VAVA Moov 12 im Test – Preiswerter und guter Dual-Treiber InEar

Vor einigen Tagen hat mich ein kleines Paket von Amazon erreicht, in welchem sich der InEar-Kopfhörer von dem VAVA befunden hat, der Moov 12.


Das besondere an an diesem Kopfhörer ist, dass es sich um einen Dual-Treiber Kopfhörer handelt. Für gewöhnlich kosten gute Kopfhörer mit dieser Technik deutlich mehr. Umso interessanter ist die Frage, was der VAVA Moov 12 leisten kann und ob er es mit InEar-Kopfhörern bekannter Hersteller aufnehmen kann. Das werde ich in diesem Artikel genauer untersuchen und wie immer meine Eindrücke hier mitteilen.

Verpackung und Zubehör

Der VAVA Moov 12 wird in einer kleinen Pappkiste geliefert. In dieser befindet sich ein Hardcase, in dem wiederum der Kopfhörer verstaut ist sowie als Zubehör drei Sätze Silikon Aufsätze in verschiedenen Größen.
Insgesamt gibt es hier also keine Überraschung, es wird sich an die gängigen Standards gehalten und damit lässt es sich auch gut leben.

 

 

Design

Im Prinzip unterscheiden sich die Kopfhörer nicht von andere gängigen Modellen. So ist der Ohreinsatz des Moov 12 leicht abgewinkelt, damit er besser in den Gehörgang eingeschoben werden kann. Sehr schön ist dabei auch, dass die Tipps auf eine oval geformtes Ende aufgesetzt werden und somit nicht als runder Einsatz in die Ohren gesteckt werden, sondern sie selbst auch eine leicht ovale Form annehmen. Das kommt mir persönlich sehr entgegen, denn ich habe immer meine Probleme mit runden Silikon Tipps, Halt in meinen Ohren zu finden. Das funktioniert bei diesem Ohrhörer deutlich besser.

In der rechten Zuleitung befindet sich eine Kabelfernbedienung mit drei Tasten und einem Mikrofon. Alle vom Hersteller beworbenen Funktionen zur Bedienbarkeit des angeschlossenen Zuspielers, sofern unterstützt von diesem,  sind sowohl mit iOS als auch Android kompatibel. Das ist eine Besonderheit, denn oftmals funktioniert die Lautstärkeregelung bei Android nicht, was hier aber hervorragend integriert wurde. Sowohl Play/Pause als auch Lautstärke-Minus und Lautstärke-Plus funktionieren an meinem iPad Mini genauso gut wie an meinem Android Honor 8 Smartphone oder am Fiio X5 III High-Res Player. Das Freisprechen funktioniert ebenfalls tadellos. Das Kabel selbst ist etwa 1,20m lang und schön flexibel. Der 3,5 mm Klinke Stecker ist vergoldet ausgeführt und sein Gehäuse ist dabei so schmal, dass auch ein Einstecken in Handys mit Schutzhülle problemlos möglich ist.

Klang

Ich darf vorwegnehmen dass ich von dem Kopfhörer positiv überrascht bin,  was den Klang angeht. Für knapp des schmalen Preises von unter 30 € hätte ich „weniger“ erwartet.
Ordentliche Dual-Treiber Kopfhörer Kosten sonst deutlich mehr. Natürlich sagt der Preis erst einmal nichts über die Klangqualität eines Kopfhörers aus. Allerdings habe ich es bisher so erlebt, dass erst ab 100€ einigermaßen Klangqualität zu erwarten war.
Der VAVA Moov 12 legt die Messlatte im Low Cost Bereich ein ordentliches Stück höher.

Seine Abstimmung ist so gewählt, dass ich mit ihm stundenlang unterschiedliche Musikrichtungen hören kann, ohne dass mich irgendetwas dabei nervt. Das bedeutet im Einzelnen, dass ein sehr schöner Bass vorhanden ist, der weder zu aufdringlich noch zu schwach ist. Bei „fett“ abgemischt Stücken macht der VAVA Moov 12 auch ordentlich Druck im Bassbereich ohne zu übertreiben. Im Mitten Bereich ist es so, dass der Kopfhörer hier sehr schön aufgelöst spielt und Stimmen sehr schön klar und authentisch wiedergeben werden, allerdings leicht zurückgenommen, was mir persönlich sehr gefällt. In den oberen Mitten und im unteren Hochtonbereich spielt der Moov 12 jedoch etwas bescheiden auf, was bei einigen Musikstücken sich anhört, als müsse man einen Vorhang aufziehen, um alles klar hören zu können. Im Superhochton passt allerdings wieder alles, dass der Vorhang-Effekt dadurch etwas gemindert wird, denn so kommen Details trotzdem zur Geltung und runden den Moov 12 nach oben hin wieder ab.  Es gibt keine Frequenzbereiche im Hochton, die mich nerven oder wodurch Sibilanten unangenehm zu hören wären, jedoch klingt der Moov 12 mitunter etwas zu „smooth“. Schon nach einigen Minuten gewöhnt man sich jedoch an diese Signatur und vielleicht auch gerade deswegen lässt sich mit dem VAVA Moov 12 lange ermüdungsfrei Musik hören. Insgesamt klingt der VAVA Moov 12 jedoch noch ausgewogen und wie zumeist für InEar-Kopfhörer üblich, dichtet er Außengeräusche sehr gut ab.

