Fiio X5 III im Test – HighRes Audio Player der Extraklasse

Wie schlägt sich der Star im Langzeittest?

Seit Anfang März ist der Fiio X5 der 3. Generation im Fiio-Shop Deutschland bestellbar. Der Fiio X5 III, so werde ich ihn im weiteren Verlauf bezeichnen, bringt eine Reihe von Neuerungen und sehr interessanten Eigenschaften mit, die nicht zuletzt durch die Nutzung von Android als Betriebssystem möglich werden.

Was mich besonders am X5 III im Vorfeld gereizt hat, waren jedoch andere Neuerungen, nämlich die Bluetoothfähigkeit mit aptX, die Wifi-Funktion und das auf Android basierende Betriebssystem.

Nun zu meinen Eindrücke im Detail…

 

WICHTIG

Die kleinen Mankos, die ich während des Tests des X5 III ausgemacht habe, sind sicherlich noch dem getesteten Firmwarestand v1.1.4 geschuldet. Die Firmware hat seit Erscheinen des X5 III bereits einige Verbesserungen erfahren, doch hier und da gibt es weiterhin Potential. Die Details nenne ich im Verlauf dieses Artikels.

 

Grundlegende Neuerungen oder nur brav weiterentwickelt?

Fiio selbst spricht bei dem X5 III von einer Revolution statt nur einem weiteren Schritt in der evolutionären Produktpflege. Wer sich in erster Linie mit den technischen Daten beschäftigt und das neue Betriebssystem zunächst einmal nicht betrachtet, wird bis auf den „Balanced Output“ und dem „Quick Charge“ auf den ersten Blick kaum weitere nennenswerte Veränderungen zum Vorgänger feststellen.

Bei Betrachtung der Messwerte fallen sogar vereinzelt zum Vorgänger in Nuancen vermeintlich schlechtere Werte auf, wobei ich bezweifle, dass diese Differenzen überhaupt für das menschliche Ohr erfassbar sind. Als Beispiel bildet der Fiio X5 III im Bereich von -3dB einen Frequenzbereich von 5Hz bis 55kHz am Kopfhörerausgang ab, der Vorgänger liegt bei 10Hz bis 65kHz. Das ist aber so, als führe man eine Auto, welches theoretisch auch 500km/h schnell fahren kann und das neue Modell bei 420km/h abregeln würde.

Auf der anderen Seite bringt der interne Verstärker nun mit jeweils mindestens 480mW, 250mW und 28mW (bei 16, 32, 300 Ohm) zum Vorgänger X5 II (436, 245, 27) durchweg verbesserte Werte mit. Im Vergleich zum Fiio X1 II (90, 70, 8) und selbst dem X3 II (224, 200, 24) sind die Unterschiede mehr als deutlich. So ist mein Fostex T20RP einer der schwersten anzutreibeneden Kopfhörer und mit dem Fiio X5 III komme ich in nun Lautstärkebereiche, bei denen es mit dem Fostex auch mal etwas krachen kann. Dennoch ersetzt der X5 III immer noch keinen reinrassigen Kopfhörerverstärker. Der Fostex ist beispielseise mit mis zu 3.000mW belastbar. Da sind dann Unterschiede in der Dynamik schon noch einmal anders möglich. Dennoch macht der Fiio X5 III einen hervorragenden Job für einen kleinen mobilen DAP.

 

Wo der Fiio X5 III aber richtig Punktet, ist die nun durch Android gegebene hohe Individualisierbarkeit dieses HighRes Music Players. Einhergehend bringt der Fiio X5 III nun auch die gängigen Möglichkeiten der Drahtlosverbindungen WLan und Bluetooth mit aptX mit. Mit der Möglichkeit beliebige Apps aus dem Playstore zu installieren dient der Fiio X5 III nicht nur als mobiles Abspielgerät für kabelgebundene Kopfhörer. Vielmehr lassen sich nicht nur beliebige Bluetooth Geräte mit CD-Qualität Dank aptX ansteuern, sondern auch WiFi-Streaming von und zu DLNA Geräten ist genauso möglich wie die Nutzung von Google Cast. Somit besteht selbst auf die gößte Musiksammlung, die auf dem heimischen NAS-System gespeichert ist, zu Hause zugriff. Auch unterwegs lässt sich eine sehr ordentliche Sammlung mitnehmen, denn dafür stehen 2x MicroSD-Steckplätze zur Verfügung, die mit derzeit je 256GB, also in Summe mit 512GB, bestückt werden können. Das sind insgesamt die für mich wichtigsten Argumente für den X5 III und ja, das ist in dem Preisbereich für knapp 450€ schon eine kleine Revolution!

