Bluetooth Lautsprecher – MEK MUSICBox – (Geheim)Tipp

Understatement gefolgt vom Oho-Effekt. Der kann richtig Bass und noch mehr!

MEK_Bild

Technische Daten

  • 2x 6W Musikleistung
  • Bluetooth v3.0
  • Wiedergabe über AUX (3,5mm Klinke)
  • 16,3cm x 4.3cm x 6,3cm; 330gr
  • Rufannahme
  • Frequenzbereich lt. Hersteller 180-20kHz (spielt ordentlich hörbar runter bis 50HZ!!!)
  • etwa 10 Stunden Spielzeit

Bei der Frequenzangabe ist der Hersteller sehr zurückhaltend, das hat der Lautsprecher nicht verdient. Ich habe Frequenzmessungen durchgeführt und hier ist das Ergebnis.

mek_measurement

 

Schön zu sehen ist hier, dass selbst ohne Equalizer der Lautsprecher selbst 50Hz mit noch 55dB wiedergibt und 60Hz mit bereits 60dB. Die gelbe Kurve zeigt die Fähigkeiten des Lautsprechers, wenn im Bassbereich eine Erhöhung von 6dB mittels Equalizer vorgenommen wird. Der Lautsprecher setzt dieses sehr gut um, so dass diese Anhebung auch ohne Verzerrungen von der MUSICBox wiedergegeben wird.

Hier eine Hörprobe des Liedes „Funky Some“ mit Kunstkopf „Arti“ aufgenommen

und das gleiche Stück mit dem ZOOM H1 aufgenommen.

Weitere Klangbeispiele hier…

Design und Verpackung
Hier möchte ich mich nicht lange aufhalten. Der Lautsprecher kommt in einer einfachen und funktionellen Verpackung daher.
Die wichtigsten Informationen sind auf dem Karton aufgedruckt. Neben einem Bild der erhältlichen Varianten des Lautsprechers sind auf auf der Rückseite die vollständigen technischen Daten zu finden.
Vom Design ist der Lautsprecher ein einfacher Quader, eigentlich nichts besonderes. Sehr schön ist dabei jedoch, dass keine angeklebten oder aufgesetzten Teile vorhanden sind, da kann nichts abfallen oder klappern.
Am Kunststoffgehäuse gibt es jedoch an den Kanten einige kleine Ungenauigkeiten, was aber kaum der Rede wert ist.
Die Bedienelemente auf der Oberseite sind rund gestaltet. Jede Taste bedient separat eine Funktion wie folgt, also lauter, leiser, nächster und vorheriger Track, Play/Pause und Anrufannahme.
Das Design ist wie die Verpackung ebenfalls schlicht und wirkt auch gerade deshalb an keinem Aufstellort deplaziert.

Handhabung und Funktion
Die Druckpunkte der Taster sind sehr gut und der Lautsprecher reagiert unverzüglich. Der Lautsprecher verbindet sich gleichzeitig mit mindestens zwei Geräten, so dass abwechselnd Musik auf ihm gespielt werden kann.
Das ist nicht selbstverständlich für einen Bluetooth Lautsprecher, manche Hersteller bewerben das sogar als besonderes Feature. Wird der MEK Lautsprecher mit dem Klinke-Kabel benutzt, so bleibt eine zuvor eingerichtete Bluetoothverbindung bestehen und ein eingehender Anruf wird per Bluetooth angenommen. Die erste Verbindung klappt dank NFC (Bereich oben rechts) problemlos und schnell.
Insgesamt gibt es keine Überraschungen mit der Handhabung der MEK MusicBox.

Der Klang
Nun zum wichtigsten Punkt… dem Klang.
Eine Beurteilung des Klangs ist aus dem Grunde schon schwierig, da das Empfinden immer subjektiv geprägt ist und jeder seine Vorlieben hat. Mir geht es da nicht anders. Meine Vorliebe zeigt sich darin, dass ich auch eher zu einer „Badewannenkurve“ neige, sprich der Klang ein ordentliches Volumen im Bassbereich mitbringen und die Höhen klar wiedergegeben werden sollen. Die Mitten dürfen dabei nicht untergehen und auch soll es sich nicht anhören, als spiele der Lautsprecher hinter einem Schleier stehend.
Bei den kleinen Mono-Lautsprechern wird das natürlich etwas schwierig zu finden, doch einfach nur blechern sollen sie nicht klingen und verzerren schon gar nicht.

Zur Einstimmung hier das zugehörige Video bei Youtube. Bitte unbedingt per Kopfhörer ansehen, da der Ton insgesamt mit dem ZOOM H1 Mikrofon aufgezeichnet wurde und so der Klang nahe an das heran kommt, was ich hier in der Realität höre.


