören ist. Der 3D-Effekt bewirkt genau das Gegenteil eines Crossfeed. Es werden recht schmal gemasterte Stereo-Effekte deutlich in die Breite extrapoliert. Als Nebeneffekt werde dabei auch Frequenzbereich mehr betont, was nicht immer angenehm ist, wenn man wie ich in diesen Bereichen eher ein wenig Zurückhaltung wertschätzt. Dennoch ist der 3D-Effekt immer noch der beste, den ich bisher hören durfte. Tatsächlich nutze ich den auch deutlich öfter als ich gedacht hätte. 

ifi Audio xCAN (links oben), Zen CAN & Zen DAC (darunter) & micro iDSD Signature im direkten Vergleich


• ifi Audio Geräte im Kurzvergleich


Da ich sowohl den xCAN und auch den Zen DAC & Zen DSD besitze, stand einem direkten Vergleich nichts im Wege. Hinsichtlich Leistung stehen sich der micro iDSD Signature und der Zen CAN im Prinzip in nichts nach, klanglich ist der xCAN dem iDSD am nächsten, erreicht aber nicht dessen Leistung, bringt dafür aber Bluetooth mit. Die DAC-Funktion ist nur mit dem xDSD, der mir nicht mehr zur Verfügung steht, oder dem Zen DAC noch zu realisieren, welche allerdings ohne die Anwahl der Filter auskommen müssen. Auch hier ist der micro iDSD Signature an erster Stelle. Genau genommen vereint er alle drei Geräte in einem bis auf die Bluetooth-Funktion des xCAN. Bisher für mich der einzige Wermutstropfen.


Mein Ersteindruck unterm Strich


Ungeachtet des Formfaktors ist der ifi Audio micro iDSD Signature ein absolut beeindruckender DAC & Kopfhörerverstärker. Erstens hatte ich überhaupt nicht diese Peformance in Sachen Leistung erwartet den HEDDphone so grandios antreiben zu können, zweitens auch die andere Richtung beherrscht er hervorragend leicht anzutreibende IEMs bedienen zu können und drittens ist er klanglich als DAC mit seinen Filtern und den analogen Klangoptionen ein absoluter Genuß.

Allerdings werde ich ihm und mir ein paar Tage Zeit geben und schauen, in wie weit sich meine zugegeben eingestellte Euphorie hält.


Technik


Bisher bin ich auf den technischen Aspekt noch nicht konkret eingegangen. Die aus meiner Sicht wichtigsten Eckdaten hier aufgelistet. Damit erklärt sich auch, warum der HEDDphone am micro iDSD Signature so aufblüht. 😎

Digitale EingängeUSB 3.0 type A “OTG” Socket (USB2.0 compatible/with iPurifier® technology built-in) S/PDIF (3.5m coaxial/optical)
AusgängeBalanced: 4.4mm SE: 6.3mm/RCA
DACBit-Perfect DSD & DXD, PCM DAC by Dual-core Burr Brown
DAC-ClockUltra low jitter GMT Femtosecond Clock
DAC-FormateDSD512/256/128/64, Octa/Quad/Double/Single-Speed DSD, DXD (768/705.6/384/352.8kHz), Double/Single-Speed DXD PCM (768/705.6/384/352.8/192/176.4/96/88.2/48/44.1kHz) MQA
Dynamic Range (Line)>117db(A)
THD & N (0dBFS Line)<0.003%
Output Voltage (Line)>2V
Output Impedance<240Ω
Leistung “Turbo Mode“10.0V/4,100 mW (Max.), >1,560 mW @ 64 Ohm, >166 mW @ 600 Ohm
Leistung „Normal mode“5.5V/1,900 mW (Max.), >100 mW @ 300 Ohm, >950 mW @ 32 Ohm
Leistung “Eco mode“2.0V/500 mW @ 8 Ohm, >250 mW @ 16 Ohm
Dynamik (HP)>115dB(A) (Eco Mode, 2V Out)
THD &N (HP 500mW/16R)< 0.008%
Ausgangsspannung (HP)>10V (Turbo Mode)
Ausgangsimpedanz<1Ω (iEMatch not engaged)
Maximale Ausgangsleistung4,100 mW @ 16 Ohm Load
Kontinuierliche Ausgangsleistung1,000 mW @ 64 Ohm Load
AkkuLithium-polymer 4800mAh
AufladenCharging via USB-C, BC V1.2 compliant up to1500mA charging current
Abmessungen172 x 67 x 27 mm
Gewicht295 gr
Quelle: ifi Audio – Produktseite micro iDSD Signature


Etwa eine Woche und viele Hörstunden später…


Bei täglicher Nutzung mit dem HEDDphone ist mir aufgefallen, dass der micro iDSD Signature ein echter Langläufer ist. Beim Hören mit entspannter Lautstärke und xBass hält er gut 9 Stunden durch. Damit bin ich absolut zufrieden. Für den Kopfhörerverstärker & DAC gilt darüber hinaus, dass ich mit ihm nicht nur zufrieden, sondern weiterhin begeistert bin. Der Formfaktor ist genau richtig, um den micro iDSD Signature als High-End-Gerät überall zu nutzen, er ist absolut portabel. Selbst an ein Täschchen zum Schutz der Oberfläche hat ifi Audio gedacht. Somit ist auch der Transport im Rucksack absolut kein Problem.

