ifi audio NEO iDSD im Test – stylischer Ultra HD DAC & Kopfhörerverstärker für den Schreibtisch

Ifi audio verfügt über eine umfangreiche und aus meiner Sicht recht vollständigen Produktpalette, zu welcher auch der stationäre DAC/KHV NEO iDSD zählt. Mit der Möglichkeit, auch über Bluetooth zuspielen zu können ist diese Lösung in Bezug auf Design, Formfaktor, Preis und Leistung eine sehr interessante Alternative zu den Mitbewerbern auf dem Markt.


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Der ifi audio NEO iDSD wurde mir als Testgerät leihweise von WOD-Audio zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank dafür!


Aktionspakete


Als kleines Schmankerl gibt es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels und solange der Vorrat reicht ein NEO iDSD – Bundle bzw. eine Preisaktion seitens WOD-Audio.

Für klanglich höchste Ansprüche bei der signalseitigen Versorgung werden der iPurifier3 und der S/PDIF Purifier mit dem NEO iDSDS für einen Preis von 799,-€ (statt 1.147,-€) angeboten. Zum Angebot auf Klick hier entlang…

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Vorwort


Ich verfüge über keinen festen Arbeitsplatz zu Hause und arbeite stets mit meinem Notebook. Dennoch schaue ich mir auch immer wieder Lösungen im Bereich stationärer Geräte an, die für die Nutzung im Bürobereich für mich interessant zu sein scheinen.

Insbesondere DACs und Kopfhörerverstärker im Format des ifi audio NEO iDSD erachte ich allein ihrer kompakten Abmessungen schon als unbedingt bürogeeignet. Auch bei diesen Geräten gibt es Geräte, großer Preis- und Qualitätsspanne.

Wie sich der DAC/KHV von ifi audio schlägt und ob der NEO iDSD auch für weitere Anwendungsszenarien in Frage kommt, das habe ich mir mal genauer angesehen.


Verpackung & Lieferumfang


Der ifi audio NEO iDSD wird in einem zweiteiligen, weißen, stabilen Karton geliefert, der in einer bedruckten Umverpackung eingeschoben ist. Auf der Vorder- und Oberseite sind Bilder vom NEO iDSD aufgedruckt. Die Unterseite informiert über besondere Features während ein wenig Werbetext und technische Details auf der Rückseite aufgedruckt sind.

Wird die Schachtel freigelegt und die Oberseite abgezogen, befindet sich in der obersten Ebene durch Schaumstoff geschützt der NEO iDSD selbst. In der zweiten Ebene sind Kartons mit Grifflaschen zu finden, in welchen das Zubehör verstaut wurde. Ein 5V-Netzteil, ein Cinch- sowie USB-Kabel, ein Adapter von 6.3mm auf 3.5mm Klinke, Klebefüsse, ein Aufstelle für den Vertikalbetrieb, eine Antenne und eine einfache Infrarot-Fernbedienung komplettieren den Lieferumfang. Letzte funktioniert im Bereich bis zu 3 bis 4m recht gut, biete allerdings keine Power-Taste.




Design & Technik

Ich gehe hier auf die für mich wichtigsten Eckdaten und Eigenschaften ein. Gleich vor darf ich sagen, dass die Verarbeitung meines Testgerätes absolut einwandfrei ist. Wie beworben macht der NEO iDSD auf mich einen sehr eleganten Eindruck. Neben der Optik überzeugt auch die Handhabung , welche absolut einfach gehalten ist. Für weitere Details verweise ich auf die Produktseite von ifi audio.

Mit den Abmessungen von 214mm, 145mm und 41mm handelt es sich um einen kleinen, bis mittelgroßen DAC/KHV in typischer Quaderform. Zudem ist er mit knapp 970g recht leicht, so dass der NEO iDSD beim Ein- und Ausstecken von Kopfhörer manchmal mit der anderen Hand fixiert werden sollte.

Das Matrix-Display richtet sich nach vertikaler oder horizontaler Aufstellung selbst aus. Der Lautstärkeregler ist digital ausgeführt und lässt sich somit unendlich kreisen. Dank des nach innen gezogenen Gehäuses hat ifi audio einen recht großen und griffigen Drehknopf integriert. Somit behält der NEO iDSD seine filigrane und schlanke Erscheinung bei maximalen Bedienkomfort.

