Shanling M3S & M2S im Test – Grandiose DAPs ganz ohne Touchdisplay!

 

Ich darf gestehen, dass ich sehr oft mein Smartphone zum Musikhören nutze, da ich sehr viel Musik über Spotify höre. Nur ausgewählte Alben lege ich mir als HighRes oder Vinyl zu. Aus dem Grund hatte ich mich immer mehr für DAPs interessiert, welche mit Android-System und Wifi ausgestattet sind, damit ich auf diesen auch Spotify nutzen konnte. Mit den DAPs von Shanling hat sich das nun aber geändert, denn ganz ohne Android und Wifi können diese aus meiner Sicht mit diesen oft teureren DAPs sehr gut mithalten und in einigen Disziplinen gewinnen sie sogar.

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Mit dem M3S liefert Shanling sein aktuelles Flaggschiff der HighRes Player der M-Serie. Und das in einem Preisbereich, in dem andere Hersteller oft Einsteigergeräte platzieren.

Was unterscheidet aber die Shanling Geräte von DAPs anderer Hersteller?

Viel Spaß mit diesem Erfahrungsbericht und Test!

 

 

Inhalt

  1. Vorwort
  2. Verpackung
  3. Design & Haptik
  4. Technik
  5. Software
  6. Klang
  7. Fazit & Bewertung
  8. Galerie

 


1. Vorwort
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Vor einiger Zeit hat mir Hifi-Passion.de die DAPs M2S und M3S nebst optionalen Schutzhüllen für diesen Bericht leihweise zur Verfügung gestellt. Dafür an dieser Stelle ein großes Dankeschön.

Da beide Geräte sich nur in wenigen Punkten voneinander unterscheiden, werde ich mich gelegentlich in diesem Artikels nur auf M3S beziehen. Am Ende werde ich dann die Unterschiede zwischen M3S und M2S aufzeigen. In der Galerie sind Fotos beider DAPs zu sehen.

 


2. Verpackung
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Die Shanling DAPs werden in einfachen und doch ansprechenden Kartons geliefert, welche mittels aufgedruckten Fotos und der Nennung einiger Daten bereits auf ihren Inhalt hinweisen. Nach dem Öffnen fällt der Blick auf die Geräte, welche mit sicher gelagert in einem Formteil präsentiert weerden. Unter dieser Aufbewahrungsebene ist dann das Zubehör zu finden. Dieses besteht aus Ladekabel und Schutzfolien sowie einem Begleitheft mit Informationen zum Gerät.

 


3. Design & Haptik
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Beide Geräte überzeugen mich bereits beim Anfassen und Herausnehmen aus der Verpackung. Mir fällt sofort die hochwertige Verarbeitung auf. Zugleich bemerke ich, dass die Rückseiten aus Glas bestehen, was sich wider Erwarten nicht negativ auswirkt, hält man den DAP in der Hand. Dank des aus aus Aluminium gefertigten Rahmen und dem ringsum verlaufenden minimalen Spalt zwischen Glas und Aluminium, sind die Shanling Player sehr griffig. Die Übergänge der Materialien an den Rändern sind zu sehen, jedoch präzise verarbeitet und durch entsprechende Rundungen ohne variierende Spaltmasse zueinander eingepasst. M2S und M3S brauchen sich hinsichtlich der Verarbeitungsqualität nicht hinter Top-Smartphones verstecken.

Im Formfaktor gefallen mir die kleinen Barren-Geräte sehr gut. Während der M3S in der Sicht auf die Vorderseite aktuellen 18/9 Smartphones ähnelt, denn die Länge entspricht etwa der doppelten Breite, fällt mir beim M2S sofort der „goldene Schnitt“ mit dem Seitenverhältnis von ca. 7:3 positiv auf. Ob Zufall oder bewusst so konstruiert kann ich nicht sagen, dennoch genial, da dieses vertraute Längenverhältnis in der Natur fast überall vorkommt.

Auch wenn nur ein kleines Detail, gefällt mir allein deswegen optisch der M2S noch etwas besser als sein großer Bruder.

