ifi audio XDSD Gryphon im Test – Ultimativ audiophiles Schweizer-Taschenmesser

Wenn es um besten Klang und Mobilität geht, führt kein Weg an ifi Audio und dem XDSD Gryphon vorbei. Was dieser kleine DAC/AMP alles zu bieten hat, das habe ich mir genauer angesehen…


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Der XDSD Gryphon wurde mir für diesen Test freundlicher Weise von WOD-Audio zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank dafür!



Vorwort


Der ifi audio XDSD Gryphon hat wie kaum ein anderes Gerät von Anfang an mein Interesse geweckt und ich besitze das Gerät bereits seit kurz nach dem Erscheinen. Allerdings habe ich mit meinem Bericht bewusst gewartet. Anfangs gab es einfach noch zu viele Firmware-Fehler, welche zum Teil dramatische Auswirkungen hatten wie der Sprunghafte Anstieg der Lautstärke auf das Maximum. Das ist jedoch spätestens mit der Firmware 1.53 vom 15. Juni 2022 alles Geschichte. Im Gegenteil, ifi audio hat nicht nur Fehler behoben, sondern weitere sinnvolle Features wie das Setzen eines Lautstärkelimits integriert. Produktpflege wird auch hier bei ifi audio ganz groß geschrieben, das wusste ich schon lange. Deshalb startet mein Bericht zum XDSD Gryphon auch erst jetzt…


Verpackung & Zubehör

Die Verpackung ist ähnlich wie schon beim XCAN oder XDSD ein länglicher, weißer Kartonquader mit einem Fotodruck des XDSD Gryphon sowie Angaben zu den technischen Detail, in dem das Gerät sowie Zubehör zu finden ist.




Technische Daten


In folgender Auflistung habe ich die aus meiner Sicht interessantesten Parameter* des ifi audio XDSD Gryphon abgebildet.
Die vollständigen Daten inklusive Messkurven des Herstellers sind auf der Produktseite des Herstellers zu finden.

Gewicht215g
Abmessungen75mm x 19mm x 123mm (B x H x T)
Betriebsspannung / Akku5V (USB-C) / 3.600mAh
Ladezeit2 Stunden (@ 1.900mA max)
Spielzeitca. 8 Stunden (im Mix)
Kopfhörerimpedanzen16Ω – 600Ω (unbalanced/balanced)
Eingangsimpedanzen<1Ω/<1Ω (unbalanced/balanced)
Frequenzbereich (balanced)5 Hz – 80.000 Hz -3dB
THD+N (balanced)<0.005% (1V @16Ω)
Eingänge2x USB-C, 3.5mm & 4.4mm Klinke, 3.5mm digital
Kopfhöreranschlüsse1x 3.5mm (unbalanced), 1x 4.4mm (balanced) Klinke
Leistung Single Ended>320mW @ 32Ω
> 40mW @600Ω
MAX Output Voltage> 3,5V @600Ω
Leistung Balanced Mode>1.000mW @ 32Ω
> 74mW @600Ω
MAX Output Voltage (via Netzteilbetrieb)> 6,7V @600Ω
BluetoothBT 5.1
SBC/AAC/aptX/aptX Low Latency/aptX HD/aptX Adaptive/LDAC/HWA
DACBit Perfect DSD & DXD DAC by Burr Brown
Dekodierung (bis zu…)BT 96kHz, 768kHz, DSD512 (8x), DXD768 (2x), MQA384, PCM768
Quelle: ifi audio (*alle Angaben ohne Gewähr)



Design & Verarbeitung


Das Markenzeichen der X-Serie ist die wellenartige Gehäuseoberfläche. Das ist nicht nur allein ein optisches Element, denn der XDSD Gryphon liegt dadurch griffig in der Hand. An der Unterseite befindet sich neben vier Gummifüssen auch der IEMatch-Schalter. Das Display ist in Längsrichtung auf der Oberseite eingelassen. Die durchsichtige Abdeckung lässt sich bei meinem Gerät mit dem Finger etwas bewegen. Es sitzt jedoch fest genug, dass es beim Hantieren nicht von selbst verrutscht. Vereinzelt habe ich von Besitzern des Gryphon gehört, dass sogar ein leises Klappern entstehen soll. Die Exemplarstreuung im Zusammenspiel der mechanischen Toleranzen macht es möglich. Ein Punkt, der Optimierungspotential hat.

Gleiches gilt auch für das angesetzte Endstück sowie für die Frontplatte, dort sind die Übergänge buchstäblich mal mehr und weniger offensichtlich und fühlbar. Optisch wirkt jedoch alles sehr harmonisch und edel. Trotzdem stellt die besondere Gehäuseform Herausforderungen an die Genauigkeit, welche allein durch den zu erzielenden Preis nicht bis an die Perfektion getrieben werden kann. Die Buchsen und Bedienelemente an den Stirnseiten stellen hingegen keine Herausforderung dar und sind perfekt verarbeitet. Insgesamt ist beim Gryphon in Sachen Design und Verarbeitung das Optimum erzielt worden. Unterm Strich ist die Verarbeitung sehr gut und das Design attraktiv und zugleich edel umgesetzt.



