Lotoo PAW 6000 im Test – schlicht, edel, audiophil & Technik vom Feinsten – ein DAP am Optimum

Der Lotoo PAW 6000 ist seit einiger Zeit bei mir im Einsatz. Was ihn sofort auszeichnet, ist sein absolut edles Design. Was er technisch zu bieten hat, habe ich in den letzten Wochen geprüft. In diesem Test werde ich darauf eingehen, wie ich diesen DAP nun am Ende meiner Bewertung insbesondere auch im Vergleich zu anderen DAPs auf dem Markt im Jahr 2021 einordne.


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Der Lotoo PAW 6000 wurde mir leihweise von www.audiodomain.de zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank dafür!



Vorwort


Vor ein paar Jahren habe ich bereits den Lotoo PAW 5000 besessen. Damals war das Gehäuse eher kompakt und zweckdienlich. Der Player musste ohne Touch-Display und Wifi auskommen. Doch schon damals hat Lotoo dem DAP einen echten 5-Band Equalizer in parametrischer Ausführung spendiert, was damals für mich der Kaufgrund gewesen ist. Das Besondere an solch einem PEQ ist, dass die Frequenzbereiche sowie deren Bandbreite und die Art der Klangänderung sehr individuell gewählt werden können. So lassen sich Betonungen sehr schmalbandig ebenso realisieren wie ein ganz sanft verlaufender Low-Shelf.
Das hatte ich in Erinnerung, als mich Carsten Hicking von www.audiodomain.de auf den Lotoo PAW 6000 angesprochen hat. Also musste ich mir diesen DAP unbedingt genauer anzusehen.

Von Anfang an war mir dabei auch klar, dass Lotoo sich auf die Wiedergabe von Musik konzentriert und den Player nicht mit Smartphone-Features anreichert. Wer mittlerweile mit einem DAP via Qobuz, Spotify und Co. streamen und gleichzeitig mit dem im Internet surfen möchte, braucht ab hier nicht weiter lesen und ist auch beim Lotoo PAW 6000 nicht an der richtigen Adresse.

Folgendes wollte ich auch schon immer einmal schreiben 😉

Aber nun schön der Reihe nach…



Verpackung & Lieferumfang


Wie schon die Überschrift klar den DAP einordnet, kommt auch die Verpackung daher. Ein schlichter, schwarzer Karton mit ein paar grauen Strichen und goldfarbenen Akzenten steht für Exklusivität und Understatement. Lediglich die Webadresse, die Produktbezeichnung und der Herstellername sind auf dem Karton als Information enthalten. Keine Versprechen oder Auflistungen der Features. Wer den Karton auspackt, der hat nur eine Erwartungshaltung, nämlich in ein paar Sekunden ein exklusives Gerät in den Händen zu halten.



Nachdem die zweiteilige Schachtel aus dem Umkarton herausgezogen und die obere Hälfte abgezogen ist, zeigt sich der Lotoo PAW 6000 in einem schmalen Bett aus Schaumstoff. Für die Fixierung sorgt ein im Deckel eingeklebter Dämpfer aus Schaumstoff.

Wurde der DAP entnommen, wird eine Lasche sichtbar und die oberste Ebene lässt sich herausziehen. In der ebene darunter ist die gedruckte Bedienungsanleitung enthalten. Auch diese Ebene ist mittels Lasche entnehmbar. Darunter befinden sich schlußendlich in weiteren Kartons das stoffummantelte Ladekabel und ein absolut perfekt auf den Lotoo PAW 6000 abgestimmtes, schwarzes Ledercase, dessen Rückseite mit güldenem Garn abgesteppt ist.



Ich darf sagen, das ist das bisher beste Case, welches ich ab Werk im Lieferumfang eines DAPs angefunden habe!

Der Lieferumfang fällt somit nicht üppig aus, muss er aber auch nicht. Hier deutet sich erneut an, was vom Lotoo PAW 6000 erwartet werden darf. Alles, was ich ausgepackt und begutachtet habe, ist hervorragend verarbeitet und auf den Punkt abgestimmt.



