Fiio K9 Pro im Test – kompakter Kopfhörerverstärker mit BT & App Unterstützung

Fiio schickt mit dem K9 Pro einen handfesten, stationären Kopfhörerverstärker im Midi-Formfaktor ins Rennen. Mit Bluetooth-Anbindung und App-Unterstützung ist er in Sachen Features up to date. Hinzu kommt der attraktive Preis bei Veröffentlichung von 749,-€. Wie er sich gegenüber mir bereits bekannten Kopfhörerverstärkern positioniert, dazu nun mehr…


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Der Fiio K9 Pro wurde mir leihweise von der deutschen Fiio-Vertretung zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank dafür!



Vorwort


Fiio ist als Unternehmen in den sozialen Medien und insbesondere Facebook recht aktiv. Neben der Interaktion mit den Nutzern werden dort auch Produkte besprochen, die sich in Planung befinden. Beim K9 Pro wurde schon seit über einem Jahr bereits seit der Konzeptphase “Rücksprache” mit den potentiellen Käufern zu Features, Design und Preis gehalten. So ist der K9 Pro keine Überraschung und muss nun zeigen, wie Fiio das Feedback der Kunden integriert hat.


Verpackung & Zubehör


Der Fiio K9 Pro wird in einem stabilen und edlen Klappkarton geliefert. In ihm befinden sich neben dem K9 Pro eine Netz- und eine USB-Kabel, eine schraubbare Antenne, ein 6,3mm Klinke-Adapter und eine Feinsicherung sowie ein kleines Begleitheftchen.



Technische Daten


In folgender Tabelle habe ich die aus meiner Sicht interessantesten Parameter des K9 Pro übernommen*. Wer von Zahlen, Daten, Fakten nicht genug bekommen kann, darf ich auf die Parameter-Seite des Herstellers direkt verweisen. 😎

Gewicht2,75 kg
Abmessungen200mm x 225(255)mm x 76mm (B x T x H)
Betriebsspannung100V – 120V, 220V – 240V (Wechselspannung)
Kopfhörerimpedanzen16Ω – 600Ω
Frequenzbereich (balanced)5 Hz – 50.000 Hz +-3dB
THD+N (balanced)<1% (1kHz)
EingängeUSB-C, USB-B, 4.4mm, Optical Fiber, XLR, RCA (Cinch)
Kopfhöreranschlüsse1x 4pin XLR, 1x 6.3mm & 1x 4.4mm Klinke
Kopfhörerimpedanz (GAIN)16Ω (L), 32Ω (M), 300Ω (H)
Single Ended≥1.1W(16Ω / THD+N<1%, AUX IN)
≥2W(32Ω /THD+N<1%,AUX IN)
≥278mW(300Ω / THD+N<1%,AUX IN)
MAX Output Voltage>26Vp-p
Balanced Mode≥1.1W(16Ω / THD+N<1%,AUX IN)
≥2W(32Ω /THD+N<1%,AUX IN)
≥1.1W(300Ω / THD+N<1%,AUX IN)
MAX Output Voltage>51Vp-p
BluetoothBT 5.0, SBC/AAC/aptX & LL, HD, Adaptive, LDAC
DACHigh-End AKM AK4499
Dekodierung384kHz, DSD256, MQA
VerstärkerTHX-AAA 788+
Quelle: Fiio.com (*alle Angaben ohne Gewähr)
Ein- und Ausgänge der Rückseite, Beschriftung leicht ablesbar



Design & Verarbeitung


Gleich vorweg darf ich sagen, dass ich für den Preis von 749,-€ (Stand Januar 2022) was die Verarbeitung angeht, keinerlei Kritik übern kann. Das Gehäuse aus Metall in mattem Schwarz gehalten verfügt über feine Design-Elemente. Der Lautstärkeregler ist mit einer Mantelfläche aus Chrom eingefasst, welche zudem verschiedenfarbig illuminiert werden kann. Die Farbe gibt im Standard-Modus zugleich Auskunft über die Art und Sample-Rate des zugespielten Signals.

Damit ich aber auch ein paar kritische Punkte nenne, was im weiteren Verlauf nicht mehr vorkommen wird, gibt es folgende Kleinigkeiten, wovon die Empfindlichkeit des Lautstärkereglers für Fingerabdrücke für mich die höchste Priorität hat, denn egal wie vorsichtig ich bin, die glänzende Metallfläche ist immer etwas verschmiert.

