Final UX3000 & ZE3000 im Test – Preiswerte Bluetooth Kopfhörer vom japanischen Klangspezialisten

Es ist die Zeit gekommen, dass Final zu den traditionellen, kabelgebundenen Kopfhörern mit dem UX3000 nun auch einen OverEar Bluetooth-Kopfhörer in sein Portfolio aufnimmt. Dazu gesellt sich auch noch ein TWS, nämlich der ZE3000. Ich bin sehr gespannt, was für jeweils nur 139€ zu erwarten ist.



Werbung


Der Final UX3000 sowie der ZE3000 wurden mir leihweise von der Generalvertretung ATR – Audio-Trade zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!



Vorwort


Eigentlich wollte ich mir die beiden High-End Kopfhörer von Final anhören, doch irgendwie hatte ich dann mehr Interesse an den neuen und sehr preiswerten Bluetooth Geräten. Wenn Final auf diesen Zug Mainstream-Zug aufspringt, dann doch sicherlich nicht, um nur Durchschnitt abzuliefern, oder?




Verpackung & Zubehör


Beide Kopfhörer werden in weißen Verpackungen mit aufgedruckten Bildern der jeweiligen Kopfhörer und den wichtigsten technischen Daten geliefert.

Zum ZE3000 gehören neben den üblichen Papieren 5 Sätze Tips sowie ein kurzes Ladekabel für das Case zum Lieferumfang.
Der UX3000 sitzt im Inneren in einem transparenten Kunststoffträger und bringt ein Ladekabel und ein 3,5mm Klinke-Kabel mit.

Das war es im Prinzip auch schon.



Design, Verarbeitung & Tragekomfort


Was beide Kopfhörer gemein haben ist die sofort auffällige Oberfläche mit SHIBO-BEschichtung, welche mir bisher nur von hochwertigen Kameragehäusen bekannt war. Diese Beschichtung verleiht zum einen einen sehr edeln Look, ist griffig und verhindert hervorragend die Anhaftung von Schmutz und Fingerabdrücken. Beide Kopfhörer wirken deutlich edler, als es bei dem Kaufpreis zu vermuten wäre.

Die Verarbeitung der einzelnen Gehäuseteile sind sowohl beim UX3000 als auch beim ZE3000 und dessen Ladecase erstklassig. Allein das Anfassen beider Geräte erzeugt das Gefühl “Premium” in der Hand zu halten.

Der UX3000 wird als OverEar-Kopfhörer angeboten, tatsächlich sind seine Polster jedoch so klein, dass er bei mir eher als OnEar-Kopfhörer funktioniert. Die Polster sind dabei so weich, das mich das jedoch hinsichtlich des Tragekomfort nicht stört. Der Anpressdruck sowohl seitlich als auch vom Kopfband auf den Kopf sind in einem Rahmen, dass die Pads gut abdichten, der Kopfhörer einen guten Halt hat und ich ihn lange Zeit problemlos tragen kann.

Der ZE3000 besitzt zwar nach außen sichtbar eine kantige Form, doch mit den korrekt gewählten Tips lässt er sich problemlos einsetzen. Schon nach kurzer Zeit nehme ich die InEars kaum noch wahr und muss sie auch bei längerem Tragen nur sehr selten neu positionieren.




Technik & Handhabung


Beide Kopfhörer setzen auf Codecs SBC, AAC und aptX sowie Bluetooth 5.0 (UX3000) und 5.2 (ZE3000). Beide sind schnell mit dem Smartphone verbunden und danach direkt nach jedem erneuten Einschalten sofort nutzbar. Also Aufsetzen und sofort loslegen, insoweit auch Bluetooth beim Zuspieler eingeschaltet ist. 😉

Das Aufladen beider Kopfhörer geschieht in etwa 2 Stunden, wobei der UX3000 laut Final eine Spielzeit bis zu 35 Stunden ohne und 25 Stunden mit ANC bietet. Der ZE3000 kommt in Summe ebenfalls auf 35 Stunden Spielzeit, wobei das Nachladen im Case nach 7 Stunden bereits eingerechnet ist.

