DB Magix AC1 – 2 in 1 Lightning Amplifier (Kopfhörerverstärker) im Test

Nachdem Apple mit dem iPhone nur noch auf minimalistische Schnittstellenversorgung setzt und immer kabelloser werden möchte, gibt es dennoch einige Nutzer, die insbesondere im Bereich Musik gern ihre angestammten kabelgebundenen Kopfhörer weiter nutzen möchten.

Es gibt daher eine Reihe von Adapter, die das digitale Signal wieder analog zur Verfügung stellen.

Mit dem AC1 von dB Magix habe ich mir ein Produkt zugelegt, was noch mehr können soll. Interessiert hat mich bei diesem Adapter nämlich der zusätzliche Lightning Anschluß im Adapter selbst. Was vermag dieser kleine Adapter zu leisten? Was macht ihn besonders?

Das erfährst du in meinem Kurztest innerhalb der nächsten 5 Minuten Lesezeit…

 

Die Preisfrage

Mit einem Kaufpreis von 69,99€ – Stand Juli 2017 – ist der AC1 nicht unbedingt als preisgünstig zu bezeichnen und liegt im Preis sogar teilweise über Adapter namenhafter Hersteller, zumal er von einem Marketplace Händler auf Amazon angeboten wird, der seinen Sitz in Hong Kong hat.

 

Das Label dB Magix war mir bis dato unbekannt. Der Preis mag sich angesichts der sonst für iOS Nutzer eher üblichen hochpreisigen Peripherie dann doch wieder relativieren. Die Frage ist nur, ob Preis/Leistung hier in Ordnung ist. Auflösung folgt…

 

Nutzen des Adapters

Aufmerksam bin ich auf iden AC1 geworden, das er der erste Adapter ist, den ich gesehen habe, der sowohl über eine 3,5mm Klinke-Buchse verfügt als auch über eine Lightning Schnittstelle. Mit den Adaptern, die ich bisher in den Händen hielt, war es zwar möglich wieder mit kabelgebundenen Kopfhörern an einem Iphone 7 zu hören, doch aufgeladen werden konnte das Smartphone parallel dann nicht. Die Erwartung, dass das Aufladen und gleichzeitige Musikhören via Kopfhörer mit dem AC1 funktionieren würde, hatte ich in dem Moment, als ich den AC1 auf Amazon gesichtet hatte. Also habe ich ihn mir kurzerhand bestellt und gehofft, dass diese Funktion auch tatsächlich gegeben ist. Und ich kann es kurz machen. Ja, es funktioniert!

 

Licht und Schatten

 

Kontra – da es nur sehr wenig Schatten gibt, fange ich mit diesem an.

Für eine Klinke-Buche und einen zusätzlichen Lightning Port ist natürlich mehr Platz notwendig als in einem schlanken Kabeladapter untergebracht werden kann. So ist das Gehäuse des AC1 auch mit 40mm x 44mm vergleichsweise groß. Ich hätte mir ein etwas längeres Anschlußkabel gewünscht, denn das Kabel, welches zwar clever im Adapter selbst mitsamt des Steckers verstaut wird, ist nur etwa 5cm inklusive Stecker lang. Wenn ich das iPhone also in der Hosentasche trage und diesen Adapter nutze, dann macht sich das recht schlecht, denn der Adapter muss auch in der Hosentasche verstaut werden und somit ist die integrierte Fernbedienungsfunktion nicht unbedingt sinnvoll nutzbar. Wenn dem Adapter ein Verlängerungskabel beiligen würde und an der Rückseite eine Klammer angebracht werden könnte, dann wäre die Befestigung an der Kleidung möglich und auch die Fernbedienung würde dann noch mehr Sinn machen. Somit wäre der AC1 sowohl mobil als auch „stationär“ nutzbar. Natürlich kann man über Amazon eine solche Verlängerung beliebig besorgen und ist für knapp 8€ zu haben.

Mit einem Lightning Verlängerungskabel direkt im Lieferumfang wäre bei nur wenigen Cent höheren Herstellkosten ein für den Kunden deutlich erweiterter Nutzen gegeben. Das ist aber auch der einzige Schatten, den ich bei dem Adapter finden kann. Dennoch macht es ihn damit nicht ganz perfekt.