Je vertrauter ich mit dem K9 Pro geworden bin, desto weniger musste ich für die Bedienung auf die Beschriftung sind. Zarte mittelgraue Beschriftung auf dem schwarzen Hintergrund ist für mich nur lesbar, wenn ich die LED meines Smartphones als Taschenlampe nutze. Trotzdem ist schnell abgespeichert, dass die Taste rechts unten zum Ein- und Ausschalten dient und die Taste daneben die Eingänge des K9 Pro durchschaltet. Die Schiebeschalter wiederum sorgen für die GAIN-Einstellung und daneben lässt sich die Betriebsart des K9 Pro einstellen. Den letzten Schalter habe ich bisher noch nie umstellen müssen. 😎

Alles andere ist sowieso selbsterklärend, kann aber den einen oder anderen vielleicht etwas stören. Und zugegeben, die Beschriftung beurteile ich deswegen als kritisch, weil ich diese auch bei normaler Beleuchtung am Abend nicht lesen kann, auch wenn ich nur aus einem Abstand von 20cm drauf schaue.

Tolles Design, Beschriftung jedoch nur im Winkel und ausreichend Beleuchtung gut ablesbar



Handhabung & Features

Im Design habe ich die Beschriftung kritisiert, was aber der Handhabung in der täglichen Nutzung nicht abträglich ist. Im Prinzip ist die Bedienung an einem Abend in Fleisch und Blut übergegangen. Und wem das Knop-Drücken zu viel ist, der Kann direkt mit der Fiio-App für die Steuerung einiger Funktionen weitermachen, die Lautstärke gehört allerdings nicht dazu.

So lassen sich nicht nur die Eingänge direkt wählen oder die Beleuchtung des Lautstärkereglers einstellen sonder auch in Sachen Klang gibt es noch eine Equalizer-Funktion, welche durch die App aktiviert werden kann. Was ich mit meinem iPhone 12 Pro Max allerdings feststelle ist, dass ich die App gelegentlich schließen muss, sonst wird mir zwar eine Verbindung zum K9 Pro angezeigt, doch meine Änderungen werden nicht übernommen.

Der Equalizer macht seine Sache gut. Es gibt diverse Presets, interessanter dürfte aber die Möglichkeit sein, selbst Profile zu erstellen. Wer also über mehrere Kopfhörer verfügt, kann diese je nach Gusto anpassen und sprechend als Preset in der App ablegen. Die Nutzung des EQ oder eine Auswahl der Presets ist allerdings nur mit der App und nicht direkt am Kopfhörerverstärker möglich.

Ansonsten heißt es einfach den K9 Pro mit einem Signal füttern, einen Kopfhörer anschließen und Spaß haben!

Was ich besonders gelungen finde, ist die Integration der 4pin-XLR Buchse, welche mit einer Abdeckung quasi “unsichtbar” bleiben kann. Dass so auch Kopfhörer älterer Generation mit einem XLR-Kabel ohne Umwege angeschlossen werden können, ist überaus lobenswert. Für die neuere Generation ist der symmetrische Ausgang via 4.4mm Pentacon-Buchse verfügbar. Für den unbalanced Betrieb steht eine 6,3mm Buchse zur Verfügung und via mitgelieferten Adapter auf 3.5mm sind da nahezu alle Kopfhörer nutzbar, Elektrostaten natürlich außen vor gelassen. 😉



Externe Playlisten – Qobuz & Spotify


Ich habe in einigen Playlists Musik zusammengestellt, mit welchen sich Eigenschaften von Kopfhörern besonders gut heraushören lassen. Am besten Du hörst Dich selbst durch meine Playlisten durch.


Mit den folgenden Links gelangst du direkt zu den Anbietern. Es handelt sich um keine Affiliate-Links. Hast du bei den Streaming-Diensten kein angemeldetes Konto, kannst du jeweils knapp 30 Sekunden in die Songs reinhören. Eine Verpflichtung zu Anmeldung besteht dafür natürlich nicht.