 

Design

Das Design des X5 III muss man mögen. Es handelt sich um einen Zuspieler mit geometrisch kantigem Design. Das Gehäuse besteht aus Metall und während die Front komplett aus einem 3,97 Zoll TFT-Display besteht findet sich auf der Rückseite ebenfalls eine Glasschicht wieder. Auf beiden Flächen wurde ab Werk bereits ein Schutz aufgeklebt, was zu einer minimal spürbaren Kante führt. Wer diese nicht fühlen möchte, kann beide Schutzschichten abziehen, muss dann aber auf den Schutz verzichten. Die kleine Kante nehme ich gern in Kauf. In meinem Fall ist die Farbe Titan und sieht sehr edel aus. In den Farben Schwarz und Rot ist er ebenfalls erhältlich.

Der Fiio X5 III fällt mit 6,7cm x11,5cm x1,4cm und somit 108ml Volumen weder klein noch groß aus und mit 190gr im Vergleich zu einem 5-Zoll-Smartphone eher schwer. Die mitgelieferte sehr edle Schutzhülle aus Kunstleder schlägt bei Benutzung mit weiteren 30gr zu Buche. Eine etwas leichtere, transparente Silikonhülle wird ebenfalls mitgeliefert. Im Vergleich wiegt ein Honor 8 Smartphone 151gr, mit Hülle 170gr, und hat ein Volumen von 80ml, ist also insgesamt trotz größerer Grundfläche 20% leichter und „handlicher“. So muss das bei einem Smartphone auch sein, dass ich jederzeit in meiner Hosentasche trage und gefühlt 100 Mal am Tag in die Hand nehme. Das Smartphone soll quasi unspürbar als täglicher Begleiter sein.

 

Einen HighRes-Player wie den Fiio X5 III habe ich nicht immer in der Hosentasche und wenn, dann darf ich ihn auch gern spüren. Der Fiio möchte präsent sein und mich erinnern, was ich mit ihm vorhabe. Nämlich ganz bewußt Musik hören und das möglichst mit unterschiedlichen Kopfhörern und unterschiedlichen Quellen in hervorragender Qualität.

Hinsichtlich Design und Gewicht ist beim Fiio X5 III für mich also alles bestens!

 

Haptik & Handhabung

Insbesondere dieser Bereich hängt stark von Firmware und Benutzeroberfläche eines Gerätes mit Touch-Bedienung ab. Ich bewerte den Fiio X5 III mit der FW v1.1.4 und jegliche Kritik bezieht sich somit auch auf diese Version. Werden neue Versionen ausgerollt, so werde ich die Änderungen in diesem Artikel akutalisieren.

Der Fiio X5 III startet unabhängig vom gewählten Abspielmodus mit Android 5.1, wozu er knapp 50 Sekunden benötigt. Beim Einschalten habe ich mir angewöhnt, die Ein/Aus-Taste guete drei Sekunden gedrückt zu halten, indem ich von ausgesprochen „einundzwanzig“ bis „vierundzwanzig“ zähle und dann loslasse. Drücke ich die Taste zu kurz, dann tut sich nichts, was man aber erst nach frühestens 7 Sekunden bemerkt, denn dann schaltet erst die blaue Betriebs-LED im Taster ein. Also beim Einschalten wie beschrieben gedrückt halten, dann ist man auf der sicheren Seite. Die Lautstärke wird mit einem kleinen Rädchen auf der linken Seite eingestellt bzw. die Lautstärkefunktion von Android oder der Music-App wird gestartet. Einerseits lässt sich mit dem Rädchen sehr feinschrittig die Lautstärke einstellen, und zwar auch wenn das Gerät im Screen-Off-Betrieb ist, andererseits ist bei eingeschaltetem Bildschirm eine schnelle und grobschrittigere Regulierung mittels des Fingers und der Wischgeste möglich. Doch auch in diesem Punkt freue ich mich über die Möglichkeit in einer der nächsten Updates der Firmware, wenn ich statt nur eines Einer-Schrittes vielleicht auch im Zweier- oder Dreier-Schritt die Lautstärke per Rädchen ändern kann. Eine entsprechende Option wäre für den einen oder anderen sicherlich sinnvoll, gerade wenn es um die Lautstärkeeinstellung im Screen-Off-Betrieb geht.