 

 

Pro – Klang, Leistung, Bedienung

So kann der Adapter mit jedem Gerät mit iOS 10 oder höher und einem Lightning Port genutzt werden. An meinem iPad Mini2 funktioniert der Adapter sehr gut. Positiv ist dabei hervorzuheben, dass mit dem Adapter die Musik pausiert oder weitergeschaltet werden kann, auch ohne das der Bildschirm eingeschaltet werden muss. Mit den seitlichen Tasten des Tablets selbst ist das zwar auch möglich, doch die Weiterschaltung oder das Pausieren sonst nicht. Sehr schön ist auch, dass der Adapter erkennt, ob ein Stecker in der 3,5mm Buchse steckt und auch nur dann als Audio-Ausgabepfad genutzt wird. Ohne angeschlossenes Kabel werden für die Tonausgabe die Gerätelautsprecher weiter genutzt. Die Bedienelemente am Adapter funktionieren dennoch.

Bei der Erstinbetriebnahme des Adapters wird auch zugleich angeboten, eine App zu laden. Das empfehle ich unbedingt, denn die App bietet neben dem zweistufigen Boost-Modus auch die Möglichkeit, die Firmware des Adapters zu aktualisieren. Das wurde auch sofort erledigt. Änderungen werden zwar nicht angezeigt, trotzdem schon toll, dass dieses Produkt sozusagen OTA Updates und somit auch Service erfährt.

Der Hersteller spricht bei 32 Ohm von einer Leistung von 30mW im Hifi-Modus. Nach dem, was ich an verschiedenen Kopfhörern bereits mit dem Adapter ausprobiert habe, werden es vermutlich 30mW je Kanal sein. Im Boost-Modus werden angeschlossene Kopfhörer noch kräftiger angesteuert und für mein Dafürhalten wird auch der Frequenzgang etwas in Richtung Spaßabstimmung verändert.

Das ist aber völlig unkritisch, denn wir reden hier über eine mobile Lösung und nicht über ein audiophiles HiFi-Tonstudio. Auch nach einigen Stunden Musikhören mit meinem Focal Elear hatte ich nicht das Gefühl, dass der AC1 im Ansatz irgendwie „schlecht“ klingen würde.

Wer Purist ist, der sollte einfach den Software-Schalter Boost nicht benutzen. Natürlich lassen sich auch bereits vorhandene Kopfhörerverstärker mit dem AC1 Adapter weiter betreiben. Genau dafür ist dann auch der unverfälschte HiFi-Modus gedacht.

Klanglich ist der integrierte Kopfhörerverstärker sehr gut, er färbt im Hifi-Modus nicht ein und produziert auch keine Störgeräusche. Lediglich im Bereich der maximalen Leistung und der offiziell unterstützen Impedanzen ist der AC1 schon etwas limitiert.

So soll er am besten mit Kopfhörern zwischen 16 und 60 Ohm betrieben werde. Natürlich funktionieren auch hochohmigere Kopfhörer an ihm, sie werden nur nicht so laut und es muss gegebenenfalls mit Verzerrungen gerechnet werden.

Mit folgenden Kopfhörern habe ich das Leistungsvermögen des Adapters getestet und wie folgt subjekitiv berwertet. Wie zu sehen ist, gibt es keine Kombination, die schlechter als „gut“ abschneidet.

Meze 99 NEO – Klang: sehr gut, Lautstärke: laut (alle Stufen)

Focal Elear – Klang: sehr gut, Lautstärke: laut (ab Boost 1)

B&O H6 – Klang: sehr gut, Lautstärke: laut (ab Boost 1)

Fostex T20RP – Klang: sehr gut, Lautstärke: mittel (ab Boost 2)

Beyerdynamic DT990 (Achtung! 250 Ohm) – Klang: gut Lautstärke: mittel (ab Boost 2)

Die letzen zwei Kopfhörer sind eher ansteuerungskritisch, wobei mit einer Impedanz von 250 Ohm der AC1 teils unsauber spielt. Insbesondere im Bassbereich klingt er bei einigen Kicks dann schon recht gebremst. Allerdings befindet sich der DT990 auch außerhalb der Herstellerspezifikation. Dafür macht der kleine Adapter seine Sache jedoch sehr gut.

 

Fazit

Ein kleiner, toller Adapter, der einem iPhone 7 nicht nur einen 3,5mm-Audioausgang verpasst, sonder zudem auch noch beim Musikhören via Kopfhörer weiterhin das parallele Aufladen ermöglicht. Der AC1 steuert er die von mir getesteten Kopfhörer ordentlich laut an und versorgt sie vor allem mit einem guten Klang. Der Preis von 69,99€ geht in Ordnung. Lediglich für die mobile Anwendung ist noch die Benutzung einer Lightning-Kabelverlängerung ratsam.

 

PS:

In diesem Bereich „Kopfhörerverstärker für iOS“ habe ich bereits auch den sehr guten Fiio i1 Kabeladapter getestet.

Zum Test des Fiio i1 hier lang…

 

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