Der folgende Link führt Dich zur Miniklangwunder-Spotify-Playliste und mit Klick auf die unten aufgeführten Banner gelangst du zu den Miniklangwunder-Qobuz-Playlisten. Diese werden sogar von Qobuz direkt unterstützt. Qobuz hat sie unter der Rubrik “Events & Medien” veröffentlicht. 🙂



Wer also maximal audiophiles Streaming nutzen möchte, klickt sich einfach zur Qobuz-Playliste von Miniklangwunder.

https://open.qobuz.com/playlist/4070201



Wie klingt der K9 Pro?


Bei einem Verstärker von “Klang” zu reden, ist aus meiner Sicht nicht ganz korrekt. Ein Verstärker soll nicht klingen, sondern möglichst linear über den hörbaren Frequenzverlauf verstärken. Und das macht der Fiio K9 Pro auch. Im Vergleich zu anderen Verstärkern gibt es keine gravierenden Unterschiede. Allerdings sind im direkten Hörvergleich auch zwischen Kopfhörerverstärker Unterschiede wahr zu nehmen, wenn auch in Nuancen.

Zur Klarstellung vorab, der Fiio K9 Pro spielt definitiv auf Referenz-Nivau. Im Vergleich zum SPL Phonitor XE oder zum Acro CA1000 hat er im Bassbereich einen Hauch weniger Druck. In den Mitten insbesondere bei Gesang und Instrumenten sehe ich alle auf Augenhöhe. Im Hochton und Brillanz-Bereich sind der SPL und der Astell & Kern etwas seidiger und dennoch genauso klar unterwegs wie der K9 Pro. Er hat dort etwas weniger Kontrolle. Was sich jetzt gravierend anhört, dass habe ich beim Vergleichshören über mehrere Stunden mit verschiedenen Kopfhörern und Testsongs heraus gearbeitet.

Die Unterschiede sind dabei so gering, dass ich sie beim Streaming unter Spotify nicht heraushören konnte. Erst mit Qobuz war das mit einigen Hi-Res Aufnahmen für mich erfassbar. Am ehesten war das dann erst heraus zu hören, als ich den K9 Pro mit dem LineOut des Astell & Kern CA1000 gefüttert und mir meine Test-Songs im bitgenauen DSD-Format angehört habe.

Hifiman Edition XS am Fiio K9 Pro



Fazit


Für den Preis von 749,-€ (Stand 2022/01) bietet der Fiio K9 Pro Neben edlen Design und toller Verarbeitung eine Menge Features inklusive App-Steuerung mit einstellbaren EQ-Settings. Der K9 Pro ist ein Schweizer-Taschenmesser unter den Mid-Kopfhörerverstärkern und ist absolut zu empfehlen. Er ist auf dem Stand der Technik, was die Konnektivität und Variabilität angeht. Analoge Zuspielung ist genauso möglich wie der digitale Betrieb mittels DAC oder auch kabellos via Bluetooth. Nicht nur in Sachen Preis/Leistung ist er top, sondern mit THX-778 klanglich bereits auf Referenz-Niveau.

Von mir gibt es einen ganz dicken Daumen nach oben!


PS:
Im Home-Office wäre nun nach meiner Test-Periode auf meinem nicht existierenden Schreibtisch-Arbeitsplatz mit Sicherheit der Fiio K9 Pro anzutreffen.



Bewertung

  • 96%
    Klang - 96%
  • 92%
    Leistung - 92%
  • 96%
    Kopfhörereignung - 96%
  • 96%
    Handhabung - 96%
  • 92%
    Design - 92%
  • 98%
    Verarbeitung - 98%
  • 96%
    Konnektivität - 96%
  • 96%
    Verpackung & Lieferumfang - 96%
  • 98%
    Preis/Leistung - 98%
95.6%

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Klangfreund"M"

Klangfreund"M"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker und ein Klangfreund mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern; liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur; OverEar-Lineup: Hifiman HE1000v2, HEDDphone, Meze Liric & 109 Pro, Austrian Audio Hi-X65, Avantone Pro ; InEar-Lineup: Sennheiser IE900 & IE600, iBasso iT07, Fiio FD1; Dauerhaft eingesetzte DAPs: Cayin N8ii, Astell & Kern SR25ii; Kopfhörerverstärker im Bestand: Cayin HA-3A, Jan Meier Corda Country, ifi Audio GO Bar, Topping DX5