 

Betriebsmodi

Ich habe bereits angedeutet, dass es verschiedene Abspielmodi gibt. Der Fiio X5 III verfügt über den Android-Modus, in dem er komplett „offen“ ist, und dem „Pure Music Modus“. Mit letzterem wird seitens Fiio das uneingeschränkte Hörerlebnis zugesichert. Verständlich, denn im Android-Modus laufen gern auch Dritt-Apps im Hintergrund, die durchaus Einfluss auf eine reibungslose Musikwiedergabe nehmen können. Ich denke da nur einmal an Youtube und die akustischen Benachrichtigungen zu neu eingestellten Videos meiner abonnierten Kanäle.

 

Pure Music Modus

Ich beginne nun bewusst mit der genaueren Beschreibung des „Pure Music Modus“. In dieser Betriebsart ist ausschliesslich die eigene Music-App von Fiio als eigenständige App aktiv. Bluetooth, WLan und weitere von Fiio zur Verfügung gestellten Funktionen funktionieren in dem Modus natürlich auch einwandfrei und auch die Android-Oberfläche ist weiterhin aktiv. Jedoch werden keine Ressourcen unnötig an andere Programme verschwendet und so ist es mir bisher nicht einmal vorgekommen, dass ich irgendwelche Unterbrechungen oder Störungen beim Musikhören mit der Music-App des Fiio X5 III Player hatte.

Die Music-App beinhaltet neben der Möglichkeit vom Gerät abspielen zu können auch das Abspielen über DLNA-Server im WLan. Leider habe ich den X5 III mit meinem NAS320 Server noch nicht zum Laufen gebracht, hingegen mit dem BubbleUPNP Server und mit einem auf meinem Notebook installiertem Server gab es keinerlei Probleme. Eventuell ist mein Twonky Mediaserver auf meinem mittlerweile doch schon in die Tage gekommenen NAS320 nicht 100% kompatibel. Das muss ich noch genauer ergründen. Dennoch hätte ich erwartet, dass die DLNA-Funktionen grundlegend gleich sind und auch der Fiio X5 III von dort streamen kann. Würde das funktionieren, bräuchte ich nur noch selten den Android-Modus. Wer vorzugsweise sowieso direkt auf dem X5 III gespeicherte Musik hört, dem empfehle ich im „Pure Music Modus“ zu bleiben, denn neben einem geringeren Stromverbrauch ist auch die Fiio Music-App zudem hervorragend. Sowohl über die ID3Tags kann sortiert und abgespielt werden als auch über die Ordnerstruktur, was ich stets bevorzuge.

Das Scannen der Bibliothek wird genauso wie Änderungen von Klangeigenschaften mittels „normalen“ 10-Band-EQ oder auch mittels der Viper-Effekte exklusiv mit der Fiio Music-App abgebildet. Ich hatte gehofft, das Viper im Betriebssystem integriert wäre und so auch 3rd-Party-Apps davon profitieren könnten. Dem ist derzeit nicht so. Sollte sich das einmal ändern, ergänze ich das gern hier in meiner Rezension.

Im verlinkten Video habe ich die Viper-Funktionen detailliert erklärt. Zudem sind noch weitere Videos zum X5 III auf Youtube verfügbar.

