BGVP DMG im Test – Basshead IEM und Verwandlungskünstler zugleich

Über englischsprachige Berichte auf Youtube bin ich auf den DMG neugierig geworden. Ein InEar der offensichtlich polarisiert. Wie klingt er in meinem Ohr… hop oder top?




Bezugsquellen – WERBUNG

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zum Preis von um 149€ erhältlich über Amazon.co.uk

Lieferumfang

Der BVGP DMG wird in einer weißen Schachtel, mit dunklen Einlegern und umfangreichem Zubehörr geliefert. Neben den vier Silikon-Tips und ein Paar Memory-Foams werden noch ein Paar Ohr-Halter aus Silikon geliefert sowie drei Paare auswechselbarer Klangfilter und ein auswechselbares Kabel mit MMCX-Steckeverbindern.


Verarbeitung

Die Gehäuse des DMG sind aus Metall gefertigt. Es gibt weder auffällige Spaltmasse oder Grate noch Beeinträchtigungen der Oberfläche. Die MMCX-Stecker des vieradrigen und flexiblen Kabels lassen sich problemlos in die Gehäuse einklicken. Die Klangfilter lassen sich durch das einwandfrei gearbeitete Gewinde sehr einfach austauschen. Sie dienen gleichzeitig als Tip-Aufnahme. Die Verarbeitung ist insgesamt ohne Kritik.


Technik

Im Inneren sind je Seite insgesamt 6 Treiber untergebracht, wovon zwei dynamisch sind und für den Bassbereich verantwortlich zeichnen und vier Balanced Armature Treiber für die Mitten und den Hochton zuständig sind. Die Impedanz liegt bei 18 Ohm und der Wirkungsgrad bei satten 110dB /mW. Das Anschlußkabel ist 1,2m lang und verfügt über einen 3,5mm-Stereo-Klinke-Stecker zum Zuspieler hin.

Tragekomfort


Die Gehäsue tragen etwas auf, da sie etwas tiefer gearbeitet sind, irgendwo muss die Technik ja Platz finden. Die Gehäuseform des DMG ist zur Ohrmuschel hin leicht gewölbt, so dass sie sich angenehm im Ohr einschmiegen. Auch bei diesen IEMs ist mehrstündiges Tragen absolut problemlos möglich. Die Kabel werden wie so oft um die Ohren herumgeführt. Anfangs war ich beim Kabel skeptisch, da ab dem Split die Kabel einadrig glatt sind. Durchgeflochtene Kabel wären optisch schöner gewesen, dafür gibt es beim DMG keine verhedderten Kabel mehr. Egal wie aus der Tasche gezogen, das Kabel entfaltet sich nahezu von alleine. Das trägt zum Tragekomfort und insbesondere zur Handhabung sehr positiv bei.


Klang

In dieser Disziplin polarisiert der BGVP DMG wie kein anderer bisher von mir getesteter IEM. Der DMG durfte gleich für zwei Videos auf Youtube herhalten. So wie er angeboten wird, möchte ich ihn im durchaus positiven Sinn als Basshead InEar bezeichnen. Der DMG ist alles andere als neutral, da helfen weder die Filter noch die unterschiedlich mitgelieferten Tips. Allerdings reagiert der DMG hervorragend auf Tip-Wechsel vom Drittmarkt. Wer aus dem Basshead einen nur noch angeregt spielenden Kopfhörer machen möchte, fährt gut mit längeren Tips, die etwas mehr Abstand zwischen Schallaustritt und Trommelfell schaffen. Für mich ist die Kombination aus silbernem Filter und Triple-Flange-Silikon-Tips meine bevorzugte Abstimmung des DMG. An dieser Stelle sei angemerkt, dass kein Ohr gleich ist und auch die Gehörgänge unterschiedlich lang und nicht gerade sind, so dass durchaus die her gemessene Klangkurve vom persönlichen Empfinden abweichen kann. Beim DMG wahrscheinlich deutlich hörbarer als bei InEars, die nicht so extrem gesounded sind.

Memory Foams (blau), Silikon Tips (grün), Double & Triple Flange (rot)



Out-of-the-box klingt der DMG überaus bassbetont und mit einem teils anstrengend werdendem Hochton während die Mitten auf einem vergleichsweise niedrigem Niveau verlaufen. So stelle ich mir eine optimale Badewanne vor. 😉 Ungeachtet dessen verarbeiten alle Klangtreiber hervorragende Arbeit. Ich höre keine Verzerrungen und auch unpräzise Wiedergabe gibt es beim DMG nicht. Auch wenn die Abstimmung gewöhnungsbedürftig ist, spielen Mitten und Hochton klar umrissen, während der Bass vom Tiefbass bis Oberbass klar konturiert ist. Lediglich Oberbass und Grundton sind angesichts der zurückgenommenen Mitten zu präsent, so dass der DMG oft schwermütig klingt. Wer sich Zeit nimmt, kann aber wie beschrieben den DMG deutlich frischer werden lassen. Dann nämlich wird die tonale Abstimmung deutlich heller und der DMG profitiert von seinen sehr guten technischen Voraussetzungen. Wären nun noch Tips im Lieferumfang gewesen, mit denen ich genau auch das Ergebnis hätte erreichen können, wären es einige Prozente mehr in der Klangbewertung geworden. Auch wenn ich einen schön präsenten Bass liebe, ist mir das etwas zuviel und hier gitb es leider die meisten Abzüge.

Vergleich

Einen echten Vergleich zum BGVP DMG habe ich nicht zu bieten, allenfalls der KZ ES4 und der 1More Dual der ersten Generation klingen für mich ähnlich, lassen sich aber nicht wirklich vergleichen. Deren Technik bietet einfach nicht das hohe Niveau des DMG, so dass auch Versuche der klanglichen Veränderung kaum Besserung bringen, wohingegen der DMG sich noch sehr gut anpassen lässt, ohne dass er an Präzision, Klarheit, Dynamik usw. einbüßt.


Fazit & Bewertung

Nachträglich angepasst spielt der DMG technisch großartig auf und macht einfach nur Spaß. Für den aufgerufenen Preis sicherlich nicht massentauglich. Wer aber genau diese bassgewaltige Abstimmung sucht, der darf und sollte beim DMG zugreifen. Der DMG steht für mich an der Spitze der Basshead IEMs aus dem Reich der Mitte.

Bewertung

  • Tiefbass
  • Bass
  • Mitten
  • Brillanz / Hochton
  • Dynamik
  • Räumlichkeit
  • Design / Verarbeitung
  • Kabel
  • Tragekomfort
  • Preis
4.2

Video & Galerie

Mark "MLSensai"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern  liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur  hört mit Over Ears: Focal Elex, Fostex TH-X00; Sennheiser HD58X; InEars: Brainwavz B400, iBasso iT01; DAPs: Fiio X7.2, Shanling M3s & M0