ER2SE & XR im Test – Etymotic goes Dynamic

Etymotic geht mit den ER2 nun den dynamischen Weg. Das ist äußerst interessant, ist der Hersteller aus Illinois doch Spezialist für beste Balanced Armature InEar Kopfhörer. Ein interessanter Versuch, den ich mir unbedingt näher ansehen und anhören muss…


 


WERBUNG
Die Etymotic ER2SE & ER2XR wurden mir für diesen Bericht leihweise von Headtek.de zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


Vorwort

Bereits Ende des Jahres 2017 berichtete ich vom ER3SE, der mich als InEar Kopfhörer mit nur einem Balanced Armature Treiber beeindrucken konnte. Ich war nicht wenig überrascht, als ich nun feststellte, dass Massdrop die ER2 InEar Kopfhörer von Etymotic veröffentlicht hat. 
Viel besser ist jedoch, dass nur kurze Zeit später die ER2 offensichtlich exklusiv in Deutschland über Headtek.de zu beziehen sind und das mit durchgängiger Verfügbarkeit, deutlich kürzerer Lieferzeit und – für den Fall der Fälle – natürlich mit gesetzlich geregelter Gewährleistung. 
Auf der Homepage von Etymotic selbst sucht man bisweilen – Stand April 2019 – Hinweise zu den ER2 jedoch vergeblich. Sehr interessant…



Inhalt

  1. Verpackung & Zubehör
  2. Design & Verarbeitung
  3. Tragekomfort & Handhabung
  4. Technische Daten
  5. Soundcheck & Hörproben
  6. Klangfazit
  7. Fazit & Bewertung
  8. Video & Galerie



1. Verpackung & Zubehör

zurück zum Inhalt

Da ich die Rundreise-Leihgeräte beider InEars erhalten habe, kann ich zur Umverpackung nichts sagen. Beide Varianten werden aber mit dem schon vom ER2 bekannten Case geliefert. Auch das Zubehör gestaltet sich sehr ähnlich. Neben zwei Paar Triple Flange Tips sind noch zylindrische Memory Foam Tips enthalten sowie eine Kabelklammer und einem Werkezug, um die Filter zu tauschen sowie zwei Ersatzfilter.



2. Design & Verarbeitung

zurück zum Inhalt

Die Etymotics heben sich im Design von allen anderen InEars dadurch deutlich ab, dass erst gar kein Versuch unternommen wird, sich irgendwie an die Hörmuschel anzuschmiegen. Die schmalen, langen, zylindrischen Gehäuse werden einfach tief in den Hörkanal eingesteckt und fertig. Die Gehäuse sind Dank des verwendeten Aluminiums stabil. Der Zylinder schließt mit den eingelassenen MMCX-Buchsen ab. Das Kabel wird in einem etwa 70° Winkel vom Gehäuse weggeführt. Die Verarbeitung ist rundherum einwandfrei.

3. Tragekomfort & Handhabung

zurück zum Inhalt

Das Einsetzen des InEars funktioniert wie angedeutet sehr einfach. Der ER2 wird in den Hörkanal geschoben, bis der Sitz angenehm fest ist. Ob da die breiten oder schmalen Triple Flange Tips sinnvoll sind, muss jeder für sich selbst ausprobieren. Mit Hilfe dieser Tips ergibt sich in jedem Fall eine absolut grandiose Abdichtung und Geräuschisolation von bis zu 35dB. Die Angst, sich beim Einsetzen verletzen zu können, ist bei vorsichtiger Handhabung unbegründet. Das Gehäuse verschwindet bei mir schon mit den großen Tips so weit im Ohr, dass der abgewinkelte Teil des Kabels unten am Ohr anliegt. Ich drehe das Gehäuse dann so, dass das Kabel nach vorn zeigt und somit nicht störend anliegt. So besteht die Möglichkeit – in meinem Fall werte ich es für mich als kleinen Nachteil – das Kabel auch über dem Ohr zu tragen.

ER2SE mit alternativem Kabel


Ein Kabel mit schmalen Steckergehäusen vorausgesetzt, besteht auch die Möglichkeit, andere MMCX-Kabel ohne Winkel anzustecken. Bei mir ergeben sich dadurch zwei Vorteile, nämlich erstens, dass der gewinkelte Kabelabgang nicht stört und das Kabel weiterhin herunterhängen kann und zweitens, dass ich die schmalen Tips nutzen kann und ich so durch tieferes Einsetzen meine Innenohr-Resonanzen positiv beeinflussen kann. Dieser Effekt ist nicht zu verachten, denn mit korrekter Platzierung, hier geht es um zehntel Millimeter, spielt der ER2SE bei mir komplett frei von für mich hörbaren Resonanzen.
Für Ohren, bei denen ein tiefes Einsetzen erforderlich ist, sind die Etymotic InEars mit dem mitgelieferten Kabel eventuell nicht ganz optimal, trotzdem geht es in Sachen Handhabung im Prinzip nicht einfacher als mit den zylindrisch schlanken Etymotic InEars. Zudem ist deren Tragekomfort nahezu perfekt.