Design & Technik

Der Lotoo PAW 6000 mit einem Preis von 1.495,- € (Stand Oktober 2021) weist technische Daten auf, die ich von einem DAP seiner Preisklasse auch erwarte.

Das Gehäuse besteht aus Aluminium ist hervorragend verarbeitet. Mit Gorilla Glas auf Vorder- und Rückseite ist für eine hohe Kratzer-Unempfindlichkeit und Robustheit gesorgt. Mit seinen 225gr Gewicht und einem Volumen von 131ml (112x65x18mm) liegt er sehr gut in der Hand und passt auch mit dem Ledercase in die Hosen- oder Jackentasche. Die vier Tasten für die Bedienung befinden sich auf der rechten Längsseite und verfügen über einen sehr guten Druckpunkt, was auch für die Bedienung mit dem Case gilt. Die Lautstärke wird mit einem schmalen Drehregler auf der Oberseite des DAP eingestellt. Eine dort integrierte LED gibt beispielsweise einen dezenten Hinweis durch ein langsames Pulsieren (im Menü einstellbar), dass der DAP eingeschaltet ist.

Innere Werte 1


Der Lotoo PAW 6000 dekodiert mit bis zu 32Bit und 768kHz alle gängigen Formate inklusive Wavepack, ISO und DSD256. Er lässt sich zusätzlich als Bluetooth-DAC mittels hochauflösendem LDAC-Codec verwenden. Bluetooth 4.2 ist dabei zwar nicht die neueste Version, doch für die Übertragung der Audiodaten macht das keinen Unterschied. Die als digitale Dateien verfügbare Musikbibliothek kann von MicroSD-Karten mit bis zu 2TB abgespielt werden. Der Lotoo PAW 6000 verfügt jedoch nicht über internen Speicherplatz, lässt sich aber hervorragend über USB auslesen und befüllen.



Datenübertragung Macbook & Windows Notebook


Das Kopieren von knapp 7GB vom DAP auf mein MacBook Air M1 dauerte nicht einmal eine Minute, der umgekehrte Weg benötigte knapp unter 3 Minuten. Somit ergeben sich sehr gute Übertragungswerte von etwa 115MB/s lesen und 39MB/s schreiben. Unter Windows sieht es nicht anders aus. Das sind die Datendurschsätze, die meine Sandisk Karte überhaupt maximal hergibt. Eine schnellere Speicherkarte stand mir für diesen Test leider nicht zur Verfügung.

Besonders beeindruckt der Lotoo PAW 6000 mit der Nutzung am MacBook Air M1. Nachdem ich die Nutzungsart am DAP auswähle, wird er sang und klanglos als Laufwerk eingebunden wird. Hier zeigt sich erneut, wie perfekt Lotoo das Betriebssystem für alle Nutzer unabhängig von Windows- oder Apple-Welt aufgesetzt hat.



Innere Werte 2


Das IPS-Touch-Display mit 3,77 Zoll ist blickwinkelstabil, bietet schöne Farben und reagiert unverzüglich auf die Eingaben mit dem Finger. im Inneren verrichtet ein AKM4493EQ DAC seine Arbeit und sorgt für die nötige Akkuratesse bei der Klangreproduktion. Mit einem OPA1622 im Verstärkerteil bringt der Lotoo PAW 6000 neben dem Feature “ultra-low-noise” eine Leistung von 300mW bei 32Ω mit. Diese Leistung steht sowohl über die 3.5mm Stereo-Klinke-Buchse als auch über den 4.4mm-Pentaconn-Anschluß zur Verfügung. Auch wenn das zunächst recht gering erscheint, lassen sich alle IEMs aus meinem Bestand quasi unhörbar laut antreiben und selbst ein DCA Ether2 oder ein AEON2 Noire wird ordentlich laut angetrieben.

