Mit dem Alba bringt der renommierte Hersteller Meze Audio erneut frischen Wind in die Welt der In-Ear-Kopfhörer. Zielgruppe? Musikliebhaber*innen mit Anspruch – aber begrenztem Budget. Für unter 200 Euro soll der Alba nicht nur gut klingen, sondern auch ein verlässlicher Begleiter für den Alltag sein. Ich habe ihn mir genauer angehört.
Werbung
Den Meze Audio Alba habe ich für diesen Test von www.thomann.de gekauft.

Vorwort – Musikgenuss für jeden Tag im edlen Gewand
Der Meze Audio (folgend Meze genannt) Alba ist im Prinzip an mir vorbei gegangen, bis Markus von www.kopfbox.de mir nahegelegt hat, ihn mir unbedingt einmal anzuhören. Es hat etwas gedauert, doch passend zum Urlaub habe ich mir den Meze Alba bestellt und ihn im Urlaub bei jeder Gelegenheit unter die Klanglupe genommen. Und was ich gehört habe, hat mich so schnell nicht wieder losgelassen.
Visuelle Gestaltung & Verarbeitung – Schlichte Schönheit trifft Funktion
Schon optisch macht der Meze Alba einiges her. Das Gehäuse besteht aus leichtem, aber stabilem Aluminium und zeigt sich in einem eleganten, perlmutt-silbernen Lack-Finish. Die Form ist ergonomisch rund ausgeführt – keine Kanten, keine Ecken, nichts, was störend wirken könnte. Die Passform ist hervorragend: Ob kleinere oder größere Ohren – mit den beiliegenden Silikontips in vier Größen sollte jeder eine gute Abdichtung finden, die für Klangtiefe und Komfort sorgt.
Der Steckerbereich ist mit 2-Pin-Anschlüssen versehen, was viele Nutzerinnen freuen dürfte – schließlich erlaubt dies künftig auch Upgrades bei Kabeln, falls gewünscht. Das beigelegte Kabel passt wunderbar zum Alba: Es ist silbrig-transparent, angenehm weich und frei von Mikrofonieeffekten oder störender Steifigkeit beim Tragen.

Zubehör – Das kleine Extra, das den Unterschied macht
Neben Kabel und Ear-Tips findet sich im Lieferumfang ein kleines, textilüberzogenes Transportetui – gerade groß genug, um die IEMs samt Kabel sicher aufzubewahren, aber auch kompakt genug für jede Hosentasche.
Meze liefert darüber hinaus noch ein geniales und zugleich völlig unpopuläres Detail. Besonderheit und echtes Alleinstellungsmerkmal ist der im Lieferumfang enthaltene USB-C Kabel-DAC. Dieser fungiert als Plug-and-Play-Adapter für Smartphones, Tablets und Laptops mit USB-C-Anschluss – ganz ohne zusätzliche Treiber. Das kompakte Modul ist nicht nur optisch mit dem Alba abgestimmt, sondern überzeugt auch klanglich: klar, rauschfrei und mit ausreichend Leistung, um das Maximum aus dem Alba herauszuholen. In der Praxis heißt das: Kein zusätzlicher Dongle nötig, keine Kopfhörerbuchse vermisst. Ein echtes Highlight für moderne Nutzer*innen.
Steckbrief
| Hersteller | Meze |
| Modell | Alba |
| Lieferumfang | 1,2m Kabel mit 2-Pin-Anschluss & 3,5mm-Stereo-Klinke Stecker, 4 Paar Tips, Mini-Case, USB-C Kabel-DAC, Bedienungsanleitungen |
| Preis* | 159 € |
| Gewicht | 14g |
| Verbindung | 2-Pin Buchsen |
| Wirkungsgrad | hoch (IEM), 109dB/mw @1kHz |
| Ausführung | InEar |
| Prinzip | 1x 10,8mm Dynamischer Treiber je Seite |
| Impedanz | 32Ω |
| Frequenzbereich | 15Hz- 25.000Hz |
* Preis Stand 08/25, Quelle: www.mezeaudio.com, ohne Gewähr
Test-Setup
| Spielpartner | Meze USB-C-DAC, ifi audio GOblu, Fiio JM21 |
| Mitspieler | – kein direkter Vergleich – |
| Auszug gehörter Musiktitel | “Hotel California” – Eagles (Classic Rock) “Take Five” – Dave Brubeck Quartett (Jazz) “Someone like you” – Adele (Rock/Pop) “Brick House” – Sarah K (Jazz) “Chocolate Chip Trip” – Tool (Heavy Metal) “Beale Street” – Jeff Cascaro (Jazz) “The Garden” – Llorca (Pop) “The Chain” – Fleetwood Mac (Classic Rock) “Janie’s got a gun” – Aerosmith (Rock) “Caramel” Chiara Civello (Singer-Songwriter) “‘S Wonderful” – Diana Krall (Jazz) “Fly me to the moon” – Lyn Stanley (Jazz) “Popular Secret” – Budepest Eskimos / New Line Edition (Lounge) |
Externe Playlisten – Qobuz & Spotify
Ich habe in einigen Playlists Musik zusammengestellt, mit welchen sich Eigenschaften von Kopfhörern besonders gut heraushören lassen. Am besten Du hörst Dich selbst durch meine Playlisten durch.