4. Technische Daten

zurück zum Inhalt

Die Technischen Daten der dynamsichen ER2 sind schon aus dem Grund interessant, da sie im Gegensatz zu den Balanced Armature Geschwistern deutlich mehr Leistung benötigt, um deren Lautstärke zu erreichen. So sind als Maximum 120dB Lautstärkepegel angegeben, doch mit einem Wirkungsgrad von 96dB/mW liegen die ER2 etwa auf dem Niveau eines AEON Flow OverEar-Kopfhörers. Allerdings wird das dadurch etwas relativiert, dass der Treiber eines InEars deutlich näher am Trommelfell sitzt als der eines OverEar Kopfhörers.


Zum Vergleich, der ER3SE liegt bei 102dB/mW. Das bedeutet konkret, dass man den ER2 auch am Smartphone direkt betrieben sehr laut hören kann – eigentlich auch schon zu laut – und mit dem ER3 kommt man deutlich in Lautstärken, die das Ohr recht zügig nachhaltig schädigen können. Der ER2 spielt bei der selben Energiezufuhr etwa nur halb so laut, wodurch er am Smartphone nur mäßig laut betrieben werden kann. Die 35dB Geräuschisolierung sorgen allerdings dafür, dass von außen kommende Geräusche kaum mehr wahrnehmbar sind und somit auch die mäßige Maximallautstärke sich wieder relativiert.
Ich begrüße es, dass die ER2 einen vergleichsweise geringen Wirkungsgrad haben und dadurch nicht gefühlt mehr als doppelt so laut spielen können, wie so manche OverEar Kopfhörer. Das bedeutet aber nicht, dass die ER deswegen klanglich in irgendeiner Weise Nachteile hätten.
Im Gegenteil, durch die dynamischen Treiber spielen die ER2 in ihrer Klangkurve weitestgehend unabhängig von der Ausgangsimpedanz des Zuspielers. Reine InEars mit Balanced Armature Treiber reagieren schon oft bei mehr als 2 Ohm gerade im Bassbereich mit hörbaren Abweichungen zu ihrer vorgesehenen Abstimmung, oft wird der Bass dann dünner. Auch in den Mitten und Hochton gibt es Effekte, die sind aber eher gering.


Achtung
An dieser Stelle der Hinweis zur Gefahr, sich beim Aussetzen zu hoher Lautstärke sein Gehör nachhaltig schädigen zu können. Das gilt für die Benutzung von Kopfhörern im Allgemeinen und insbesondere bei InEars.



5. Soundcheck & Hörproben

zurück zum Inhalt

So… beim Thema Soundcheck muss ich die beiden ER2 erstmal einordnen, denn vergleichbar mit anderen InEars sind sie kaum. Um meine Vorurteile abzulegen und auch nicht dem New-Toy-Syndrom zu erliegen, habe ich die ER2SE nun mehrere Wochen getestet und immer wieder mit anderen InEars verglichen. Un ja, im Video zum ER2SE habe ich es bereits gesagt: “…und der klingt einfach super… und zwar klingt der super langweilig und zwar im besten Sinn meine ich das. Superlangweilig deswegen, weil der ist eben nicht gesoundet.”

Das hört sich zunächst so an, als gefielen mir die Etymotic InEars nicht. In gewisser Weise stimmt das sogar, wenn ich direkt zuvor andere Kopfhörer gehört habe, wie beispielsweise meine geliebten iBasso iT04. Die klingen einfach fetter, kräftiger, lebendiger und sind für mich absolut hervorragend abgestimmt, so wie ich es eben mag. Diese Abstimmung haben die Etymotic ER2SE nicht.
Deswegen klingen sie im direkten Vergleich zunächst langweilig. Das sind sind sie aber keineswegs. Wer sich an unterschiedlichen Signaturen erfreuen kann und “geübt” ist, sich in diese einzuhören, adaptiert den Klang schon nach wenigen Minuten.