Sicherlich wird die Abstimmung des Kopfhörers nicht jedem gefallen. Im Vergleich möchte ich sagen, dass der Vava Moov 12 einem Sennheiser HD 650 Kopfhörer nicht unähnlich ist, denn auch der Sennheiser ist eher dunkel abgestimmt. Beim Moov 12 kommen feine Akzente für mein Dafürhalten jedoch etwas besser zu Geltung. Das mag ein Vorteil der Dual-Treiber Technologie sein. Der Vergleich InEar zu offenem OverEar soll hier nicht als Bewertung verstanden werden und schon gar nicht möchte ich hier den Sennheiser HD650 und den VAVA Moov 12 auf eine Ebene stellen. In Sachen Auflösung, Dynamik und Räumlichkeit sind da schon erhebliche Unterschiede.

Der Vergleich zu einem millionenfach im Umlauf befindlichen InEar liegt da vielleicht näher. Da es doch einige Besitzer von Samsung Smartphones gibt, habe ich mir mal die Kopfhörer angehört, die dort im Lieferumfang bei der S-Serie dabei waren. Diese hören sich im Vergleich zu Beigaben anderer Hersteller zu ihren Smartphones gar nicht schlecht an. Der VAVA Moov 12 klingt ähnlich, nur insgesamt deutlich besser. Die Messungen zeigen auch, dass gerade im Hochton der Klang etwas ausgeprägter ist. Hier wiederum ist der VAVA Moov 12 in allen Kategorien den Samsung InEars überlegen und ein durchaus sinnvolles Upgrade.

 

Was bedeutet das alles nun an konkreten Beispielen?

Ich werde hier nun die aufgeführten einzelnen Musikstücke nicht ins Detail zerlegen. Sehr wohl werde ich aber auf diesen „Vorhang-Effekt“ besonders achten und benennen, wo mir dieser auffällt und wo er eher keine Rolle spielt. Allgemein ist mir aber aufgefallen, dass bei sehr leisem Hören dieser Effekt fast immer vorhanden ist. Bei einer Lautstärke, wie ich sie auf den Weg zur Arbeit nutze, sind da die Unterschiede deutlich offensichtlicher. Daher beziehe ich mich bei den Hörproben auf die Auffälligkeiten bei dieser Lautstärke.

 

Max-O-Man von Fourplay : Der Bass kommt schön akzentuiert, jedoch nicht übertrieben. Die Instrumentierung ist sehr schön heraus zu hören. Die Akzente im Hochton sitzen perfekt. Insgesamt klingt dieser New Jazz mit dem Moov 12 gut und macht Lust auf mehr.

Hail to the King von Avenged Sevenfold :  Bei Heavy Metall ist mir der Mittenbereich oft zu aufdringlich, hier jedoch fehlt mir sogar ein klein wenig, denn genau in dem Bereich, in dem der Moov 12 seine leichte Schwäche hat, spielt sich viel in diesem Genre ab. Alles klingt etwas bedeckt.

When she sings to me von Jeff Cascaro : Hier fällt mir im Bereich des begleitenden Schlagzeugs auf, dass die Snare Drum leicht verhangen spielt. Jedoch gefällt mir die Wiedergabe mit Bassbetonung und der Gesang von Jeff sehr gut. Auch hier sind brillante Töne durch die separate Hochtonwiedergabe vorhanden.

Suliman von Infected Mushroom : Von Anfang an reißt mich dieser Song mit. Da läuft der VAVA Moov 12 zur Höchstform auf. Da liefert er einfach ab. Hier habe ich nicht im Ansatz den Eindruck des „Vorhang-Effekts“. Tolle Vorstellung.

Do you don’t you von Haywyre : Wie schon direkt zuvor ist die elektronische Musik offensichtlich das Vorzeige-Genre des Moov 12. Auch hier kräftige Bässe und crispe Höhen. Das passt.

Moan von Trentemöller im Remix : Hier ist Bass pur angesagt, das ist mir schon fast zuviel, alles andere ist gut. Auch hier zeigt sich wieder, dass der VAVA mit dieser Art von Musik die beste Figur macht.

 

Bei diesen Hörproben ist mir zudem aufgefallen , dass der Moov 12 bei sehr hoher Lautstärke dazu neigt, unsauber zu werden was den Hochton angeht. Der Bass wird immer kräftiger bis zum Ende, bleibt aber kontrolliert… nur für mich dann deutlich zu laut. 🙂

 

Fazit

Wer nur wenig Geld für ordentlichen Klang investieren möchte, der ist mit dem VAVA Moov 12 bestens beraten. Mit einem einfachen Equalizer-Setting im Zuspieler mit einer Anhebung bei 4 und 8 kHz verschwindet dann auch der von mir genannte Vorhang-Effekt. Der VAVA Moov 12 ist nicht perfekt, bietet aber eine gute Grundlage. Insgesamt liefert er angemessen am Preis eine gute bis sehr gute Vorstellung ab!

 

 

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