Dazu hier entlang…

 

Die Muic-App selbst ist gut bedienbar und schon nach wenigen Minuten der Eingewöhnung erklären sich alle Funktionen von selbst. Die Steuerung ist in diesem Betriebsmodus intuitiv möglich, da die App von Prinzip aus ja nicht ausgeschaltet werden kann. Wenn ich die Music-App im Android-Modus benutze, ist mir nicht immer klar, wann ich wischen muss, um aus einer Funktion zurück zu gehen oder wann derr Zurück-Pfeil von Android zu benutzen ist. So kommt es vor, dass ich „gefragt werde“, ob ich das Programm beenden möchte. Das nervt ab und an. Schöner wäre es, wenn mit der Zurück-Taste einfach immer ein Schritt zurück zu gehen wäre und in der Musik-App selbst unter „Einstellungen“ der Menüpunkt „App beenden“ aufgenommen würde.

Auch das ist in einem Update machbar vorausgesetzt es kommt genug Feedback, so dass Fiio hier tätig wird.

 

Android-Modus

So bin ich auch schon beim Android-Modus angelangt. Ersteinmal möchte ich ganz klar sagen, dass in den letzten drei Firmware-Versionen sich einiges getan hat, insbesondere in Bezug auf die Schnelligkeit und das App-Management. Mittlerweile läuft der Player fast so stabil und ungestört in Bezug auf die Musikwiedergabe wie im „Pure Music Modus“, auch wenn parallel weitere Apps im Hintergrund laufen. Die Bedienung wird dann etwas „zäher“ und ab und an überlagern akustische Meldungen von Apps den Musikgenuß, bei denen man vergessen hat, die akustische Benachrichtigung abzuschalten. Ich finde es sehr gut, dass Fiio die Ressourcen im Android Modus auch auf die akustische Ausgabe und zu Lasten des GUI fokussiert. Die reine Rechenleistung ist ausgelegt auf die Unterstützung des WLan und dem einhergehenden Streams, Wiedergabe über Bluetooth und letztlich der Ausgabe über die analoge Schnittstelle. Die Reaktionsschnelligkeit der GUI steht nicht im Vordergrund. Eine gute Entscheidung. Wie schon erwähnt ist aber bisher erkennbar, dass Fiio auch an einem bestmöglichen Ergebnis in diesem Bereich arbeitet und mittlerweile ist der X5 III in fast allen Situationen weitestgehend flüssig bedienbar.

 

3rd-Party-Apps

Ich habe unterschiedliche Programme auf dem Fiio X5 III installiert, von Tidal über Spotify bis hin zu BubbleUPNP . Auch diverse Apps für Bluetoothlautsprecher und 3rd Party Musicplayer wie PowerAmp und den Neutron Player laufen auf dem X5 III. Ebenso lassen sich beim Musikhören auch schnell Nachrichten mit speziellen Apps genauso abrufen wie über den integrierten Browser.

Abraten möchte ich aber davor, eMails mit dem X5 III per App zu verwalten. Das bremst ihn zum einen tatsächlich sehr aus und zum anderen verschlingen insbesondere solche Apps viel Energie vom Akku und auch etlichen wertvollen Speicherplatz. Denn…

 

Interner Speicher

Der Fiio X5 kommt mit intern 32GB Speicher daher, von denen etwa 26GB als interner Speicher nutzbar sind. Dennoch bedeutet das jedoch, dass lediglich 2GB Speicher für installierbare Apps vorhanden sind. Schon Spotify alleine kann den Player so in die Knie zwingen. Bei der Nachinstallation von Apps sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass in deren Einrichtung als Datenspeicher oder Cache der interne Speicher manuell eingestellt wird, sonst meldet sich der X5 III schon sehr bald mit unzureichendem Speicher. Auch hier hoffe ich darauf, dass Fiio Programm- und internen Speicher zukünftig als komplett nutzbaren Speicher sowohl für Programme als auch Daten und Cache zusammenführt. Nachdem ich alle Einstellungen bei meinen nachinstallierten Apps vorgenommen habe, klappt deren Nutzung auch. Doch nur 2GB Programmspeicher sind schon sehr knapp, so dass ich nach der Installation meiner wenigen Apps, welche alle mit der Wiedergabe von Musik zu tun haben, nur noch etwa 350MB frei habe.

 

Externer Speicher

Der Fiio X5 III verfügt über 2x MicroSD Steckplätze. Jeder nimmt Speicherkarten von derzeit laut Fiio bis 256GB auf, womit die stattliche Speicherkapazität von 538GB (intern & extern) erreicht wird. Das ist ordentlich.

