Der FiiO K15 ist der kleinere Bruder des K17, übernimmt aber dessen Konzept aus klassischem HiFi-Design, modernem DAC mit zahlreichen Zuspielmöglichkeiten und kräftigem Kopfhörerverstärker nahezu eins zu eins. Lediglich bei Ausgangsleistung, DAC-Bestückung und dem Umfang des PEQ gibt es praxisrelevante Unterschiede, die ihn in eine etwas niedrigere, aber sehr attraktive Preisklasse einordnen.In diesem Testartikel schaue ich mir die Ausstattung, Bedienung, Klangqualität und Konnektivität des FiiO K15 genau an…

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Der Fiio K15 wurde mir von Hifi-Passion.de leihweise für deisen Test zur Verfügung gestellt. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken!
Vorwort
Ich war doch eingermaßen erstaunt, dass Fiio nach dem K17 – dessen Test ist hier zu finden – nun auch den K15 auf den Markt gebracht hat, der dem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich sieht. Lediglich die Rückseite zeigt unterschiede auf, was natürlich dem verändertem Inhalt zu schulden ist. Dazu später mehr. Aus meiner Sicht tut Fiio gut daran, das Gehäuse des K17 wiederzuverwenden, denn es geht nichts über diese Homage an Geräte der 90er Jahre, mit ihren runden Einstellschalter mit Griffsteg, an welche ich mich bei Pioneer nur zu gut erinnere. Was hat sich aber nun geändert zum K15, der für 599,-€ und somit 400€ günstiger über den Tisch geht, im Vergleich zum K17?
Gehäuse, Design und Bedienung
Optisch wirkt der K15 wie ein Zwilling des K17: Frontformat, Retro-Anmutung mit großen Drehreglern, zentrales Display und aufgeräumte Tasten-/Port-Anordnung sind praktisch identisch. Auch haptisch vermittelt das Metallgehäuse mit großzügigen Lüftungsöffnungen sowie klar definierten Rastpunkten an den Drehgebern ein hochwertiges, „klassisches“ HiFi-Gefühl auf dem Schreibtisch oder im Regal.
Auch der K15 verfügt über einen 3,93 Zoll großen LCD-Touchscreen (240 x 1020 Pixel), der eine intuitive und moderne Bedienung ermöglicht. Das Gehäuse misst erneut 244,6 x 213 x 66,8 mm, jedoch wiegt der K15 mit nur 2,1 kg über 600g weniger als sein großer Bruder, was sehr wahrscheinlich dem einfacheren Netzteil geschuldet ist.
Die Bedienung erfolgt wahlweise über das farbige Display mit klarer Menüstruktur, die Dreh- und Drucktaster an der Front, die Fernbedienung oder die App-Anbindung über die FiiO Control App. Für letztere wird der K15 einfach in das Netzwerk eingebunden und in der App dann über die IP bedient. Dadurch lässt sich der K15 sowohl als Desktop-Gerät in Griffweite als auch in einiger Entfernung im Regal stehend komfortabel steuern.



Technik und Anschlüsse
Innere Werte
Im Inneren arbeitet ein vollsymmetrischer Aufbau vom DAC über die analoge Ausgangsstufe bis hin zum Kopfhörerverstärker, der mit einem diskreten Class‑AB-Transistorverstärker und MJE243G/253G‑Transistorpaaren bis zu 3.000 mW pro Kanal bereitstellt. Als Wandler kommen zwei AKM AK4497S „VELVET SOUND“-DACs zum Einsatz, die hochauflösendes PCM bis 768 kHz/32 Bit und DSD512 verarbeiten und auf hohe Dynamik bei niedriger Verzerrung optimiert sind.
Für die digitale Signalverarbeitung stehen ein Ingenic X2000 Multi-Core-Prozessor, ein ESP32‑S3 für Systemsteuerung und Netzwerk sowie ein XMOS XU316 für die USB-Schnittstelle zur Verfügung. Neben USB bietet der K15 klassische Digitaleingänge (optisch, koaxial), Bluetooth mit LDAC/aptX Adaptive, LAN und WLAN, sodass er sowohl als USB-DAC, als Netzwerk-Streamer wie auch als zentraler Hub für lokale Datenträger genutzt werden kann.