Mit den folgenden Links gelangst du direkt zu den Anbietern. Es handelt sich um keine Affiliate-Links. Hast du bei den Streaming-Diensten kein angemeldetes Konto, kannst du jeweils knapp 30 Sekunden in die Songs reinhören. Eine Verpflichtung zu Anmeldung besteht dafür natürlich nicht.
Der folgende Link führt Dich zur Miniklangwunder-Spotify-Playliste und mit Klick auf die unten aufgeführten Banner gelangst du zu den Miniklangwunder-Qobuz-Playlisten. Diese werden sogar von Qobuz direkt unterstützt. Qobuz hat sie unter der Rubrik “Events & Medien” veröffentlicht. 🙂
Wer also maximal audiophiles Streaming nutzen möchte, klickt sich einfach zur Qobuz-Playliste von Miniklangwunder.
Klangcharakter – Ausgewogen, druckvoll, musikalisch
Ich habe mich quer durch meine Playlisten gehört und die Musik mit dem Meze Alba sehr genossen. Um ihn kritisch bewerten zu können, habe ich insbesondere die im Test-Setup angegebenen Titel mehrfach intensiv gehört. Zu den ersten drei komme ich im weiteren Verlauf noch im Detail.
Hier nun mein Eindruck im Detail…
Bass – Fundament mit Tiefe und Kontrolle
Der Meze Alba beeindruckt im Tiefton mit einer sehr erwachsenen Darstellung. Bässe reichen überraschend tief hinab – selbst bis in den Bereich um 30 Hz. Dabei bleibt der Bass stets kontrolliert und integriert sich musikalisch stimmig ins Gesamtbild. Kein überladener Subbass, kein Dröhnen – vielmehr ein wohl abgestimmter Tiefgang, der elektronischen Tracks ebenso zuträglich ist wie klassischem Rock oder akustischen Sets. Das Tiefton-Fundament dient eher der musikalischen Untermauerung als der Dominanz – angenehm und kraftvoll zugleich.
Mitten – Natürlich, abgestimmt, verständlich
In den Mitten glänzt der Alba durch Balance und Natürlichkeit. Stimmen treten klar hervor, wirken präsent, ohne sich aufzudrängen. Instrumente sind präzise voneinander getrennt und behalten ihre Authentizität. Es entsteht keine analytische Trockenheit, sondern ein organischer Mittenbereich, der Wärme und Präzision optimal vereint.
Sowohl männlicher als auch weiblicher Gesang profitiert von dieser Abstimmung – alles klingt greifbar, aber nicht über-patiniert. Besonders erfreulich ist die Darstellung von akustischen Details wie Streichertexturen, Gitarrenanschlägen oder auch sanftem Klavierspiel – die Mitten bieten Luft und Raum.
Hochton – Detail, Funkeln, Wohlklang
Im Hochtonbereich zeigt sich der Alba ebenfalls ausgefeilt. Nie zu spitz, nie zu zurückhaltend, sondern genau auf dem schmalen Grat zwischen Detailverliebtheit und ermüdungsfreiem Musikhören. Ein gewisses “Funkeln” lässt sich nicht verleugnen: Hi-Hats perlen, Streicher leuchten und E-Gitarren-Soli besitzen Schimmer – ohne je zu schneidend zu wirken.
Die bewusst leicht zurückgenommenen oberen Mitten schaffen Raum für Luftigkeit im Hochton, ohne die Transparenz zu verlieren. Selbst bei langen Hörsessions bleibt der Klang angenehm und frei von scharfer Präsenz oder Sibilanz.
Dynamik & Feinzeichnung
In Hinblick auf die Dynamik hat mich der Meze insbesondere im Bass unerwartet beeindruckt. Nicht nur Druckvoll und mit ordentlich Energie sondern auch sehr dynamisch und konturiert. Das habe ich für den Preis nicht erwartet. Hier ist mir noch der Sennheiser IE600 im Ohr, der lange Zeit unter den rein dynamischen IEMs mein Favorit war. Der Alba steht dem in Nichts nach.
Die Feinzeichnung bietet der Alba in den Mitten und im Hochton ebenfalls außerordentlich gut, ohne jemals aufdringlich zu werden oder zu überzeichnen. Ein Analytiker ist der Alba jedoch nicht in meinen Ohren verglichen mit dem IE600.
Unterm Strich liefert der Meze Alba hier mehr als für den Preispunkt erwartet und kann sich mit deutlich kostspieligeren IEMs messen.
Klangbild & Bühnendarstellung – Ein IEM für alle Fälle
Die räumliche Darstellung des Alba ist überraschend großzügig: Die Bühne wirkt echt, nicht künstlich aufgeblasen. Breite und Tiefe fügen sich gut zusammen, Instrumente lassen sich präzise orten, ohne dass dies zu Lasten des musikalischen Flusses geht.
Der Meze Alba ist kein Studio-Tool mit analytischer Clinique, sondern ein leidenschaftlicher Allrounder mit audiophiler Seele. Wer Musik genießen möchte – quer durch Genres, Stimmungen und Formate –, findet hier einen verlässlichen, musikalischen Partner.