Lediglich zwei weitere Tasten finden sich auf der Front. Der Ein- und Ausschalter sowie der Wahlschalter für das Eingangssignal. Letzter schaltet zwischen den vier digitalen Möglichkeiten um, die da sind Bluetooth, S-PDIF (Coax), Optisch (Toslink) und USB.

Neben den analogen Ausgängen für Kopfhörer, 4.4mm Pentacon balanced und 6.35mm Klinke unbalanced, befinden sich auf der Rückseite der Stereo-Ausgang via Cinch-Buchsen sowie der symmetrische Ausgang in Form zweier XLR-Buchsen.

Für die Hörproben interessieren mich persönlich natürlich noch ein paar technische Angaben. Die Leistung sollte mit 1040mW & 295mW @32Ω und 68,6mW & 17,6mW @600Ω jeweils balanced & unbalanced für die Kopfhörer meines persönlichen LineUp passen. Mit <1Ω Ausgangsimpedanz dürften auch sensible IEMs kein Problem haben, wenn es um mögliches Grundrauschen geht.

Ich möchte noch anmerken, das der NEO iDSD keinerlei “Spielereien” mitbringt. Es gibt weder eine manuelle Gain-Einstellung noch irgendeine Auswahl digitaler Filter. Auch die sonst für ifi audio typischen Klang-Features wie xBass fehlen. Beim NEO iDSD heißt es einfach einschalten und los.




Externe Playlisten – Qobuz & Spotify


Ich habe in einigen Playlists Musik zusammengestellt, mit welchen sich Eigenschaften von Kopfhörern besonders gut heraushören lassen. Am besten Du hörst Dich selbst durch meine Playlisten durch.


Mit den folgenden Links gelangst du direkt zu den Anbietern. Es handelt sich um keine Affiliate-Links. Hast du bei den Streaming-Diensten kein angemeldetes Konto, kannst du jeweils knapp 30 Sekunden in die Songs reinhören. Eine Verpflichtung zu Anmeldung besteht dafür natürlich nicht.


Der folgende Link führt Dich zur Miniklangwunder-Spotify-Playliste und mit Klick auf die unten aufgeführten Banner gelangst du zu den Miniklangwunder-Qobuz-Playlisten. Diese werden sogar von Qobuz direkt unterstützt. Qobuz hat sie unter der Rubrik “Events & Medien” veröffentlicht. 🙂



Wer also maximal audiophiles Streaming nutzen möchte, klickt sich einfach zur Qobuz-Playliste von Miniklangwunder.

https://open.qobuz.com/playlist/4070201



Klang & Leistung


Antriebsfreudigkeit


Auch wenn die Werte des NEO iDSD es vielleicht nicht vermuten lassen, kann ich mit ihm alle Kopfhörer für mich zufriedenstellend antreiben, welche ich besitze bzw. für Tests als Leihgeräte bei mir sind. Selbst ein HEDDphone ist nutzbar, wenngleich es mit ihm nicht ausreicht, auf Disco-Lautstärke zu spielen. Ich habe auch im Vergleich zu anderen Verstärkern das Gefühl, dass es Paarungen geben kann, bei denen dem NEO iDSD eher die Puste ausgeht wenn es um Dynamik geht. Die erreichbare Lautstärke ist an der Stelle nicht einmal das entscheidende Kriterium.

Das ist auch gut am HEDDphone fest zu machen. Dieser spielt an einem Astell & Kern Acro CA1000 im “Super”-Modus bei gleicher Lautstärke einfach etwas dynamischer bzw. agiler/flinker. Der Unterschied zwischen 6.4V und 15V Spitze-Spitze macht sich da schon bemerkbar. Allerdings würde es mich auch wundern, wenn bei einer Investition von über 2.000€ nicht auch der ein oder andere Unterschied zu bemerken wäre.