Ich betreibe den X5 derzeit mit nur einer Speicherkarte, hatte aber zum Testen bereits 2 Karten installiert. Das Scannen der Karten dauert seine Zeit, für etwa 3.500 Dateien werden inklusive aller Informationen und eingebetteten Bilder etwa 110 Sekunden benötigt und das skaliert linear. Das Einlesen wird auch bei ausgeschaltetem Display fortgeführt. Wer wie ich hauptsächlich über die Ordner-Funktion abspielt, der muss nicht einmal eine Bibliothek erstellen lassen.

Beschreiben lassen sich die Speicher intern und extern, indem im Menü des X5 III die Option Verbinden als USB-Speicher eingestellt wird. Das Befüllen dauert dann zwar etwas länger über Kabel als über die Karte am Notebook direkt zu gehen, jedoch müssen die Karten so nicht immer entnommen werden.

An dieser stelle möchte ich den Android-Modus hiermit „beenden“, auch wenn es sicherlich zu vielen anderen Programmen noch viel mehr Details zu erzählen gibt. Der Vollständigkeit halber möchte ich aber noch anführen, dass es auch Apps gibt, die nicht optimal auf dem Fiio X5 III laufen, zum Beispiel der PlayerPro mag nicht so recht mit dem externen Speicherplatz zusammenarbeiten. Dennoch kann ich mich nur wiederholen und sagen, dass für das Musikhören der Fiio Music-Player mehr als nur ausreichend ist und alle anderen Möglichkeiten ein quasi kostenloses Schmankerl sind.

 

AudioExpert – Mein Tipp zur Verwaltung des X5 III

Ich nutze zum Synchronisieren AudioExpert, ein sehr erfolgreiches Tool um große Musikbibliotheken zu verwalten, verschiedene Bibliotheken zusammenzuführen und noch viel mehr. AudioExpert setze ich seit Jahren lizensiert ein und missen möchte ich diese tolle Software nicht mehr. Zudem werden vom Programmierer immer wieder Ideen von Nutzern aufgegriffen und Anpassungen vorgenommen. AudioExpert ist stets „up to date“!

Bei Interesse geht es hier entlang…

 

Klang

Das wichtigste Merkmal lässt sich schon fast am kürzesten beschreibenden. Fiio wirbt damit, zwei unabhängige DACs für verschiedene Samplingraten zu nutzen, um einfach die bestmögliche Klangqualität zu erzeugen. Messen kann ich das nicht, den Anspruch habe ich auch nicht.

Kurzum: Was der Fiio X5 III auf meine Ohren zaubert ist schlichtweg genial!

 

Egal in welchem Format ich den X5 III füttere und egal ob ich von Spotify oder Tidal (auch HighRes) streame, die Wiedergabequalität ist „berrauschend“. Nur mal kurz reinhören endet bisweilen oft in ein oder zwei Stunden Musikhören. Die selben Alben mit meinem X1 2nd und meinem Philips Fidelio X2 und danach mit dem X5 III zugespielt klingen deutlich dynamischer und transparenter. Allein die Möglichkeit den „Lowpass-Filter“ am X5 III grundsätzlich mit 5 verschiedenen Verhaltensweisen selbst einstellen zu können, macht schon einen Unterschied, wenn auch klein aber fein. Mit der enstsprechenden Musik gehört, kann genau diese Einstellung zum vielleicht fehlenden i-Tüpfelchen werden.

Zudem wurde dem X5 III mit „Viper for Android“ ein mächtiges Werkzeug spendiert. Damit wird nicht nur ein einfacher Equalizer realisiert, sondern neben Veränderungen von Lautstärkeverhältnissen verschiedener Frequenzbereiche zueinander gibt es zahlreiche Möglichkeiten durch Laufzeitveränderungen und Phasenverschiebungen den Klang zu manipulieren. Manipulieren meine ich hier im besten Sinn, denn der Anwender kann die Intensität dieser Funktionen und deren Zusammenspiel selbst bestimmen oder gar komplett oder einzeln ab und anschalten.