Der TWS Kopfhörer kommt ohne ANC aus, dafür hat er Touch-Kontrolle bei beiden Gehäusen während der Bügelkopfhörer via Tasten links und rechts bedient werden muss. Beide Bedienkonzepte benötigen etwas Übung, halten sich aber an die gängigen Standards.

Das Ladecase des ZE3000 ist als klein zu bezeichnen und verschwindet problemlos in jeder Hosentasche. Der UX3000 wurde mit einem Klappmechanismus ausgestattet und so kann er problemlos im Rucksack oder sogar in einer etwas größeren Seiten- oder Innentasche einer Jacke verstaut werden.

Unterm Strich ist bei der Technik bis auf die Oberflächengestaltung nichts Neues zu finden, hier orientiert sich Final dann doch eher am Standard. Dem Käufer kommt es in jedem Fall entgegen. Die Handhabung ist vertraut und der Preis bleibt angenehm.



Externe Playlisten – Qobuz & Spotify


Ich habe in einigen Playlists Musik zusammengestellt, mit welchen sich Eigenschaften von Kopfhörern besonders gut heraushören lassen. Am besten Du hörst Dich selbst durch meine Playlisten durch.


Mit den folgenden Links gelangst du direkt zu den Anbietern. Es handelt sich um keine Affiliate-Links. Hast du bei den Streaming-Diensten kein angemeldetes Konto, kannst du jeweils knapp 30 Sekunden in die Songs reinhören. Eine Verpflichtung zu Anmeldung besteht dafür natürlich nicht.


Der folgende Link führt Dich zur Miniklangwunder-Spotify-Playliste und mit Klick auf die unten aufgeführten Banner gelangst du zu den Miniklangwunder-Qobuz-Playlisten. Diese werden sogar von Qobuz direkt unterstützt. Qobuz hat sie unter der Rubrik “Events & Medien” veröffentlicht. 🙂



Wer also maximal audiophiles Streaming nutzen möchte, klickt sich einfach zur Qobuz-Playliste von Miniklangwunder.

https://open.qobuz.com/playlist/4070201



Klang


Die klangliche Abstimmung beider Kopfhörer ist der Grund, warum ich sie gemeinsam in einem Artikel bewerte. Auf die Details gehe ich noch ein. Doch vorweg möchte ich sagen, dass es Final geschafft hat, zwei völlig unterschiedliche Kopfhörer sehr ähnlich abzustimmen. Egal ob mit dem Bügler und ANC für warme Ohren oder schnell mit dem TWS zwischendurch oder im Sommer, mit beiden Kopfhörern erhalte ich ein sehr ähnliches Klangerlebnis.

Eingangs nahm ich an, dass Final sicherlich nicht nur Durchschnitt liefert. Und in der Tat stimmt das und auch wieder nicht. Wie schon bei der Handhabung und Verarbeitung gibt es die wohl bekannte Standard-Bedienung und den typischen Materialmix, doch zugleich ist die Haptik und Verarbeitung über dem Durchschnitt.

Ganz ähnlich ist es beim Klang. Schon vom günstigen Preis ausgehend nutzt Final Standard-Treiber und integriert diese in entsprechend gestaltete Gehäuse. Zudem wird der Klang via des verbauten Chipsatzes angepasst. Heraus kommt eine jederzeit sehr angenehme und ausgeglichene Klangsignatur. Was die Klangqualität angeht, überraschen mich beide Kopfhörer mit einer überdurchschnittlichen Reproduktion was die Feinzeichnung und Separation angeht.


Anmerkung:

Im Notfall kann der UX3000 auch via Kabel betrieben werden. Das würde ich allerdings bleiben lassen, das macht zumindest mir keinen Spaß, da er seinen guten Klang dem aktiven EQ via Bluetooth-Betrieb zu verdanken hat.