Einen Austrian Audio Hi-X60, mit dem ich sehr viel mit dem NEO iDSD gehört habe – eine hervorragende Paarung übrigens -, höre ich angeregt laut bei -26dB im unbalanced Modus. Bei -16dB erreiche ich meine persönliche Schwelle für extrem lautes Hören.
Der sehr beliebte Dan Clark Audio AEON Noire benötigt im balanced Betrieb etwas mehr Leistung. Hier darf für die gleiche Lautstärke alles um 6dB höher liegen. Dennoch hat auch da der NEO iDSD noch genug Reserven, wenn ich meine maximale Lautstärke bei -10dB erreiche.

Auch diese Kopfhörer habe ich mit dem Acro CA1000 verglichen. Selbst im Super-Modus bietet der Astell & Kern was die dynamische Abbildung angeht mit diesen Kopfhörern keinen Vorteil.


Spitzenklang: ifi audio NEO iDSD am MacBook Pro mit Hifiman Edition XS


Höreindruck


Für einen Klangvergleich bemühe ich den ebenfalls von ifi audio stammenden, jedoch mobilen DAC/KHV xDSD Gryphon, der mit 599,-€ in einem etwas niedrigerem Preisbereich liegt. Hinsichtlich der technischen Daten zur Antriebsfähigkeit liegen xDSD Gryphon und NEO iDSD auf Augenhöhe. Zusätzlich kommt der Astell & Kern Acro CA1000 zum Einsatz für den Vergleich mit einem stationären Referenzgerät.

Ganz klares Statement vorab:
Mit dem ifi audio NEO iDSD hatte ich bei meinen Hörvergleichen nicht weniger Spaß als mit den anderen Geräten. Wenn es um das pure Hören mit einem “Standard-Setup” geht, liefern alle Geräte hervorragend ab und die Unterschiede sind tatsächlich marginal.

Allerdings geht es mir auch darum, wie sich der Purist NEO iDSD zu den anderen Geräten mit den vielen zusätzlichen Features positionieren kann.

ifi audio NEO iDSD vs. xDSD Gryphon


In diesem Vergleich hätte es mich gewundert, wenn ich große Unterschiede herausgehört hätte. Mit ein wenig Einbildung könnte ich dem NEO iDSD einen Hauch mehr Details und Auflösung im Hochton sowie eine leicht ausgeprägtere Räumlichkeit zusprechen. Sobald ich aber beim Gryphon xSpace aktiviere, wechselt genau dieser Eindruck. Auch wenn im eher homöopatischen Bereich angesiedelt, liegt der iDSD NEO mit diesen Attributen genau in der vielleicht goldenen Mitte des Gryphon mit und ohne xSpace.

Ungeachtet dessen würde ich keinen de beiden klar vorne sehen. Es stellt sich eher die Frage nach dem Nutzungsszenario? Für die stationäre Nutzung macht der NEO iDSD natürlich deutlich mehr her der irgendwo auf dem Schreibtisch liegende xDSD Gryphon. Das gilt umso mehr, wenn es um eine Integration für einen dedizierten Kopfhörer-Hörplatz geht.

ifi audio NEO iDSD vs. Astell & Kern Acro CA1000


In diesem “Wettstreit” geht es um David und Goliath und Äpfel und Birnen zugleich. Um es vorweg zu nehmen, am Ende gewinnt in diesem Vergleich zwar Goliath, nicht zuletzt auch wegen der anderen vielen Features, die er mitbringt, doch der NEO iDSD braucht sich auf keinen Fall für seine Leistung schämen. Wie schon angedeutet kommt der A&K mit schwer anzutreibenden Kopfhörern einfach deutlich besser zurecht wenn es um die Abbildung der Dynamik geht.

Klammere ich einmal Kopfhörer wie den HEDDphone oder, auch wenn abwesend, einen Dan Clark Stealth und ähnliche Boliden aus, dann gibt es hinsichtlich der dynamischen Fähigkeiten kaum wahrnehmbare Unterschiede. Allerdings löst der A&K tatsächlich noch klarer auf. Alles hört sich etwas luftiger. Im Bassbereich spielen beide ähnlich akzentuiert wobei der NEO iDSD minimal weicher dafür mit etwas mehr Volumen abgestimmt ist.