Nicht jeder verfügt neben dem Fiio X5 III auch noch über den individuell perfekten Kopfhörer und so machen diese Klangveränderungsfunktionen durchaus Sinn. Besonders die Funktion „Dynamic System“ verblüfft mich im Zusammenspiel mit „einfacheren Kopfhörern“, denn diese wirken damit voller und nach mehr „HiFi“. Auch der HD600 von Sennheiser klingt plötzlich viel voller und wenn gewünscht äußerst grandios. Die sonst eher zurückhaltenden Bässe kommen plötzlich viel prägnanter und straffer an mein Ohr.

Für mich sind aber die Focal Elear meine persönlichen 99% Kopfhörer und ich benötige für diese keinerlei Unterstürtzung in Sachen Klangänderung. Alles, was ich am Fiio X5 III in der Kombination mit dem Elear einstelle, verbessert mein Hörerlebnis nicht mehr. Für mich sind der Fiio X5 III und der Focal Elear meine perfekte Klangkette.

Im direkten Vergleich ist der Elear auch am X1 2nd gut zu betreiben, doch in der Kombination fehlt es mir insgesamt etwas an Dynamik. Hier hilft dann etwas Unterstützung im Tiefton und Hochton, jeweils mit einem manuell eingestelltem 2dB-Shelf, trotzdem klingt der X1 2nd leicht „komprimierter“. Beim X5 III als Zuspieler ist wie genannt keinerlei Maßnahme zur Klangregulierung notwendig.

 

Verstärker

Der Unterschied im Bereich der Dynamik zwischen dem X1 2nd und dem X5 III liegt mit Sicherheit auch am integriertem Verstärker, so kommt der Fiio X5 III bei allen meinen Kopfhörern bisher komplett ohne zusätzlichem Kopfhörerverstärker aus. Lediglich der High-Gain kommt ab und an zum Einsatz.

Das ist angesichts der technischen Daten aber auch nicht ungewöhnlich, denn mit 300mW Ausgangsleistung an 32Ohm (480mW bei 16Ohm), bei einer empfohlenen Impedanz von 16-150 Ohm, zieht der X5 III sowohl mit dem Fiio X7 mit T5 Modul (300mW) und auch mit dem separaten Kopfhörerverstärker Kunlun E-18 (300mW) gleich und übertrifft sogar den A3 (270mW), immer verglichen bei 32 Ohm Impedanz.

Lediglich der A5 mit >800mW und am Ende der stationäre K5 mit >1.500mW übetrumpfen den Fiio X5 III. Somit kommt der X5 III als erster portabler Audio Player bis 500€ komplett ohne Stacking-Modul aus, auch dann, wenn unterwegs mit ihm ein eher ansteuerungskritischer Kopfhörer wie der Fostex T20RP betrieben werden soll.

Die hier zitierten Daten habe ich natürlich den technischen Daten der Fiio-Seite entnommen, jedoch kann ich behaupten, dass ich sowohl den E-18 und den A5 besessen habe und sowohl den K5 als auch den Olympus 2 E10K besitze sowie alle von mir genannten Kopfhörer. Daher basieren meine Eindrücke auf konkreten eigenen Erfahrungen und auf direkte Vergleiche.

Unterm Strich kann ich sagen, dass der integrierte Verstärker des X5 III erstklassig hinsichtlich des Abbildungsvermögen sowie der Leistungfähigkeit ist.

 

Thema Akku

Im Fiio X5 III ist ein 3.400 mAh Lithium Polymer Akku verbaut, der nicht unwesentlich zu seinem Gewicht beiträgt. Fiio hat dem X5 III eine Schnelladefunktion spendiert und so ist der Akku innerhalb von knapp 2 Stunden aufgeladen, wenn es denn sein muss. Am Standard USB-Ladegerät benötigt der Fiio gut die doppelte Zeit, hier erreiche ich die Angaben mit <3 Stunden bei 2A nicht. Mein Messgerät zeigt mir, dass maximal anfänglich mit 1,48A geladen wird, später aber nur noch mit halben Ladestrom, so dass ich auf etwa 4 Stunden Ladezeit komme. Letztendlich ist das aber beim nächtlichen Aufladen uninteressant. Ich bevorzuge sowieso lieber ein langsames Aufladen, denn dabei erwärmt sich der X5 III nicht so sehr als wenn die Schnelladefunktion genutzt wird.