Klangbeispiele – Drei Genres, drei Erlebnisse
Classic Rock – Beispiel: “Hotel California” (Eagles)
Schon der Einstieg mit den akustischen Gitarren offenbart die Klarheit des Alba: Jede Saite ist klar definiert, das Gitarrenduo fein aufgeteilt im Raum. Sobald der berühmte mehrstimmige Gesang einsetzt, steht der Lead-Vocal angenehm mittig mit natürlicher Präsenz. Die Bassdrum schiebt sanft von unten, die E-Gitarren-Soli später im Track behalten ihre Glanzlichter ohne Härte. Der Alba balanciert Vintage-Feeling und technische Präzision souverän.
Jazz – Beispiel: “Take Five” (Dave Brubeck Quartet)
Der Alba zeigt sein Talent bei der räumlichen Separation: Saxophon, Klavier, Bass und Drums stehen in ihrer ganz eigenen Nische. Das ikonische Sax wirkt seidenweich und schmiegt sich an das filigrane Schlagzeugspiel. Der Upright-Bass pulsiert trocken und rund, das Klavier glänzt mit feiner Artikulation. Bei Jazz wird deutlich, wie ausgewogen und nuanciert der Alba aufspielt – musikalisch, aber auch analytisch belastbar.
Pop/Rock – Beispiel: “Someone Like You” (Adele)
Emotion pur: Adeles Stimme tritt klar, präsent und ohne Härte in den Vordergrund. Das Klavier trägt jedes Wort, jede Note, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Selbst dynamischere Passagen bleiben frei von Verzerrung. Auch moderne Popproduktionen mit elektronischen Beats oder Gitarrenlayern profitieren von der Fähigkeit des Alba, das Klangbild stets aufgeräumt und angenehm zu halten – ganz gleich, wie viel im Mix passiert.
Komfort im Alltag – EDC wie aus dem Bilderbuch
Was nutzt der schönste Klang, wenn er nach 30 Minuten drückt? Genau hier zeigt sich ein großer Pluspunkt: Der Meze Alba ist extrem bequem. Dank des geringen Gewichts, der geschmeidigen Gehäuseform und der gut gewählten Silikon-Tips sitzt der Alba auch über Stunden perfekt im Ohr.
In Kombination mit dem USB-C DAC ergibt sich ein mobiles Musiksystem, das weder große Player noch separate Dongles erfordert. Ideal für unterwegs – ganz egal, ob auf Zugfahrten, beim Spaziergang oder im Büro.

Fazit – Feinschliff zum Freundschaftspreis
Der Meze Alba ist nicht nur ein günstiger Einstieg in die Welt hochwertiger IEMs, er ist vielmehr ein durchdachter, musikalischer Alltagsbegleiter für jede Tageszeit und jedes Genre. Vom ersten Ton an vermittelt er das Gefühl von Sorgfalt und Leidenschaft – sowohl in der Abstimmung als auch in der Haptik und Ästhetik. Das mitgelieferte USB-C DAC-Kabel adelt den Alba zu einem modernen Komplettpaket, das sofort einsatzbereit ist – ohne zusätzliche Hardware.
Klanglich bietet er tiefe, druckvolle Bässe, ausgewogene und natürliche Mitten, sowie einen fein zeichnenden Hochton, der nie ermüdet. Dass dies alles in einem Preissegment unter 200 Euro gelingt, ist bemerkenswert – und macht ihn zu einem der interessantesten IEMs dieser Klasse.
Bewertung
Der Meze Alba ist mehr als Alltag – er ist audiophiler Genuss zum Mitnehmen.
Wer einen IEM sucht, der klanglich erwachsen klingt, im Alltag überzeugt und dabei weder die Ohren noch den Geldbeutel überstrapaziert, findet im Alba einen echten Geheimtipp. Ausprobieren lohnt sich – und wer ihn hat, wird ihn schwer wieder hergeben wollen. Mein Budget-Tipp für 2025!
🎧 Pro:
• Tiefer, präziser Subbass
• Ausgewogene, natürliche Mitten
• Hochton mit Funkeln ohne Übertreibung
• Sehr gute Bühnendarstellung
• Fantastischer Tragekomfort
• Hochwertiges Zubehör inklusive Transportetui
• Hochwertiger USB-C Kabel-DAC im Lieferumfang
• Exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis
🚫 Contra:
• Upper-Mids könnten für absolut kritische Hörer etwas zurückhaltend wirken
-
Tiefbass - 98%98%
-
Bass - 98%98%
-
Mitten / Stimmen - 94%94%
-
Mitten / Instrumente - 96%96%
-
Obere Mitten - 90%90%
-
Brillanz / Hochton - 96%96%
-
Auflösung / Transparenz - 96%96%
-
Räumlichkeit / Separation - 96%96%
-
Dynamik - 94%94%
-
Design - 100%100%
-
Verarbeitung - 100%100%
-
Konstruktion - 100%100%
-
Tragekomfort - 100%100%
-
Preis / Leistung - 100%100%