Neutral gemeint spielt der NEO iDSD etwas wärmer und verzeihender, der A&K spielt etwas analytischer und besitzt insbesondere in der Paarung zusammen mit Kopfhörern, die diese Fähigkeit ebenfalls besitzen, zusätzlich das Potential, eine Klasse höher zu spielen. In allen anderen Paarungen sehe ich den Abstand in Bezug auf die klangliche Reproduktion der beiden als deutlich geringer an. Zudem sind beide stationären Lösungen auch im Formfaktor sehr unterschiedlich und so dürfte auch die Haptik für jeden ein individuelles Entscheidungskriterium darstellen.

Unten ifi audio NEO iDSD, oben links xDSD Gryphon, oben rechts Astell & Kern Acro CA1000



Besonderheit


Eine für mich absolut geniale Eigenschaft möchte ich nicht unerwähnt lassen. Da ich selbst über keinen festen Arbeitsplatz verfüge, halte ich meine Augen immer nach besonders mobilen Lösungen offen. Als ich festgestellt hatte, dass das Netzteil 5V Spannung bei max. 2A liefert, habe ich natürlich wie beim SPL Phonitor One D geprüft, ob auch ein Akku für den Betrieb des NEO iDSD genutzt werden kann.

Musste ich beim SPL noch einen 12V-StepUp-Wandler nutzen, lässt sich der NEO iDSD mit einem Kabel USB auf Hohlstecker ohne Umwege betreiben. Dafür reicht im Prinzip eine beliebige Powerbank mit 5V/2.4A aus. Der Sinn dahinter ist, dass ich so maximal unabhängig von einer 230V-Steckdose bin. Für meine Mobilität nutze ich eine 20.000 mAh Powerbank mit PD (Power Delivery) und bis 100W-Leistungsabgabe.

MIt dieser Powerbank ist es gar kein Problem über einen kompletten Arbeitstag mit dem MacBook Pro M1 16″ und dem NEO iDSD als DAC/KHV selbst beim Schneiden und berechnen von Filmen zu kommen. Nutzt man eine 10.000 mAh Powerbank exklusiv für den NEO iDSD, dann sind ebenfalls locker 10 Stunden Betrieb drin. Schöner Nebeneffekt: Störungen aus dem 230V-Netz werde damit auch uninteressant. 😀





Fazit


Der ifi audio NEO iDSD ist für eine Investition von 799,-€ (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts) eine Alternative für jeden musikliebenden Menschen, der ein vergleichsweise kleines, stationäres Gerät mit einfacher Handhabung bevorzugt und dabei nicht auf hervorragenden Klang verzichten möchte. Manche Kopfhörer-Boliden liegen außerhalb seiner Komfortzone. Antreiben kann er all und die meisten Kopfhörer auch mit ordentlichen Reserven. Mit der Möglichkeit der vertikalen und horizontalen Aufstellung und sogar des Betriebes mittels Powerbank lässt sich zudem der NEO iDSD nahezu in jedem Setup integrieren.

Unterm Strich liefert der NEO iDSD unkompliziert und schnörkellos auf hohem Klangniveau ab.
Einfach einschalten und genießen!


Bewertung

  • 96%
    Klang - 96%
  • 92%
    Leistung - 92%
  • 92%
    Kopfhörereignung - 92%
  • 94%
    Handhabung - 94%
  • 94%
    Design - 94%
  • 98%
    Verarbeitung - 98%
  • 94%
    Konnektivität - 94%
  • 96%
    Verpackung & Lieferumfang - 96%
94.5%

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Klangfreund"M"

Klangfreund"M"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker und ein Klangfreund mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern; liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur; OverEar-Lineup: Hifiman HE1000v2, HEDDphone, Meze Liric & 109 Pro, Austrian Audio Hi-X65, Avantone Pro ; InEar-Lineup: Sennheiser IE900 & IE600, iBasso iT07, Fiio FD1; Dauerhaft eingesetzte DAPs: Cayin N8ii, Astell & Kern SR25ii; Kopfhörerverstärker im Bestand: Cayin HA-3A, Jan Meier Corda Country, ifi Audio GO Bar, Topping DX5