Stromversorgung
Der K15 setzt auf ein integriertes, industrietaugliches Schaltnetzteil mit 30 W (12 V, 2,5 A), das einen sehr weiten Eingangsspannungsbereich von 85 bis 305 V abdeckt und für einen dauerhaften 24/7-Betrieb ausgelegt ist. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, ein externes 12‑V‑Netzteil (z. B. ein Linear-Netzteil) anzuschließen, um das Gerät auf Wunsch netzseitig weiter zu optimieren.
Wie auf dem Beitragsbild zu sehen, lässt sich der Fiio K15 wie in meinem Anwendungsszenario auch mittels Powerbank und 12V-Triggerkabel betreiben, wobei hier die 30W zu liefernde Leistung unbedingt beachtet werden sollten. In meinem Fall hängt der K15 am 45W Ausgang, was absolut ausreichend ist. Meine INIU_Powerbank bietet 92,5Wh und hält im Betrieb mit dem K15 im Lautstärkemix und bei Nutzung von Wifi und Bluetooth gute 7 Stunden durch.
Klang, 10‑Band-PEQ und Spielpaarung
Im direkten Vergleich mit dem K17 wirkt der K15 klanglich aus der Erinnerung sehr ähnlich: Die dualen AKM-DACs liefern einen ausgewogenen, detailreichen und zugleich angenehm musikalischen Charakter, der sich sowohl mit planaren Magneten als auch mit dynamischen Kopfhörern sehr gut verträgt. Die Verstärkerstufe spielt kontrolliert und souverän, ohne künstliche Schärfe, und gibt sowohl feindynamische Nuancen als auch grobdynamische Ausbrüche klar strukturiert wieder.
Beim parametrischen Equalizer bietet der K15 „nur“ 10 Bänder statt 32 wie beim K17, doch selbst damit lassen sich alle praxisrelevanten Anpassungen vornehmen, die für Kopfhörer- und Raumkorrekturen benötigt werden. Für den hier relevanten Anwendungsfall – gezielte Formung des Klangbildes einzelner Kopfhörer – ist der 10‑Band‑PEQ vollkommen ausreichend und ermöglicht ein sehr präzises Arbeiten, ohne das Gerät zu überfrachten.
In der Spielpaarung zeigte sich der K15 völlig unkompliziert: Mit In-Ears wie dem Deer Ear Audio Waldgeist, dem HiSenior Mega 7 und dem Kiwi Ears Orchestra 2 lief alles absolut störungsfrei, ebenso wie mit ausgewachsenen Kopfhörern vom Austrian Audio Composer über das HEDDphone D1 bis hin zum HEDDphone 2 GT – unabhängig davon, ob niedriger oder hoher Wirkungsgrad, alle Modelle spielten am K15 jederzeit souverän auf.

Erweiterte Konnektivität
Der FiiO K15 bietet wie schon der K17 eine beeindruckende Vielfalt an Ein- und Ausgängen:
• USB-C-Eingang (Front und Rückseite), unterstützt bis zu 768 kHz/32bit, DSD 512 und MQA-Volldecodierung
• Bluetooth 5.1 mit Qualcomm QCC5125 Chipsatz, unterstützt aptX, aptX HD, aptX Adaptive, LDAC und AAC
• Optischer Digitaleingang (TOS-Link)
• Koaxialer Digitaleingang (Cinch)
• Symmetrischer Line-Eingang (4,4mm) und Line-Ausgang (XLR)
• Unsymmetrische Line-Ein- & Ausgang (Cinch)
• Symmetrische Kopfhörerausgänge (XLR & 4,4mm)
• Unsymmetrischer Kopfhörerausgang (6,3mm)
• USB-A für den Anschluss von Datenträgern als Quell
• WLan
• Gigabit-LAN
Bedienung und Display
Das 3,93-Zoll-Touchdisplay zeigt nicht nur die wichtigsten Einstellungen, sondern auch einen VU-Meter-Visualizer, der besonders bei lokaler Wiedergabe und Streaming für eine ansprechende Optik sorgt. Die Menüführung ist logisch aufgebaut, mit klaren Tastenfunktionen für den Wechsel zwischen Arbeitsmodi und Menüeinstellungen. Allerdings gibt es einen schon beinahe erstaunlichen Umfang an Menüpunkten und Einstellmöglichkeiten in mehreren Ebenen, welche das Navigieren ab und etwas länger ausfallen lassen. Die orangene Grundfarbe der verwendeten Maske für das Displatheme ist nicht schlecht, wird aber nicht überall auf Jubel stoßen. Bleibt zu hofen, dass da noch deutlich mehr Themes von Fiio zur Verfügung gestellt werden.