Einem HEDDphone sollte jedoch für angeregte Lautstärken ein separater Kopfhörerverstärker gegönnt werden. Dennoch werden auch diese Kandidaten vom Lotoo PAW 6000 “stabil” und verzerrungsfrei bei maximaler Leistungsabgabe angetrieben.

Der Akku bietet mit 5.200mAh Kapazität eine Spielzeit von bis zu 16 Stunden, was mit meinen Erfahrungen im gemischten Betrieb bei maximal “Zimmerlautstärke” auch gut hinkommt. Das komplette Aufladen des Akkus dauert via USB-C gute 3,5 Stunden. Ganz anders sieht das beim Einschalten aus. Hier liegt er mit rekordverdächtigen 5 Sekunden mit Abstand auf der ersten Position aller mir zur Verfügung stehenden DAPs. Mit 11 Sekunden, was ich immer noch für schnell halte, liegt der Cayin N3 Pro auf Platz 2. Bei beiden DAPs macht sich bemerkbar, dass die Betriebssysteme nicht von der Stange sind. So hat Lotoo sich komplett auf die bestmögliche Unterstützung für die Reproduktion und die Wiedergabe der Musik konzentriert.


Handhabung bei Nutzung als USB-DAC

Dem Lotoo PAW 6000 würde ich nicht gerecht werden, wenn ich die technischen Daten einfach nur herunter geschrieben hätte. So habe ich bereits im Abschnitt “Design & Technik” einige Punkte zur hervorragenden Handhabung beschrieben, die mir allein schon bei der Bedienung des DAPs aufgefallen sind, während ich mir ein Bild des Funktionsumfanges gemacht habe. Schon dabei ist mir dann regelrecht das Herz aufgegangen. Sofortiges Ansprechen des Touch auf jegliche Bedienung. Quasi keine Lade- und Wartezeiten, selbst das Einlesen der MicroSD-Karte erfolgt magisch im Hintergrund. Der Lotoo PAW 6000 besitzt mit seinem eigenen Betriebssystem. Nicht nur durchdachte Funktionen, Abfragen und Performance, sondern die Bedienung an sich ist leicht zu erlernen. Die Funktionen sind in nur wenigen Menü-Ebenen strukturiert lassen sich zügig nutzen.

Schließe ich den PAW 6000 via USB an den Computer oder ein Smartphone an, gibt es gleich vier Auswahlmöglichkeiten, wie sich der DAP verhalten soll. Es ist direkt wählbar, ob er nur geladen, als Kartenleser oder als DAC über einen Computer oder ein Smartphone genutzt werden soll. Wird der Computer-DAC genutzt, wird der Akku des PAW 6000 aufgeladen. Als DAC am Smartphone hingegen wird nur die Datenverbindung zur Schonung des Handy- oder auch Notebook-Akkus genutzt.

Im DAC Betrieb gibt es zudem noch das absolute Schmankerl, dass bei eingeschaltetem Display nicht nur Format, Sample-Rate und Bittiefe des zugespielten Signals angezeigt werden, sondern zudem ein digitales Level-Meter für Links und rechts aktiv ist. Das hat mich sofort in meine Zeit zurück versetzt, als noch Tape-Decks über genau diese Funktion verfügten. Das waren noch Zeiten mit dutzenden Kassetten und meinem Technics RS-B 965. 😎



Ein zweites Schmankerl ist, was ich noch bei keinem anderen DAP bisher feststellen konnte, dass im DAC Betrieb voreingestellte EFX-Klang-Effekte ausgewählt werden können. Dazu gehören auch frei durch den Benutzer konfigurierbare Effekt und so lassen sich auch im DAC-Betrieb z.B. Abstimmungen für bestimmte Kopfhörer direkt auswählen. Eine Knaller-Funktion!

Und auch wenn nur eine Kleinigkeit, ist auch die Funktion “Flip-Screen” absolut genial für alle, die den DAP gern mit dem Lautstärkeregler nach unten bzw. zu sich gerichtet nutzen möchten. So lässt sich der DAP per Kabel am Notebook stets “lagerichtig” verbinden. Einfach toll.



