DOSS Soundbox XL im Test – herausragendes Midi-Klangwunder

Seit geraumer Zeit berichte ich hiermit wieder über einen Bluetooth-Lautsprecher, der mir in den letzten Wochen sehr gute Dienste geleistet hat. Mit der DOSS Soundbox XL lässt sich auch ein Wohnzimmer in Hifi-ähnlicher Qualität beschallen, wenn auch nicht in Disco-Lautstärke. Für knapp 90€ gibt es in diesem Midi-Bereich kaum ernst zu nehmende Konkurrenz!

 

Inhalt

Verpackung

Design & Handhabung

Klang, Lautstärke & Akkuleistung

Geht es klanglich noch besser?

Viel Licht ohne Schatten?

Fazit

 

Verpackung

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Die DOSS Soundbx XL wird in einem zweckmäßigen Karton geliefert. Außer das proprietäre Netzteil und einer Anleitung findet sich nichts Unnötiges im Karton. Vor der ersten Inbetriebnahme war das Aufladen notwendig, denn der Lautsprecher ließ sich nicht einschalten. Nach 2,5 Stunden Ladezeit ist die Soundbox XL jedoch voll aufgeladen.

 

Design & Handhabung

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Mit dem rechteckigen Design von 30,8cm x 13,3cm x 6,7cm und somit 2,75L Volumen ist die Soundbox XL tatsächlich schon im Bereich der Midi-Lautsprecher zu sehen. Dennoch ist sie klein Genug, um in einem Raum an diversen Plätzen aufgestellt werden zu können. Das Gehäuse besteht aus robustem Kunststoff und ist an den Kanten abgerundet. Dem im geschlossenem System mit Passivradiatoren und im aktiven 2.1 Betrieb arbeitenden Lautsprecher dient zur Abdeckung der Treiber auf der Front ein schwarzes Gitter, unter welchem sich noch ein dünnes Fließ befindet. 

Das Bedienfeld mit Tasten, die jeweils nur eine Funktion realisieren, befindet sich auf der Oberseite. Deren Druckpunkt ist sehr gut und „knackig“. Eine schwammige Bedienung wie von anderen Benutzern angemerkt, kann ich nicht bestätigen. Auf der Rückseite befinden sich ein Steckplatz für eine MicroSD-Karte, der 3,5mm AUX Eingang sowie die Ladebuchse. Die Bedienung erschließt sich komplett von selbst. Insgesamt ist der Lautsprecher zweckmäßig und dennoch hübsch gestaltet. Sichtbare Fingerabdrücke sind Dank der leicht rauen Oberfläche kein Thema. Die Lautstärke des Lautsprechers ist nicht synchron mit dem Zuspieler, so dass für maximale Lautstärke am Lautsprecher selbst nachgeregelt werden muss. Beim Einschalten befindet er sich stets im mittleren Bereich.

Die LEDs unter der M(odus)-Taste sind noch eine Erwähnung wert, denn diese zeigen nicht etwa den Akku-Stand in 4 Stufen an, sonder von links nach rechts zeigen sie, welche Verbindungsart aktiv ist, zuerst Bluetooth, dann AUX und die dritte MicroSD. Die vierte LED leuchtet auf, wenn der Akku der Soundbox XL zur Neige geht.

 

Klang, Lautstärke & Akkuleistung

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Diese Rubrik ist bekanntlich die wichtigste bei einem mobilen und akkubetriebenen Bluetoothlautsprecher. Hinsichtlich des Akkus besteht keine Gefahr, dass er bei Zimmerlautstärke zu früh schlapp macht. Im Urlaub habe ich den Lautstprecher fast 5 Tage lang nutzen können, das auch teils bei hoher Lautstärke. Insgesamt dürften das etwa 10 Stunden Spielzeit gewesen sein, bis er sich mit Warntönen zum für das Aufladen bemerkbar gemacht hat.

Hinsichtlich der Lautstärke ist er mit dem 2.1 Betrieb mit 2x10W und 1x12W ausreichend laut, unsere 65qm Ferienwohnung auch für die Kinder in Party-Lautstärke zu beschallen. Das ist immerhin so laut, dass eine normale Unterhaltung nicht mehr möglich ist. Dennoch gibt es deutlich lautere portable Lautsprecher, die sich dann aber in anderen Preisklassen bewegen wie z.B ein Vifa Helsinki oder Oslo.

Die DOSS Soundbox XL ist aus meiner Sicht dennoch in seiner Preisklasse unter 100€ bisher der klanglich errwachsenste Lautsprecher, sowohl in Zimmerlautstärke als auch auf Maximum betrieben, den ich kenne. Auch ein B&O A2 klingt nicht voller und ab Zimmerlautstärke zieht der DOSS ihm klanglich davon. Unter Zimmerlautstärke gibt es mit der Soundbox XL keine zusätzliche Bassanhebung. Ich habe bereits gelesen, dass er kein DSP haben soll, das ist aber nicht korrekt. Kein Loudness, das stimmt schon. Doch einen DSP bei diesem Klang mit Sicherheit, denn der aktive Subwoofer und die beiden Mittel-Hochtöner sind im Zusammenspiel mit den Passivradiatoren hervorragend abgestimmt. Selbst Tiefbass auch unter 60Hz und sogar bis unter 40Hz ist hörbar vorhanden. Da es kein Loudness gibt, erachte ich sogar als Vorteil, denn meine Kinder hören gern Hörspiele und Radio. Oft sind bei diesen in der Abmischung bereits die tiefen Frequenzen etwas hervorgehoben. Der DOSS garantiert ohne nochmals angehobenem Bass bei geringen Lautstärken somit stundenlangen Hörspaß und eine sehr gute Sprachverständlichkeit, ohne dass Stimmen plötzlich dröhnen. Auch am Notebook als Mini-Soundbar macht sich das abends gut, wenn es nicht so „bassig“ zu Werke gehen soll. Stellt man ihn lauter, dann rummst es aber dennoch ordentlich, dennn insbesondere beim Filmvergnügen ist der vorhandene Tiefbass Gold wert.