Beide DAPs liegen sehr gut in der Hand und dabei ist es unerheblich, ob die Hand eher breit oder lang gestreckt ist. Mit meinen großen Händen habe ich zwar auch mit deutlich breiteren und größeren DAPs keine Problem, der M3S ist mir aber auch nicht zu klein oder zu fummelig. Der M2S mit 8,5cm x 5,25cm x 1,5cm und 100gr Gewicht liegt ebenso wie der 2,8cm längere M3S mit 135gr Gewicht hervorragend in der Hand. Die Bedienelemente sind sinnvoll verteilt und einhändig bedienbar. Auf der linekn Seite im oberen Drittel befinden sich die Tasten Play/Pause und Vor und Zurück. Oben rechts liegt der Ein-/Ausschalter und rechts sind das Multifunktionsrad und darunter die Zurück-Taste im obere Gehäusedrittel zu finden. Die Tasten besitzen einen spürbaren Druckpunkt und das Drehrad einen feinrastendenden Drehwiederstand, wodurch Menüpunkte mit der Drehbewegung präzise angesprungen werden. An der Unterseite sind die USB-C Buchse und der bzw. die Audioausgänge platziert, der M3S verfügt über zwei unterschiedliche analoge Anschlüsse. Die MicroSD-Karte wird auf der linken Seite im unteren Drittel eingeschoben.

Der hervorragende haptische Eindruck wird abgerundet mit dem Start des DAPs. Nach nur 8 Sekunden ist jeder Player betriebsbereit und nur 3 Sekunden später ist die automatische Verbindung mit einem zuvor eingerichteten Bluetooth-Gerät hergestellt, in meinem Fall meinem Smartphone. Sehr gut!

 

Die abgebildeten Cases sind nicht enthalten, jedoch optional zu jedem Player in unterschiedlichen Farben ebenfalls bei www.Hifi-Passion.de erhältlich

 


4. Technik
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Der M3S besitzt gegenüber dem M2S zwei technische Unterschiede, nämlich eine Ausgangsimpedanz von nur 0,5 Ohm statt 4,8 Ohm, was auch für sensible InEar Kopfhörer gut genug sein sollte, so dass deren Frequenzgang zur eigentlichen Abstimmung nicht hörbar verändert werden. Zudem besitzt der M3S noch einen symmetrischen Kopfhörerausgang mit 2,5mm Klinke-Buchse. Diese bietet neben einer optimalen Ansteuerung und absolut minimierten Übersprechen der Stereo-Kanäle auch genug Leistungsreserven für Kopfhörer, die ansteuerungskritisch sind. Voraussetzung für die Nutzbarkeit ist natürlich, dass man im Besitz eines entsprechenden symmetrischen Kopfhörerkabels ist. Gegenüber dem Stereo-Ausgang mit 130mW an 32 Ohm bietet der symmetrische Ausgang satte 230mW. Das mag sich im ersten Moment nicht sehr viel anhören, doch um sich das besser Vorstellen zu können, hier ein paar subjektive Eindrücke zur Lautstärke verschiedener Kopfhörer. So ist ein Sennheiser HD660S mit 150 Ohm Impedanz am symmetrischen Ausgang so laut, dass ich auf Maximum mit ihm nur sehr kurz laut hören kann.

 

 

Dazu ein wenig Theorie.

Sennheiser gibt für den HD660S bei 150 Ohm Impedanz einen Schalldruckpegel von 104dB bei 1V bei 1kHz an. Das entspricht umgerechnet 96dB/mW. Bei 130mW Leistung an 32 Ohm im Stereo-Betrieb des M3S oder M2S entspricht das bei 27,7mW an 150 Ohm. Das wiederum entspricht etwa 14dB Verstärkung für den HD660S, womit er auf 110dB kommt. Im symmetrischen Betrieb werden noch gut 3dB mehr erreicht.

Bei 110dB befindet man sich bereits typischer Weise in einer Disco und bei einem Dauerschallpegel in dieser Höhe kann bereits nach wenigen Minuten das Gehör geschädigt werden. Als unbedenklich werden z.B. 94DB für die Dauer von 1 Stunde eingestuft und bei 97dB verringert sich die Zeit auf nur noch 30 Minuten. Da Musik nun aber nicht andauernd gleich laut ist, dürften die Hörzeiten etwas länger ausfallen. Bewegen wir uns aber im dreistelligen Pegel-Bereich, dann ist auch für Musik mit dieser Lautstärke auf Dauer die Unbedenklichkeit nicht mehr gegeben. Diese Lautstärkepegel lassen sich auch schon mit den Shanling Geräten und den meisten Kopfhörern mühelos erreichen.