Handhabung stand alone



Ich hätte es nicht gedacht doch insbesondere bei der Wiedergabe von MicroSD-Karte hat mich der Lotoo PAW 6000 überrascht. Nicht nur, dass er im Grunde keine Zeit für den sonst eher langwierigen Aufbau einer Bibliothek benötigt, selbst die integrierte Suchfunktion ist optimal umgesetzt. Sobald diese genutzt wird, werden in Echtzeit die Treffer bei der Eingabe des Suchworts gefiltert angezeigt. Suche ich beispielsweise nach “Madonna”, so werden alle Treffer mit “M”, dann mit “Ma” usw. angezeigt.

Die Liste aller gefundenen Titel wird offensichtlich während des Scrollens aktualisiert, was jedoch ohne Zeitverzögerung geschieht. Wird schnell gescrollt, werden nicht immer alle Albencover angezeigt, erst bei langsamen Schieben, werden die Cover sofort nachgeladen, was überhaupt nicht stört. Das nenne ich optimierte Programmierung, um das beste haptische Ergebnis im Zusammenspiel Soft- und Hardware zu erreichen. Es macht einfach Spaß, den Lotoo PAW 6000 zu bedienen. Selbst eine mit 380GB gefüllte Speicherkarte zwingt den DAP nicht in die Knie.

Auch interessant ist die Möglichkeit, die Liste der Ergebnisse zu Filtern. Hier gibt es die Optionen “DSD” und “Quality”. Filtere ich auf “Quality High”, dann werden nur Dateien mit Hi-Res Daten angezeigt, die mindestens im FLAC-Format vorliegen. MP3-Dateien werden nur in der Option “Quality normal” angezeigt. Wende ich den Filter auf meine Datenbank mit 380GB an, braucht der “Quality High” Filter dann aber doch seine Zeit und nach knapp einer Minute liegt das Ergebnis vor.

Da mich bisher noch kein DAP in Bezug auf die Darstellung von Alben oder Künstler überzeugen konnte, denn zu oft werden mir Compilations nicht als “Best of 90s” angezeigt sondern stumpf nach Interpret oder Album geschlüsselt, nutze ich aus Gewohnheit die Ordnerstruktur für die Navigation.
Auch das macht der Lotoo PAW 6000 nicht besser oder schlechter als der Wettbewerb. Zusätzlich bringt er aber eine Suchfunktion mit, die auf den zweiten Blick absolut genial ist. Denn sie funktioniert auch im Ordner-Modus. Erreichbar ist die Suchfunktion, indem von der Oberkannte des Bildschirms nach unten gewischt wird.

Suche ich dort nach “Metall”, so werden mir als erste Ergebnisse nur die Ordner angezeigt, welche “Metall” anthalten, dazu gehören die Treffer zu “Metallica” genauso wie “Best of Metall”. Damit nicht genug, werden nach diesen Ergebnisse die Treffer in “Alben” und danach die “Alben Artists” angezeigt hinter denen dann auch noch alle Songs aufgelistet werden, die ein Match haben. Absolut genial!

Interessant ist, was man so auch durch Zufall alles auf der Speicherkarte entdeckt. Songs in unterschiedlichen Abmischungen, original und remasterte Songs genauso wie Cover-Songs, von denen ich nicht einmal wusste, dass es die auf eine bestimmte Compilation gibt.

Was also die Bedienbarkeit und Nutzbarkeit der Player-Funktion angeht, kann ich nur die volle Punktzahl geben.

Einstellungen

Wie bereits angedeutet gibt es nicht viele Menüs, in denen sich Funktionen verbergen. So sind alle Konfigurationen in einer Ebene des Menüs “Einstellungen” vertreten. Das ist sehr übersichtlich, denn es werden ausschließlich sinnvolle Möglichkeiten angeboten, welche zudem nach Funktion sortiert sind.