Aufgund seiner Breite ist auch die Stereo-Wahrnehmung selbst aus 3m Entfernung sehr gut, soweit er frontal aufgestellt gehört wird.

 

Geht es klanglich noch besser?

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Es gibt Aussagen im Netz, dass der DOSS noch besser klingt, wenn das Fließ hinter dem Schutzgitter entfernt wird. Somit werden die oberen Mitten und Höhen einen Hauch klarer während der Bass unverändert bleibt. Das kann ich hiermit bestätigen. Bei meinem Gerät konnte ich das Gitter allerdings nicht komplett entfernen, sondern nur an der Unterkante dank eines vorhandenen Schlitzes aufhebeln. An der Oberseite steckt das Gitter so fest, dass ich es nicht beschädigen wollte. Das Fließ liegt allerdings lose hinter dem Gitter und lässt sich herausziehen. Dadurch, dass dieses Dämmmaterial nur eingelegt ist, kann es bei höheren Lautstärken sogar zu Störgeräuschen aufgrund Vibration kommen. Doch auch ohne diese einfachste Modifikation empfinde ich den Klang direkt aus der Verpackung schon so gut, dass ich hier keine Nachteile beim DOSS sehe.

 

 

Viel Licht ohne Schatten?

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Wenn ich etwas zu monieren habe, dann den Betrieb mit einer MicroSD-Karte. Klanglich ist hier alles, wie bereits beschrieben, nahezu perfekt. Auch, dass die Lieder der Karte einfach „irgendwie“ abgespielt werden, ist nicht weiter schlimm, das ist technisch mit diesen einfachsten Mitteln nicht anders machbar, außer es gäbe ein extra Display oder eine Bluetooth App, mit der sich die Reihenfolge definieren ließe. Darüber verfügen aber nur sehr sehr wenige Lautsprecher, unter anderem der Creative iRoar Go, der aber deutlich kleiner , teurer und klanglich „anders“ ist.

Was mich jedoch stört ist es, dass die niedrigste Lautstärke über MicroSD-Karte bereits sehr laut ist. Ich rede hier über knapp unter Zimmerlautstärke. Dafür spielt die DOSS Soundbox XL über MicroSD-Karte auch am lautesten. Da gibt es noch Nachholbedarf bei der Abatimmung. Für mich ist das aber nicht so entscheidend, da meine bevorzugte Anwendung die Zuspielung über Bluetooth ist.

 

Fazit

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Mit 2,75L Volumen ist die DOSS Soundbox XL nicht der handlichste mobile Bluetooth-Lautsprecher. Doch gerade aufgrund seines Volumens klingt er hervorragend und lässt nahezu alle mobilen Lautsprecher in seiner Größe und viele noch eine Nummer größer insbesondere im Tiefbass hinter sich. Die Soundbox XL ist bis Zimmerlautsprecher sehr gut für Hörbücher und -spiele geeignet. Filmspaß ist mit ihm sowohl im Midnight-Modus, wenn er nur bis Zimmerlautstärke betrieben wird, als auch als kleine Kino-Soundbar mit spektakulär vollem und druckvollem Klang garantiert. Ab Zimmerlautstärke gibt er dann auch Musik auf dem Niveau einer kleinen HiFi-Anlage wieder. Für unter 100€ eine absoluter Preis-Leistungs-Tipp!

 

 

2 Kommentare:

  1. Hi 👋🏼
    Ich hatte die Doss Soundbox XL ebenfalls.
    Meine dröhnte allerdings sehr und die Höhen waren mir zu dumpf.
    Ich bin dann durchs Hi-Fi Forum an den Otone Bluwall Direct gekommen und dieser entspricht genau meinem Geschmack.
    Der Bass ist etwas dezenter, klingt natürlicher und die Mitten und Höhen sind präsenter. Zusätzlich spielt er auch über WLAN.
    Bei iBood gibt es immer mal wieder welche….und jetzt kommt’s…für ca 60€! Habe inzwischen 3 davon 😀 (man kann sie paaren) Probier mal eine aus, kleiner Geheimtipp.

    • Hallo,
      Danke für das Feedback und den Tipp. Der Otone Bluewall Direct ist nun auch bei mir und der ist für den Preis auch sehr gut, vor allem mit der Wifi-Fähigkeit. Insgesamt klingt der DOSS für mich aber etwas runder, da mehr Tiefbass und nicht so klirrende Höhen. Mit etwas Luft werde ich zum Ontone auch einen Bericht veröffentlichen.

      Gruß

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