Einen sehr guten Kopfhörer vorausgesetzt, zeigen sich die Stärken einer neutralen Abstimmung dann recht deutlich, denn schlecht produziertes Material wird schonungslos enthüllt. Auf der anderen Seite werden Details hörbar, die oft auch unbeabsichtigt für das Ohr überblendet werden, wenn Instrumente besonders herausgestellt werden sollen oder der Hochton noch einen Tick mehr Glanz bekommen soll. Oft kommt dabei der Bass leider etwas zu kurz, nicht so beim ER2SE, wie die Messung sehr schön zeigt.

Aufgrund des geringen Wirkungsgrades des ER2, habe ich dessen Leistungsfähigkeit mit unterschiedlichen Zuspielern geprüft.

Für diesen Eindruck dienen mir ein Iphone 6S+, ein Pocophone F1, ein Fiio M0, ein Fiio M6 und ein Hiby R6 sowie ein iFi xDSD und xCAN. Im stationären Bereich dürfen ADI-2 DAC, Inline AmpUSB EQ und ein Burson Playmate Everest den ER2SE antreiben. Die Smartphones und den Fiio M0 bewerte ich persönlich zwar als ausreichend, was die Lautstärke angeht, doch Luft nach oben ist dabei nicht mehr. Die anderen aufgeführten Geräte haben kein Problem, die von Etymotic 120dB und noch mehr aus den ER2 herauszukitzeln. Ich bilde mir auch ein, dass schon der Fiio M6 der Dynamik und Auflösung gut tut.


Alle anderen Spielpartner sind für den ER2 eigentlich schon längst Overkill, doch gerade mit dem ADI-2 DAC und dem ifi Audio Geräten können die ER2SE noch einmal etwas profitieren, denn diese können ihm zu einem mächtigeren Tiefbass und einer subtil größeren Bühne verhelfen. Insbesondere den xCAN habe ich in letzter Zeit sehr zu schätzen gelernt und nutze ihn sehr häufig in Verbindung mit meinem Smartphone via Bluetooth mit aptX oder AAC als mobilen und gleichermaßen potenten sowie hochauflösenden Kopfhörerverstärker, egal ob zu Hause oder im Büro. Das nur als kleinen Vorgeschmack auf den Bericht zum ifi Audio xCAN.

Klangsignaturen im Vergleich

Nun aber endlich zum subjektiven Eindruck, wie ER2SE und ER2XR im Vergleich klingen und auch im Vergleich zu anderen InEar Kopfhörern aus meiner kleinen Sammlung. Einstimmen möchte ich mit Messkurven der von mir getesteter Kandidaten.


Die Brainwavz B400 klingen insgesamt warm abgestimmt, fallen aber zu den Höhen deutlicher ab. Dennoch ist deren Auflösung sehr präzise, was nicht zuletzt den vier Balanced Armature Treibern zu verdanken ist. Auch wenn dieser InEar der einzige reine BA Kopfhörer hier ist, passt er in diesen direkten Vergleich hinein, spätestens wenn es um den Preis geht, denn der liegt ebenfalls im Bereich des Etymotic ER2. Der iBasso iT04 ist meine Referenz ist in Sachen voller Klang bei zugleich hoher Auflösung. Da kommt der Etymotic ER2XR nicht heran, trotz ähnlich verlaufendem Bassbereich. Bei dieser eher “spaßigen” Art der Abstimmung möchte ich gern für meinen Geschmack etwas Badewanne mit schöner Brillanz und Betonung im Hochton haben, wie es der iT04 perfekt vormacht, auch wenn preislich mit 599€ in einer anderen Liga spielt.


Das schafft der XR nicht, denn er ist wie vom Hersteller beworben eben nur im Bassbereich gegenüber dem XR2SE deutlich angehoben. Für meinen Geschmack einfach etwas zuviel, nämlich bis 600Hz reicht dieser Low-Shelf mit gut +10dB bei 20Hz. Im Vergleich zum SE klingt er nicht nur etwas dumpfer sonder auch im Bass ist er etwas unpräziser und maskiert etwas die oberen Mitten. Der SE klingt deutlich mehr nach Hifi. Am ifi Audio xCAN spielt der ER2SE mit eingeschaltetem xBass+ nahezu ideal, denn dort wird nur der Tiefbass moderat angehoben. Dadurch bekommt auch der SE einen sehr schönen Tiefbass-Rumble und wird absolut kinotauglich bei gleichbleibend hoher musikalischen Performance. Auch die Auflösung des ER2SE leidet nicht. Also perfekt, wie unten in der roten Messkurve zu sehen ist.