Eine Besonderheit ist dabei, dass für die DSD-Wiedergabe andere Filter genutzt werden können als für die anderen Formate. Der Gain lässt sich separat für den 3.5mm oder 4.4mm Ausgang einstellen. Die LED lässt sich einstellen, so dass sie auch bei ausgeschaltetem Bildschirm pulsiert. Somit ist sichergestellt zu sehen, wenn der Player nicht benutzt wird, dass er noch eingeschaltet ist. Solche Kleinigkeiten, unterstreichen die absolut tolle Qualität des Lotoo PAW 6000.

Das mit zur Verfügung gestellte Gerät verfügt allerdings als einzige Sprache über “Englisch”. Es wird auch auf dem Start-Screen als Sample angezeigt. Das ändert sich auch nicht mit der aktuell verfügbaren Firmware 1.2.0.9. Allerdings hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Bedürfnis einer neuen Firmware. Jedoch bringt die neue Version den MQA Support mit. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass auch derzeit keine Übersetzung des Menüs auf “Deutsch” zur Verfügung steht.



Externe Playlisten – Qobuz & Spotify


Ich habe in einigen Playlists Musik zusammengestellt, mit welchen sich Eigenschaften von Kopfhörern besonders gut heraushören lassen. Am besten Du hörst Dich selbst durch meine Playlisten durch.


Mit den folgenden Links gelangst du direkt zu den Anbietern. Es handelt sich um keine Affiliate-Links. Hast du bei den Streaming-Diensten kein angemeldetes Konto, kannst du jeweils knapp 30 Sekunden in die Songs reinhören. Eine Verpflichtung zu Anmeldung besteht dafür natürlich nicht.


Der folgende Link führt Dich zur Miniklangwunder-Spotify-Playliste und mit Klick auf die unten aufgeführten Banner gelangst du zu den Miniklangwunder-Qobuz-Playlisten. Diese werden sogar von Qobuz direkt unterstützt. Qobuz hat sie unter der Rubrik “Events & Medien” veröffentlicht. 🙂



Wer also maximal audiophiles Streaming nutzen möchte, klickt sich einfach zur Qobuz-Playliste von Miniklangwunder.

https://open.qobuz.com/playlist/4070201



Klang


In diesem Bereich kann der DAP absolut überzeugen. Die lokale Wiedergabe von der Speicherkarte erfolgt in höchster Qualität und mit dem neusten Firmware-Update ist er nun auch MQA-fähig. Als Bluetooth-Empfänger beherrscht er Signalübertragung in Hi-Res-Qualität via Bluetooth mit LDAC. In Sachen Wiedergabe- und Übertragungsformate bleiben also keine Wünsche offen.

Bei DAPs wie dem Lotoo PAW 6000, der aus High-End-Technik aufgebaut wurde, sollte es keine besonderen Einfärbungen des am Ende vorliegenden analogen Signals geben. Ganz im Gegensatz dazu sind Kopfhörer oft grundverschieden abgestimmt. Jeder Hersteller bringt da seinen eigenen Fingerabdruck mit. Um den ganz persönlichen Geschmack möglichst optimal zu treffen, ist es von Vorteil, wenn Möglichkeiten zur Klangveränderung genutzt werden können. Mit seinem parametrischen EQ ist Lotoo da ganz vorne mit dabei, denn so sind jegliche Nuancen ultrafein realisierbar.

Es bedarf allerdings ein wenig Übung für die Einrichtung der parametrischen Filter. Man sollte wissen, was man an welcher Stelle macht, um das gewünschte Ergebnis erzielen. Hier hilft natürlich learning-by-doing, ich empfehle jedoch, sich vorher im Netz etwas einzulesen. Voraussetzung für ein perfektes Ergebnis ist neben dem Lotoo PAW 6000 dann noch ein technisch sehr guter Kopfhörer wie der Ether2, ein AEON Noir oder ein Focal Celestee, der auch feinste Änderungen entsprechend umsetzen kann.