Bass


Beide Kopfhörer spielen im Bass sehr präzise und konturiert, ohne dabei zu übertreiben oder den Tiefbass besonders zu betonen. Bei kräftig abgemischten Bass-Tracks kommt der notwendige Kick rüber, wenn auch nicht ganz so involvierend wie bei einigen anderen Klangkollegen. Dem positiv gegenüber gestellt ist der Bass aber auch nie zu überbetont.

Zwischen dem UX3000 und dem TWS ZE3000 gibt es im Bass nur geringe Unterschiede, die zudem sehr von den verwendeten Silikon-Tips abhängen. Mit den mir passenden Aufsätzen aus dem Lieferumfang klingt der ZE3000 für mich einen Hauch kräftiger und direkter. Der Oberbass bekommt etwas mehr Fülle und so werde insbesondere Stimmen auch etwas voller präsentiert als es beim UX3000 der Fall ist.

Das Einschalten des ANC bewirkt eine leichte Zunahme des Oberbasses beim UX3000, was jedoch draußen auf dem Weg zur Arbeit mit den Öffentlich von Vorteil ist. Trotz ANC dringen immer mal wieder Geräusche an das Ohr durch, was so kompensiert wird. In geschlossenen Räumen ist mir das dann allerdings zu viel und gelegentlich meine ich dann auch Bassdröhnen zu hören.


Mitten


Geht es um Stimmen und Instrumente klingen beide Kopfhörer sehr angenehm. Beide sehe ich hier klangtechnisch über Durchschnitt. Quer durch meine Playlists werden Stimmen und Instrumente sauber, klar und ohne Auffälligkeiten wiedergegeben, wobei der UX3000 die Mitten leicht nach hinten stellt, während der ZE3000 dort etwas mehr Energie freisetzt. Er betont etwas stärker den oberen Mittenbereich und ist insgesamt in der Abstimmung etwas mehr “W” als der UX3000 mit seinem “V”-Tuning.


Hochton


Der OverEar UX3000 spielt im Hochton etwas “klarer” und brillanter als der ZE3000. Der TWS bietet etwas breitbandiger Informationen im Hochton, tendiert dabei jedoch auch etwas gröber aufzulösen. Der UX3000 ist hier einfach etwas mehr “HiFi”.


Räumliche Abbildung


Was den Raum angeht, sind beide Kopfhörer eher auf der intimeren Seite der Klangreproduktion zu finden. Der ZE3000 geht allerdings noch deutlich direkter zu Werke als der UX3000. Schafft es dieser einen Raum aufzuspannen, der jeder Live-Aufnahme aus einem Pub oder kleinem Konzertraum gerecht wird, vermittelt mir der TWS immer das Gefühl, eine Studioaufnahme zu hören.

Davon ab schaffen es nur wenige InEar-Kopfhörer für mich weiträumig zu klingen, da muss schon ein Sennheiser IE600 her – sein Testbericht ist nur ein Klick entfernt – , der allerdings auch ein Vielfaches des ZE3000 kostet und zudem als kabelgebundener Kopfhörer noch weiteres Equipment voraussetzt.


Dynamik & Lautstärke


In diesem Bereich hat der ZE3000 allein schon deswegen Vorteile, da er als InEar-Kopfhörer direkt im Hörkanal platziert wird. Während ich den UX3000 problemlos auch bei voller Lautstärke hören kann, reicht mir beim ZE3000 70% der einstellbaren Lautstärke.

Genau da kommt auch die Dynamik ins Spiel, die mit dem ZE3000 einfach ein gutes Stück anregender möglich ist. Auch die Treiber scheinen etwas schneller zu sein, so dass besonders explosive Geräusche beeindruckender wiedergegeben werden.


Klangfazit


Gibt es nun einen Gewinner bei den beiden Kopfhörern?
Im Prinzip nicht, denn beide machen einen sehr guten Job. In ihrer Klangsignatur sind beide sehr ähnlich, wobei der TWS ZE3000 etwas direkter, dynamischer und mittenbetonter zu Werke geht. Mit dem UX3000 spielt alles etwas ruhiger und entspannter aber auch präziser.



Mini-Modifikation UX2000 – Meine Empfehlung!