Freifeld kompensiert


Hörproben

Wie schon zu Beginn dieses Kapitels erwähnt, spielt der ER2SE im besten Sinne super langweilig. Was ich damit im Vergleich zu den anderen soeben kurz vorgestellten konkret meine und was mich daran so fasziniert, das werde ich nun an meinen Hörproben verdeutlichen.

„Butterfly“ Bruno Müller

Bei diesem Song klingen Kopfhörer gern dumpf und bedeckt, was an der Instrumentierung und der Abmischung liegt. Das Schlagzeug, der Bass und auch das Blasinstrument (Klarinette/Oboe) sind gleichberechtigt zueinander abgestimmt. Akzente in Brillanz und Hochton runden den Song ab.
Der iT04 verhilft dem Bass und der Bass-Drum zu einer für mich angenehmen Dominanz ohne dass der Track dumpf wirkt, da auch die Akzente mit dem iT04 betont werden.
Im Vergleich klingt der Etymotic ER2XE etwas zu dumpf, da ihm einfach das Gegengewicht zum Bass fehlt.
Der Brainwavz B400 mit seiner leichten Zurückhaltung im oberen Frequenzbereich profitiert vom abfallenden Bass unter 100Hz und klingt aus dem Grunde eher ausbalanciert. Hier treten jedoch das Schlagzeug und der Bass etwas in den Hintergrund.
Der Etymotic ER2SE stellt diesen Song absolut ausgewogen dar und schafft es durch seine lineare Darstellung mit leichtem Gefälle und der leichten Anhebung im Hochton absolut zu überzeugen. Jedes Detail ist problemlos zu hören, etwa die auf der Gehäusekante der Snare-Drum schlagenden Sticks oder das fein metallische Rasseln der Snare-Bespannung oder die sanften Einzelschläge auf den inneren Bereich das Crash-Becken, und zwar ohne dass der ER2SE das Stück analytisch auseinander nimmt. Der musikalische Genuss leibt trotz hoher Transparenz und präziser Auflösung erhalten. Ganz toll anzuhören.

„Stormy Monday“ Eva Cassidy

Hier brauche ich nicht viel zu schreiben. Hier flasht mich der Etymotic ER2SE ganz einfach. Der XR ist nahe dran, da der Bassbereich hier keine so große Rolle spielt. Am Ende ist er aber im Bassbereich im letzten drittel, dort wo plötzlich viel los ist, dann doch etwas zu dick im Bass unterwegs. Klarer Gewinner im Bereich Acapella, Unplugged und Live-Aufnahmen ist der Etymotic ER2SE.

„What if“ Kasia Lins

Eine furiose Basslinie kennzeichnet diesen Song. DIe Darstellung mit dem iT04 muss man mögen, das wird einigen Hörern sicherlich zuviel des Guten sein, das gilt auch für den ER2XR. Der B400 klingt hier leider zu basslastig insbesondere im Oberbass und ist für derart abgemischte Musik aus meiner Sicht nicht gut geeignet. Auch hier fehlt mir kleinem Basshead mit dem Etymotic ER2SE nichts. Der dynamische Treiber gibt den harten tiefbassigen Anschlag sehr schön nachdrücklich wieder. Der Gesang wird hervorragend passend wiedergegeben, ohne dass die Stimme verfärbt wird. Das wiederum passiert mir im direkten Vergleich insbesondere beim XR zu viel und Kasias klingt mir zu maskulin.

„The Flight of Apollo“ Angels & Airwaves

Dieses ist eines meiner Teststücke, die ich nicht immer zu Ende höre, da der direkte Gesang und die druckvollen Instrumente mich oft nerven und Details im Bass und Hochton akustisch verschlucken.

Dem wirkt aufgrund ihrer Abstimmungen iT04, B400 und auch in gewisser Weise der ER2XR entgegen, allerdings spielen hier der B400 und der XR leider nicht inspirierend. Hier gefällt mir der iT04 mit seiner Signatur am besten, ist aber dicht gefolgt vom ER2SE. Hier spielt der nämlich seine Stärke aus, in keinem Bereich so zu färben, dass es nervig werden könnte. Der Gesang ist immer noch etwas im Vordergrund, das ist für mich aber absolut in Ordnung. Details des Schlagzeugs und auch die Streichinstrumente sind schön einzeln hörbar, ohne dass es zu unguten Überlagerungen kommt.