Die MEK MusicBox sieht nicht besonders spektakulär aus, die inneren Werte eröffnen sich jedoch dann, wenn man das erste Mal den Statuston für das Einschalten wahrnimmt.
Es ertönt ein satter und tiefbassiger Einschaltton, den man von diesem doch recht kleinen Lautsprecher nicht erwartet hätte. Hier komme ich noch einmal auf die Angabe des Herstellers zurück, Basswiedergabe ab 180Hz!?
Schon beim Abspielen meines immerwährenden Bass-Test-Songs von Feist „Tout document“ wusste ich, da geht es deutlich weiter runter. Warum der Hersteller hier so tiefstapelt kann ich nicht erklären.
Bei der REW-Messung ist jedenfalls heraus gekommen, dass sogar Bass von 50Hz noch mit etwa 55dB wiedergegeben wird.
Auch wenn einige Leser es nicht glauben wollen, der Denon Envaya Mini kommt bis auf 50Hz erst gar nicht runter!
Daraus macht Denon selbst auch gar kein Geheimnis sondern geht sogar aktiv damit um, und bewirbt die dynamische Klanganpassung mit den zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten. Über diese verfügt der MEK jedoch nicht, dennoch bietet er einen ordentlichen Klang. Bass ist natürlich nicht alles und ich vergleiche sonst nicht gern, doch der MEK hat ordentlich Potential in die Klasse eines Denon Envaya Mini hinein schnuppern zu können.
Nicht falsch verstehen. In der Grundabstimmung kommt der MEK nicht an die Linearität des DEM heran, doch mit Poweramp abgespielte Songs und unter Einsatz des Equalizers von Poweramp ist ein bemerkenswerter Klang aus dem Lautsprecher zu zaubern.
Ich komme zurück auf das Lied von Feist. Der Denon verliert den Vergleich mit dem MEK bei Betrachtung der Basslinie bei Einsatz von Poweramp.
Auch die Höhen gefallen mir etwas besser als beim Denon. Was macht nun aber der Denon besser? Der Denon bietet das Optimum an dynamischer Klanganpassung abhängig von der Lautstärke und des Eingangssignals.
Der Denon ist auch nicht mit der Wiedergabe von noch „mehr Bass“ überfordert, während der MEK dann doch die Segel streicht. Hier leistet die ausgefeilte Elektronik des Denon ganze Arbeit und hält den Lautsprecher stets stabil.
Das bietet die MusicBox leider nicht. Diese gibt über den Gesamten Frequenzbereich bei verschiedenen Lautstärken immer die gleiche Frequenzkurve wieder, nur eben um einige dB angehoben. Dabei fährt der Lautsprecher irgendwann natürlich auch in die Sättigung und fängt bei zu großzügiger Nutzung des Equalizers auch an zu übersteuern.
Perfekt wäre die MusicBox, wenn diese auch eine automatische Anpassung bei niedrigeren oder sehr hohen Lautstärken vornehmen würde. Vielleicht kann der Hersteller hier ja noch etwas nachbessern.

Vergleich
Eigentlich vergleiche ich die Lautsprecher nicht untereinander, doch die MEK Musicbox ist ähnlich groß wie der Raikko Pocket Beat 3.0, kostet mit 42€ knapp das Doppelte, hört sich aber deutlich erwachsener an.
Da gibt es noch andere Vertreter zu nennen, wie den Havit SK466, den Echtpower IP4 oder auch den kleinen Albrecht Maxtreme. Auch der Polaris V8 mit seinen vielen Funktionen steht wie die anderen genannten Lautsprecher rein klanglich eine Stufe hinter der MEK MusikBox.
Auch im Vergleich zu teureren Lautsprechern wie den Denon Envaya Mini oder dem JBL Charge 2 braucht sich die kleine MusicBox nicht verstecken. Um aber jedes Missverständnis zu vermeiden… Wenn jemand das hier als Ranking sehen möchte, dann bitte nur, wenn entsprechend mit einem Equalizer gearbeitet wird.
Direkt aus der Box klingt der MEK auch schon gut, doch da fehlt noch einiges an Volumen. Erst mit Einsatz eines Equalizers rückt er in die Nähe der deutlich teureren Referenzen und übertrifft diese sogar, wenn auch nur in einer von vielen Disziplinen, nämlich der Wiedergabe von Frequenzen deutlich unter 100Hz.

Fazit
Die MEK MusicBox ist klein, einfach gehalten und dennoch klanglich ganz groß.
Meine absolute Kaufempfehlung in der Klasse der Lautsprecher bis 50€!

Mark "MLSensai"

  • gelernter
  • Radio- und Fernsehtechniker mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern
  • liebt
  • eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz -> bildlich ein leicht nach links gedrehter, flacher Kreisausschnitt als Klangkurve
  • hört mit
  • Over Ears: Sennheiser HD700, Fostex TH-X00; InEars: Brainwavz B400, iBasso iT01; DAPs: Fiio X7.2, Shanling M3s

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