Handhabung & Features

Das Einschalten des Gryphon geschieht auf einfache Weise durch längeres Drücken auf das digital ausgeführte Lautstärkerad. Ganz wichtig hierbei ist, dass bei eingestecktem Kopfhörer es weder beim Ein- noch Ausschalten irgendein Popp-Geräsuch oder dergleichen gibt. Die Betriebs- sowie Lautstärkeanzeige wird mittels integrierter LED angezeigt. Mute wird blau blinked angezeigt, die Lautstärkebereiche erstrecken sich von Dunkelblau, Violett, Türkis über Grün und Gelb bis hin zu Rot. Links und rechts neben dem Drehregler sind jeweils zwei Status-LEDs zu finden. Dort werden ebenfalls farblich kodiert die wichtigsten Informationen des Matrix-Displays zur Auflösung des Eingangssignals, Art der Zuspielung sowie rechts zu eingeschaltetem xBass und oder XSpace dargestellt. Auch das hat Sinn, denn das Display kann so konfiguriert werden, dass es im Betrieb nach wenigen Sekunden ausschaltet.

Auf dem Display selbst werden im normalen Betriebsmodus alle neben den Information zur Konfiguration, Lautstärke und Eingangssignal auch Akku- und Ladeparameter angezeigt. Für die Konfiguration des Gryphon steht an selber Stelle das Menü zur Verfügung, welches mittels langem Druck auf die Menü-Taste gestartet wird. Die Einstellung erfolgt mittels der Taster und Drehrad.

Ifi audio betreibt eine vorbildliche Produktpflege nicht nur in Bezug auf Fehlerbeseitigung und Optimierung sondern bringt auch immer wieder neue Menüpunkte ein. So lassen sich nun auch Parameter einstellen wie die maximale Lautstärke. Wer viel IEMs hört benötigt kaum die maximal zur Verfügung stehenden 1.000mW. So lässt sich individuell das Maximum definieren. Der Gryphon setzt das so um, dass z.B. als DAC/AMP an meinem Apple MacBook Pro M1 die Lautstärkeregelung immer mit vollem Bereich zur Verfügung steht. Andere Hersteller begrenzen auf einfache Weise, indem dann nur noch ein Teil des Regelbereiches zur Verfügung steht. Bei ifi audio hingegen ist das großes Kino. Hier wird stets der volle Regelbereich auf die neue definierte Maximallautstärke angepasst. Somit bleibt die Regelung auch für leicht anzutreibende Kopfhörer stets sehr fein. Klasse!

Im Prinzip sind alle Einstellungen des Gryphon durchdacht und sinnvoll. So bietet er neben “Digital Filter”, “Screen Brightness”, “Volume Limiter”, “Volume Sync”, “Volume Soft Ramp, “BT Voice Prompt”, “USB Dual Port Charge” auch einen “Factory Reset”. Sollte sich der Gryphon dann doch einmal irgendwie merkwürdig Verhalten, hilft genau dieser, alles auf einfache Weise auf den Standard zurück zu stellen.

Für mich absolute Favoriten sind der “Volume Limiter” wie schon oben ausführlich beschrieben sowie der “USB Dual Port Charge”. Je nach Nutzungsszenario kann man so entscheiden, ob mit nur einem USB-Kabel während der Nutzung als DAC der Akku direkt geladen werden soll oder nicht. Wird der Gryphon hauptsächlich als DAC/AMP am Smartphone benutzt, ist es sinnvoll ihm nur die Daten zu übermitteln und die Energie vom integrierten Akku zu nutzen. Mit diesem Kniff ist es möglich, auch am iPhone den Gryphon mit maximaler Leistung zu betreiben, ohne dass das iPhone bei zu hoher Energieentnahme den Verbraucher abschaltet. Natürlich funktioniert die synchrone Lautstärkeregelung weiterhin.

Ansonsten ist die Bedienung absolut selbsterklärend und einfach. Besser geht es nicht. Es macht einfach Spaß den Gryphon zu nutzen, der ist aktuell das ultimative, audiophile Schweizer Taschenmesser. Einzig bei immens schwer anzutreibenden Kopfhörern wie dem HEDDphone oder einem Hifiman HE6 kann er nicht deren Potential zur Entfaltung bringen. Bei allen anderen Kopfhörern, die ich bisher getestet habe, braucht es nicht mehr als den Gryphon. Für einen Meze Liric sind sogar nur 70% der maximalen Leistung viel zu viel um die Lautstärke überhaupt noch hören zu können.



Externe Playlisten – Qobuz & Spotify


Ich habe in einigen Playlists Musik zusammengestellt, mit welchen sich Eigenschaften von Kopfhörern besonders gut heraushören lassen. Am besten Du hörst Dich selbst durch meine Playlisten durch.