Eine Infrarot-Fernbedienung liegt dem Gerät bei, was die Steuerung aus der Ferne erleichtert.
Externe Playlisten – Qobuz & Spotify
Ich habe in einigen Playlists Musik zusammengestellt, mit welchen sich Eigenschaften von Kopfhörern besonders gut heraushören lassen. Am besten Du hörst Dich selbst durch meine Playlisten durch.
Mit den folgenden Links gelangst du direkt zu den Anbietern. Es handelt sich um keine Affiliate-Links. Hast du bei den Streaming-Diensten kein angemeldetes Konto, kannst du jeweils knapp 30 Sekunden in die Songs reinhören. Eine Verpflichtung zu Anmeldung besteht dafür natürlich nicht.
Der folgende Link führt Dich zur Miniklangwunder-Spotify-Playliste und mit Klick auf die unten aufgeführten Banner gelangst du zu den Miniklangwunder-Qobuz-Playlisten. Diese werden sogar von Qobuz direkt unterstützt. Qobuz hat sie unter der Rubrik “Events & Medien” veröffentlicht. 🙂
Wer also maximal audiophiles Streaming nutzen möchte, klickt sich einfach zur Qobuz-Playliste von Miniklangwunder.
Klangeindruck
Beim K15 fasse ich mich im Prinzip kurz, denn ebenso wie beim K17 habe ich zu keiner Zeit das Gefühl gehabt, dass ich technisch irgendetwas beanstanden könnte. Auch der 10-Band-PEQ ist mehr als ausreichend, um den Klang individuell zu beeinflussen. Was die Leistung angeht, sind auch die bis zu 2x 3.000mW für alle meine hier im Einsatz befindlichen Kopfhörer mehr als genug. Auch ein HEDDphone 2 GT spielt laut und vor allem kontrolliert auf.
Wie unten zu sehen habe ich mir ein eigenes Klang-Setup für den Fostex TH900mk2 erstellt. Ich mag es, wenn dessen Tiefbass noch etwas mehr Energie erhält, dafür aber in den oberen Mitten ein wenig der Druck rausgenommen wird. All das lässt sich hervorragend einstellen, so dass es beim Hören jetzt nur noch heißt, das passende Setting auszuwählen und einfach genießen. Weiterhin zu sehen ist, für den Fostex reicht auch bereits die zweite von fünf Gain-Stufen aus, um einen vernünftigen Regelbereich mit dem K15 zu haben und dabei noch über genug Reserve nach oben zu verfügen.

Achtung – Apple Nutzer
Mit der Fiio-Control App ist der K15 bei der Ersteinrichtung in der App unter “Abspielgerät” zu finden. Somit gibt es auch mit einem iPhone keine Einschränkungen hinsichtlich der Möglichkeit, der individuellen Klanganpassung mit dem 10-Band PEQ.
Fazit
Mit bis zu rund 3 W Ausgangsleistung an der Kopfhörerbuchse liefert der K15 nur unwesentlich weniger Leistung als der K17, bietet aber dennoch für alle dort genannten Kopfhörer mehr als genug Reserven für auch einmal richtig laute Musikwiedergabe. Selbst hochohmige oder wirkungsgradschwache Modelle werden souverän angetrieben, sodass sich der K15 problemlos als zentrale Schaltstelle im stationären Setup einsetzen lässt.
Klanglich liefern die AKM-DACs im K15 hervorragend ab, und auch der 10‑Band‑PEQ lässt keine Wünsche offen, wenn es darum geht, den Klang an persönliche Vorlieben oder bestimmte Kopfhörer anzupassen. Wer genau diesen Formfaktor mit technischem Retro-Look sucht und keinen Wert auf die allerletzte Leistungsreserve oder 32‑Band‑PEQ legt, ist mit dem K15 zu einem moderaten Preis bereits sehr gut bedient.
Bewertung
Fiio K15
-
Klang - 94%94%
-
Leistung - 90%90%
-
Kopfhörereignung - 100%100%
-
Handhabung - 90%90%
-
Design - 98%98%
-
Verarbeitung - 100%100%
-
Konnektivität - 100%100%
-
Verpackung & Lieferumfang - 100%100%