“Spike’s Lament” Baby Mammoth


Etwas episch Elektronisches zum Schluss. Dieser Track strotzt so von Details und unterschiedlichen Betonungen, so dass in irgendeiner Art besonders gesoundete Kopfhörer die 7:50 Minuten sehr lang werden lassen könne. Mit dem iBasso iT04 fallen mir diese Betonungen aufgrund seiner Abstimmung in erster Linie im Bassbereich und an zweiter Stelle im Hochton auf. Beim ER2XR spielt mir der Bassbereich durchweg zu vordergründig.
Erst mit dem ER2SE sind mir Details aufgefallen, die ich beispielsweise mit dem iT04 so nicht wahrgenommen habe, weil eben deren im Stück eingebrachte subtile Betonung mir nicht aufgefallen ist. Auch hier glänzt der Etymotic ER2SE.

6. Klangfazit

zurück zum Inhalt

Insgesamt klingt der ER2SE für mich nicht nur zufriedenstellend, sondern stellt für mich den absolut besten Allrounder als InEar dar, den ich bisher gehört habe. Er kommt für mich allein des dynamischen Treibers und seiner breiten klanglichen Kompatibilität an den unterschiedlichen Zuspielern noch vor dem Etymotic ER3SE.
Bei den Hörproben habe ich mich nur auf die klanglichen Leistungen der ER2 pur bezogen. Nachholen muss ich hier noch den Höreindruck mit dem schon angesprochenem xBass+ des ifi Audio xCAN (xDSD). Damit wird der Etymotic ER2SE noch mindestens um eine Klangklasse besser und zieht für mich problemlos mit dem iBasso iT04 gleich, auch wenn beide eine unterschiedliche Abstimmung aufweisen. Preislich liegen beide – der SE im Paket mit dem xCAN und der iT04 – so auf ähnlichem Niveau, sogar mit leichtem Vorteil für den ER2SE.

Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch vorhanden, nämlich der vom Kabel übertragene Körperschall. Hier reagieren die Etymotic InEars technisch bedingt recht sensibel, Bewegungen an den Kabeln sollten daher möglichst vermieden werden. Mit dem Kabel über das Ohr gelegt, kann man dem etwas entgegen wirken, jedoch ist der iT04 da absolut überlegen.

7. Fazit & Bewertung

zurück zum Inhalt

Mit den ES2 InEar Kopfhörern hat Etymotic besonders mit der Studio Edition einen hervorragend ausgeglichen abgestimmten Dynamiker abgeliefert, der angesichts des Preises von nur knapp 180€ seinesgleichen sucht. Out of the Box erhält der ER2SE von mir in Summe eine sehr gute Wertung von 95,1%. Das ist schon nahe am Optimum und es sind noch 2 bis drei Prozentpunkte obendrauf, wenn er mit xBass+ betrieben wird. Diese “Nachhilfe” fließt aber natürlich nicht in die offizielle Wertung ein.

Die Bassanhebung des XR (Extended Response) wird sicherlich auch viele Freunde finden, mir jedoch ist der Low-Shelf eine Spur zu intensiv gegriffen und auch in der Frequenz zu weit gezogen. Das schlägt sich auch in der Bewertung nieder, so dass der ER2XR auf 89,5% kommt.

Unterm Strich sind diese Bewertungen aber auf jeden Fall eine Frage des persönlichen Geschmacks und sind somit natürlich subjektiv gefärbt. Dennoch geht meine uneingeschränkte Empfehlung an den Etymotic ER2SE, den ich sogar den deutlich teureren BA Geschwisern aus gleichem Hause vorziehe.

Eine, wenn nicht die InEar Überraschung in 2019!

Bewertung im Detail zum ER2SE

  • 93%
    Tiefbass - 93%
  • 97%
    Bass - 97%
  • 97%
    Mitten / Stimmen - 97%
  • 97%
    Mitten / Instrumente - 97%
  • 97%
    Obere Mitten - 97%
  • 97%
    Brillanz / Hochton - 97%
  • 94%
    Auflösung / Transparenz - 94%
  • 94%
    Dynamik - 94%
  • 92%
    Räumlichkeit - 92%
  • 99%
    Design / Konstruktion / Verarbeitung - 99%
  • 94%
    Tragekomfort - 94%
  • 90%
    Preis - 90%
95.1%

8. Video & Galerie

zurück zum Inhalt

Mark "MLSensai"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern  liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur  hört mit Over Ears: Focal Elex, Fostex TH-X00; Sennheiser HD58X; InEars: Brainwavz B400, iBasso iT01; DAPs: Fiio X7.2, Shanling M3s & M0