Der Akku hält laut Angaben von Fiio >10 Stunden. Ich komme ohne eingeschaltetem Display auf etwa 14 Stunden mit Nutzung eines Kopfhörers ohne Wlan und ohne Bluetooth bei einer Lautstärke 60, also der Hälfte der Lautstärkeskala, im Low-Gain Betrieb. Also auch hier gibt es einen Daumen hoch. Anders sieht das natürlich aus, wenn der Bildschirm sehr oft an ist und ich von Spotify über WLan streame, denn das geht natürlich deutlich mehr zu Lasten der gespeicherten Energie und dann darf ich den Player auch nach 6-7 Stunden wieder zum Aufladen anhängen. Allerdings ist das für mein Dafürhalten immer noch ein sehr guter Wert.

 

Round Up

Der Fiio X5 III bietet aus meiner Sicht das beste Komplettpaket als portabler HighRes Audio-Player. Mit einem kraftvollen und zugleich klanglich einwandfreien Kopfhörerverstärker treibt er auch ansteuerungskritische Kopfhörer im mobilen Betrieb an. Zudem lässt er sich zu Hause als DAC nutzen und mit einem K5 als Ergänzung ersetzt er einige deutlich hochpreisigere stationäre Lösungen. Weiterhin bietet er noch die Möglichkeit über das heimische Netzwerk zu streamen und auch Multiroomsystem zu bedienen. Auch unterwegs kann er Dank Bluetooth mit aptX die heute so angesagten Bluetoothlautsprecher und Kopfhörer in ausgezeichnerter Klangqualität bedienen. Und mit bis zu >500GB Speicher sind wohl auch die meisten Musiksammlungen im MP3-Format oder zumindest große Sammlungen als FLAC stets in der Tasche mit dabei. Das offene Android-System und die umfangreichen Individualisierungsmöglichkeiten runden den Fiio X5 III ab. Und trotz aller oder gerade wegen der vorhandenen Potentiale zur weiteren Verbesserung ist dieser Player meine uneingeschränkte Empfehlung, wenn es aktuell um den audiophilen HighRes Player geht.

 

Fazit

Wer knapp 500€ für einen bemerkenswerten HighRes-Audio Player investieren möchte, der sollte sich unbedingt den Fiio X5 III ansehen. Denn schlechter wird nicht werden und ich halte ihn bereits jetzt schon für sehr gut. 🙂

 

4 Kommentare:

  1. Danke für Ihren tollen test. Ich hab ihn mir gekauft und bin auch sehr zufrieden bis auf den Punkt das der fiio so gut wie keine album covers findet. Ich habe alles mit Windows Media Player getippt. Ca 1500gb Musik gesamt.auf Computer sind alle covers darauf aber anscheinend nicht auf sd card. Hatte den fiio x5 1 und keine covers hoffte über Internet Android dies zu erledigen mit fiio x5 3rd . Jedoch ständig Cover cannot bei Found. Falls Sie für mich einen Tipp hätten das wäre wunderbar. Danke für Ihre Mühe im voraus mfg Uwe steinke.

    • Hallo Uwe,
      das Thema „Cover finden“bedarf beim X5 III tatsächlich noch etwas Verbesserung. Ich benutze schon lange die Software AudioExpert und binde dort Cover ein, die zeigt mir der Fiio X5 III bisher anstandslos.
      Gruß
      Mark

  2. Fred Stampach

    Danke für diesen ausführlichen Test, der mir die Entscheidung für dieses Gerät leicht macht hat. Es wird mein erster High Resolution Player sein und da will man keinen Blödsinn kaufen.
    Liebe Grüße!

    • Hallo Fred,
      es freut mich, dass Sie den Test als Nützlich erachten. Der Player ist sehr gut, hat aber noch immer ein paar kleine „Softwaremacken“. Jedoch bin ich aufgrund meiner persönlichen Erfahrung mit Fiio Produkten zuversichtlich, dass die Funktionen wie natives DLNA und Coveranzeige bald vernünftig funktionieren.
      Gruß
      Mark

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