Für alle die wissen wollen, ob sich am Klang noch etwas verändert, darf ich sagen, dass er genauso genial klingt wie am ersten Tag. Wenn sich da überhaupt etwas verändert, dann in vielleicht homöopathischen Dosen, welche deutlich geringer ausfallen als die Unterschiede der Filter zueinander.



Was ich noch ausprobiert habe


Neben dem iPad habe ich auch mein Windows Notebook mit dem micro iDSD genutzt, was keine Überraschungen offenbart. Einfach anschließen, die Einrichtung erfolgt automatisch, alles läuft. Mehr aus Neugierde habe ich mein Android Smartphone als Zuspieler genutzt, denn dort habe ich die vollständigste Musikauswahl quasi immer in meiner Hosentasche. Mit dem USB Audio Player Pro absolut hervorragend. Noch mehr als mit den nativen Verbindungen am iPad und Notebook wird hier auch das Maximum in Zusammenspiel mit dem Burr-Brown-DAC herausgeholt. Egal ob mit 32/192-Ansteuerung oder 1-Bit-DSD, diese Kombination ist schlicht optimal. Allein das Gefühl zu haben, dass jedes vorliegende Musikformat meiner lokalen Musik und hochauflösende Qobuz-Songs auch mit der maximal möglichen AUflösung wiedergegeben werden, macht den audiophilen Genießer glückseelig. 😇


Gibt es offene Wünsche?


Wie es bei ifi Audio eigentlich immer der Fall ist, wird sich stets auf einen bestimmten Bereich konzentriert. Im Fall des micro iDSD Signature ist das die konsequente Nutzung als portabler Kopfhörerverstärker mit integriertem DAC. Ich würde mir wünschen, dass er noch Bluetooth integriert hätte, denn gerade die Leistung als Kopfhörerverstärker ist grandios. Andererseits gibt es die x-Serie, also den xCAN und den xDSD.

Beide verfügen über die Bluetooth-Funktion. Schon der xCAN bietet für viele Kopfhörer ausreichend Leistung, wobei aber der Vergleich HEDDphone am xCAN und am micro iDSD Signature letzteren ganz klar als „Sieger“ hervorgehen lässt. Jedoch würde ich beim Betrieb im Zusammenspiel mit einem Focal Clear Pro (hier mein Youtube Video zum Clear Pro), einem Hifiman Ananda oder auch einem Beyerdynamic DT880 Edition keinen von beiden den Vorzug geben wollen.

Trotzdem, mit einer kabellosen Anbindung, um vom mobilen Zuspieler oder noch wichtiger von einer stationären Lösung streamen zu können, wäre der micro iDSD Signature absolut perfekt. So könnte er dann auch beispielsweise am Hörplatz genutzt werden, während von einem Musikserver die Musik kabellos empfangen werden könnte. Weil aber genau dabei eben nicht mehr die höchsten Auflösungen möglich wären, würde der micro iDSD Signature weit unter seinen Möglichkeiten genutzt werden.

Genau drüber nachgedacht, würde ich aber genau das an der Stelle von ifi Audio auch unterbinden und an andere Lösungen wie den ifi Audio xCAN verweisen. 😉



Fazit


Ich bin begeistert! Mich hat der ifi Audio micro iDSD Signature durchweg überzeugt. Mit einem Listenpreis von 699 € ist er sicherlich kein Schnäppchen. Allerdings ist er angesichts dem, was er zu bieten hat, aber auch nicht preislich abgehoben. ifi Audio liefert ein tolles Produkt ab, welches höchsten Ansprüchen an die Klangreproduktion gerecht wird und zudem sensible InEar- wie auch leistungshungrigen OverEar-Kopfhörer optimal bedient. Dazu kommen noch moderate und doch wichtige Möglichkeiten, den Klang zu beeinflussen. Sowohl an Windows- und iOS-Geräten, egal ob stationär oder mobil, der micro iDSD Signature funktioniert an jedem dieser Geräte.

In seiner Geräteklasse portabler DACs mit Kopfhörerverstärker gibt es derzeit wohl nichts Besseres.
Chapéau ifi Audio, absolut klangtastisch!


Bewertung


Beim ifi Audio micro iDSD Signature komme ich nicht umher, ihn als als ersten mobilen/portablen Kopfhörerverstärker in der Referenzklasse aufzunehmen. Die Messlatte legt er auch dort schon mit 95,5% sehr hoch!

Was Referenzbewertung genau bedeutet, dass habe ich in dem hier verlinkten Artikel beschrieben.

In der Standard-Bewertung käme er insgesamt sogar auf 96,6% Bewertung, trotz der „nur“ 90% in der Kategorie Preis/Leistung.



https://youtu.be/dicqDVlQjog
ifi Audio - micro iDSD Signature - Referenzklasse
Insgesamt
95.5%
95.5%
  • Design & Haptik - 95%
    95%
  • Verarbeitung - 98%
    98%
  • Klangreproduktion - 98%
    98%
  • Dynamik, Transparenz, Räumlichkeit - 95%
    95%
  • Leistung - 95%
    95%
  • Konnektivität - 92%
    92%




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Klangfreund"M"

Mark: gelernter Radio- und Fernsehtechniker und ein Klangfreund mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern  liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur  hört mit Over Ears: Hifiman Ananda, Denon AH-D7200; Stax L700 Pro; InEars: Fiio FH07, Fiio FH01s; DAPs: iBasso DX220 Max, Fiio M15, Shanling M0