Ich wäre ja nicht ich, wenn ich mir meine Testkandidaten nicht auch etwas genauer ansehe mit dem HIntergrund, was diese noch für einfache Modifikationen bieten, um den Klang zu verändern.

Wie bei alles TWS und IEMs lassen sich die ZE3000 natürlich mit unterschiedlichen Tips nahezu klanglich beliebig beeinflussen. Da Final sich hier nicht mit ungewöhnlichen Konstruktionen bei den Gehäusen und dem Case beschäftigt, passen hier viele Tips von Drittanbietern in das Case. Das ist nicht selbstverständlich.

Beim UX3000 gibt es noch eine sehr schöne Möglichkeit, ihn klangtechnisch etwas mehr in Richtung des ZE3000 zu bringen. Die Polster lassen sich mit wohldosierter Kraft vom Rand abziehen. Die Aufnahme ist unter Kunststoffnasen eingerastet. Auf der Innenseite der Polster befindet sich eine knapp 4mm dicke Scheibe aus Schaumstoff. Diese ist lose eingelegt und lässt sich einfach herausziehen.

Soll also auch der OverEar-Kopfhörer Stimmen und Instrumente etwas mehr in den Vordergrund bringen und auch etwas energetischer klingen, dann raus mit den Dämpfern und Freude haben!


Hinweis:

An dieser Stelle der Hinweis zur Gefahr, sich beim Aussetzen zu hoher Lautstärke das Gehör nachhaltig schädigen zu können. Das gilt besonders für die Benutzung von Kopfhörern im Allgemeinen.



UX3000 in Schwarz und ZE3000 in Weiß



Fazit


Wer Kopfhörer mit einfacher Bedienung sucht, die sich in Design und Verarbeitung etwas abheben und klanglich sich eher an eine ausgeglichene Reproduktion anlehnen, und wer auf unterstützende Apps verzichten kann, ist beim UX3000 und beim ZE3000 richtig. Beide ergänzen sich sehr schön in ihren möglichen Nutzungsszenarien sowie in ihrer klanglichen Abstimmung.

Beiden hat Final eine gemeinsame Grundabstimmung mitgegeben. Der TWS ist mit etwas mehr direkt dynamischen Klang und stimmlicher Präsenz ausgestattet und der OverEar lädt mit aktiver Geräuschunterdrückung und mit etwas mehr Raum für feinere Details eher zum Entspannen ein.

Mit der hier genannten Mini-Modifikation gefällt mir persönlich der UX3000 jedoch noch eine Spur besser, da er mich so etwas mehr in das klangliche Geschehen involviert.

Zum Preis von jeweils 139€ bietet Final mit dem UX3000 und dem ZE3000 mehr als nur durchschnittlich solide Kopfhörer an.


Bewertung


  • 88%
    Tiefbass - 88%
  • 92%
    Bass - 92%
  • 92%
    Mitten / Stimmen - 92%
  • 94%
    Mitten / Instrumente - 94%
  • 92%
    Obere Mitten - 92%
  • 94%
    Brillanz / Hochton - 94%
  • 90%
    Auflösung / Transparenz / Separation - 90%
  • 92%
    Dynamik - 92%
  • 88%
    Räumlichkeit - 88%
  • 100%
    Design / Konstruktion / Verarbeitung - 100%
  • 96%
    Tragekomfort - 96%
  • 100%
    Preis/Leistung - 100%
93.2%

Aufrufe: 413

Klangfreund"M"

Klangfreund"M"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker und ein Klangfreund mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern; liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur; OverEar-Lineup: Hifiman HE1000v2, HEDDphone, Meze Liric & 109 Pro, Austrian Audio Hi-X65, Avantone Pro ; InEar-Lineup: Sennheiser IE900 & IE600, iBasso iT07, Fiio FD1; Dauerhaft eingesetzte DAPs: Cayin N8ii, Astell & Kern SR25ii; Kopfhörerverstärker im Bestand: Cayin HA-3A, Jan Meier Corda Country, ifi Audio GO Bar, Topping DX5