Mit den folgenden Links gelangst du direkt zu den Anbietern. Es handelt sich um keine Affiliate-Links. Hast du bei den Streaming-Diensten kein angemeldetes Konto, kannst du jeweils knapp 30 Sekunden in die Songs reinhören. Eine Verpflichtung zu Anmeldung besteht dafür natürlich nicht.


Der folgende Link führt Dich zur Miniklangwunder-Spotify-Playliste und mit Klick auf die unten aufgeführten Banner gelangst du zu den Miniklangwunder-Qobuz-Playlisten. Diese werden sogar von Qobuz direkt unterstützt. Qobuz hat sie unter der Rubrik “Events & Medien” veröffentlicht. 🙂



Wer also maximal audiophiles Streaming nutzen möchte, klickt sich einfach zur Qobuz-Playliste von Miniklangwunder.

https://open.qobuz.com/playlist/4070201



Wie klingt der XDSD Gyphon?


Die Frage “Wie kling er denn?” ist quasi immer die erste Frage, die mir gestellt wird. Bei Kopfhörern kann ich das sofort nachvollziehen, bei DACs und AMPs bin ich da immer sehr zurückhalten. Wenn ich da von “Klang” sprechen würde, dann haben die Hersteller aus meiner Sicht etwas falsch gemacht. Im Standard sollte diese Wandler- und Verstärkereinheiten erst einmal gar keinen eigenen Klang mitbringen sondern über den gesamten, wahrnehmbaren Frequenzbereich idealer Weise alles linear abbilden. Beim DAC gibt es sicherlich verschiedene Methoden der Abtastung und Fehlerkorrekturen. Für jemanden, der sich auf die Musik an sich konzentriert und nicht auf 3% Feinheiten achtet, der sollte unter den verschiednen DACs und deren Filter keine Unterschiede feststellen.

Dennoch ist es tatsächlich so, dass im direkten Vergleich zweier Geräte zueinander mit dem selben Kopfhörer durchaus Unterschiede zu hören sind, welche allerdings dann eher in die Richtung der Dynamikverhalten, Signal-Rausch-Verhältnis und auch Impulsdarstellung sowie räumliche Abbildung gehen. Dieses aber auch nur in absolut feinen Unterschieden eben in der Qualität, dass Gelegenheitshörer diese meiner Meinung nach nicht wahrnehmen würden.

Das bedeutet in diesem Fall konkret, dass der Gryphon sowohl dem iDSD Signature als auch dem iDSD Diablo in der Abbildungsqualität kaum nachsteht. Es fällt mir schwer dort von besser oder schlechter zu sprechen. Da sind eher die Sonderfunktionen bei der Klangveränderung ohrenscheinlicher. So gehen der Signature und Diablo mit dem xBass etwas konturierter zu Werke und auch xSpace ist meiner Meinung nach etwas subtiler und somit “echter”. Was die Leistung angeht, da hängen der Signature mit gut 4 Watt und der Diablo mit 5 Watt je Kanal den Gryphon natürlich deutlich ab, dafür sind diese weniger mobil und bieten auch insgesamt weniger Features.

XDSD Gryphon & Meze Liric



Fazit


Der ifi audio XDSD Gryphon ist mit einem UVP von 599,-€ nach seiner Veröffentlichung im Dezember 2021 und einige Firmware-Updates später heute der perfekte, mobile, audiophile Begleiter. Egal ob er analog oder er als DAC/Amp und sogar kabellos via Bluetooth genutzt wird, der Gryphon kombiniert alle denkbaren Möglichkeiten der Zuspielung. Dabei bietet er genug Leistung für die meisten gängigen OverEar-Kopfhörer und zugleich feinste Sensibilität für alle IEMs. xBass und xSpace runden den ifi audio XDSD Gryphon optimal ab.

Genau genommen braucht es nichts anderes als den XDSD Gryphon sowie ein Smartphone, Tablet oder Notebook und natürlich einen Kopfhörer für das perfekte Minimal-Setup, um Musik auf höchstem Niveau genießen zu können.

Von mir gibt es einen ganz dicken Daumen nach oben!



Bewertung

  • 96%
    Klang - 96%
  • 94%
    Leistung - 94%
  • 96%
    Kopfhörereignung - 96%
  • 100%
    Handhabung - 100%
  • 96%
    Design - 96%
  • 94%
    Verarbeitung - 94%
  • 100%
    Konnektivität - 100%
  • 96%
    Verpackung & Lieferumfang - 96%
  • 92%
    Preis/Leistung - 92%
96%

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Klangfreund"M"

Klangfreund"M"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker und ein Klangfreund mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern; liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur; OverEar-Lineup: Hifiman HE1000v2 & Edition XS, HEDDphone, Meze Liric, Austrian Audio Hi-X65 & 60, Avantone Pro ; InEar-Lineup: Sennheiser IE900 & IE600, iBasso iT07, Fiio FD1; Dauerhaft eingesetzte DAPs: Cayin N8ii, Astell & Kern SR25ii; Kopfhörerverstärker im Bestand: SPL Phonitor XE, Jan Meier Corda Country, ifi Audio GO Bar, Topping DX5, SMSL DO100 & HO100