Dynamik & Räumlichkeit


Unterschiede zwischen verschiedenen DAPs oder auch Endstufen nehme ich eher im Bereich der Dynamik, Präzision und Räumlichkeit wahr. Die Voraussetzung dafür ist allerdings eine stimmige Technik-Kette. Wer sich einen High-End-DAP zulegt, sollte auch immer einen technisch eher einfachen Kopfhörer in seinem Bestand haben. Ein “verzeihender” Kopfhörer, der nicht jedes Detail perfekt abbildet, wird an einem Lotoo PAW 6000 angeschlossen schon besser klingen. Wechselt man mit dem einfach anzutreibenden Focal Celestee von einem einfachen DAP auf den Lotoo PAW 6000, ist der klangliche Unterschied sofort deutlich hörbar.

Mit einigen Songs insbesondere aus dem Hardrock- und Metall-Bereich zeigt Lotoo mit dem PAW 6000 wie dynamisch und kräftig Schlagzeugsoli klingen können. Bei Aufnahmen klassischer Konzerte lassen sich Instrumente sehr präzise voneinander getrennt wahrnehmen. Selbst beim Tutti bleiben die Instrumente räumlich angeordnet. Für mein Lieblings-Genre Jazz bedeutet das, egal mit welchen Songs und in welcher Besetzung, dass ein High-End-Setup mit dem Lotoo PAW 6000 stets eine realistische und zugleich lebhafte Wiedergabe garantiert.


Klangfazit


Wird der Lotoo PAW 6000 mit einem High-End-Kopfhörer mit gutem Wirkungsgrad betrieben, werden die Unterschiede verschiedener DAP-Geräteklassen klar hörbar. Der Lotoo PAW 6000 mit dem AK 4493 EQ als DAC und dem OPA1622 als Verstärkereinheit bietet wahrscheinlich schon >95% des überhaupt Möglichen.


Glasrückseite des Lotoo PAW6000



Fazit


Ohne Schnick-Schnack dafür aber mit sinnvollen Features und fokussiert auf puren Musikgenuss bietet der Lotoo PAW 6000 nahezu alles, was das Herz begehrt. Für den ein oder anderen schwer anzutreibenden Kopfhörer dürfte es gelegentlich etwas mehr Leistung sein. Darüber hinaus bietet der Lotoo PAW 6000 nicht nur klanglich ein wahres Vergnügen. Viel mehr noch, bei ihm passt der gesamte Auftritt. Das beginnt mit dem Design, dem perfekt gearbeiteten Case und setzt sich in bester Verarbeitungsqualität und Einsatz von High-End-Hardware fort. Das hauseigene Betriebssystem und die hervorragend abgestimmte Software runden den Lotoo PAW 6000 ab.

Der Lotoo PAW 6000 bietet im High-End-Bereich als reiner Musik-Player die vollständigsten Nutzererfahrung aller bisher von mir getesteten Geräte!

Chapeau!




Bewertung

  • 98%
    Klang - 98%
  • 90%
    Leistung - 90%
  • 94%
    Kopfhörereignung - 94%
  • 100%
    Handhabung - 100%
  • 100%
    Design - 100%
  • 100%
    Verarbeitung - 100%
  • 96%
    Konnektivität - 96%
  • 96%
    Verpackung & Lieferumfang - 96%
  • 90%
    Preis - 90%
96%

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Klangfreund"M"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker und ein Klangfreund mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern; liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur; OverEar-Lineup: Focal Clear Pro, Sennheiser HD800s, DCA Ether2, DCA AEON Flow 2 Open, Stax L500 Pro, Austrian Audio Hi-X65, Focal Celestee, DCA AEON2 Noiré; Im Bestand sind folgende InEars: Sennheiser IE900, iBasso iT07, Fiio FD1, IMR Ozar; Dauerhaft eingesetzte DAPs: iBasso DX300 Max, DX300 & AMP12, Cayin N3Pro; Kopfhörerverstärker im Bestand: Audiovalve Solaris, SPL Phonitor XE & Phonitor One D, ifi Audio ZEN DAC & CAN, micro iDSD Signature