 

 

Das Feature, welches für mich die Shanling DAPs zu meinen Daily-Drivern macht, ist die erweiterte Bluetooh-Funktion. Neben BT 4.1 mit aptX funktioniert der Shanling sowohl als Sender, um beispielsweise Bluetooth-Kopfhörer ansteuern zu können, als auch als Empfänger, wodurch vom Smartphone gestreamte Inhalte wiedergegeben werden können. So ist auch die Wiedergabe von Spotify auf dem Kopfhörer mit einem ordentlichen Verstärker kein Problem. Diese Funktion ist zudem auch in Zusammenhang mit der Nutzun des digitalen Ausganges über USB-C nutzbar. In meinem Anwendungsfall muss ich nicht immer ein Notebook an meinen stationären Kopfhörerverstärker anschliessen, denn auch der Shanling DAP erkennt den Questyle CMA400i als digitales Audiogerät und dient ihm dann als Zuspieler.

Perfekt!

 


5. Software
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Da die meisten Shanling DAPs über kein Touch-Screen verfügen, muss die Bedienung nur mit Tasten und Drehrad intuitiv, einfach und schnell sein. Mit zunehmendem Funktionsumfang ist das jedoch nicht immer optimal erreichbar. Aus meiner Sicht lassen sich M2S und M3S intuitiv und einfach bedienen, wobei ich mich natürlich geistig wieder etwas umstellen muss. Die Verknüpfungen im Gehirn für die touchlose Bedienung müssen entstaubt werden. 😉

Nach wenigen Minuten funktioniert die Bedienung mittels Tasten reibungslos. Aufgrund der Funktionsvielfalt gibt es auch mehrere anzusteuerende Bedienebenen im Menü, die allesamt stimmig durchdacht sind. Wenn es um die Möglichkeit der Bedienung des integrierten Players geht, hat Shanling HiBy-Link integriert. Das ist schon ziemlich genial, denn mit der gleichnamigen App für iOS oder Android wird das Smartphone zur Touch-Fernbedienung des DAP. Dabei lassen sich die Ordner der Speicherkarte der Shanling-DAPs und somit auch die einzelnen Lieder ansteuern. Zusätzlich sind die gängigen Audiofunktion als auch auch Laut/Leise des Player direkt fernbedienbar. Die lautstärkeregelung funktioniert etwas träge, da alle Einzelschritte von 0-100 am DAP ausgeführt werden.

Alle anderen Funktionen, wie Bluetooth, Equalizer, Gain-Einstellung usw. Sind der Bedienung direkt am Player vorbehalten. Und hier zeigt sich auch, dass nicht alle interessanten Funktionen für die tägliche Nutzung immer schnell erreichbar sind. Da ich beispielsweise den Gain nicht per langem Tastendruck oder „Hotkey“ verstellen kann, habe ich diesen stets auf High stehen. Das kostet im Zweifel zwar etwas Akkulaufzeit, allerdings habe ich so direkt auch immer die maximale Leistung, wenn ich sie benötige. Zum Glück ist die Lautstärkeeinstellung bei Shanling so gut, dass auch bei High Gain für sehr einfach anzutreibende Kopfhörer hier kein Problem entsteht, denn auch bei diesen ist der zu nutzende Regelbereich gut 50-60 Schritte groß. Zudem sind die ersten Lautstärkestufen auch sehr feinschrittig und leise umgesetzt.

Wie die Bedienung des Shanling DAPs im Detail aussieht, kann in meinem Youtube-Video genauer angesehen werden.

 


6. Klang
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Diesen Punkt nehme ich eher aus formalen Gründen hier auf. Mit 0,5 Ohm lassen sich am M3S InEars sowie alle anderen „großen“ Kopfhörer problemlos betreiben. Beim M2S ist es so, dass aufgrund der knapp 5 Ohm einige InEars „anders“ klingen. So klingt ein Brainwavz B400 am M2S etwas bassärmer als am M3S. Dank einiger Filtereinstellungen und dem integrierten EQ ist der Klang individuell anpassbar und es lassen sich Klangkorrekturen vornehmen. Dank der hochwertigen Verstärkereinheit wird im hörbaren Bereich alles linear gleichmässig verstärkt, die Shanling Player „färben“ den Klang nicht ein und auch in Sachen Dynamik arbeiten der M2S und der M3S tadellos.

 


7. Fazit
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Wer nicht unbedingt einen Touch-Screen benötigt und einen DAP sucht, der quasi alle Formate in sehr guter Qualität wiedergeben und dabei auch leistungshungrige Kopfhörer gut antreiben kann und wer zudem auch via Bluetooth vom Smartphone aus zum DAP streamen möchte, der findet im Shanling M3S für nur 279€ einen hervorragenden Begleiter.

Wer auf etwa 3DB Leistung und somit dem symmetrischen Ausgang verzichten kann, erhält bei einem noch etwas kleineren Formfaktor identische Leistung mit dem M2S für nur 179€.

Beide Shanlings bekommen meine uneingeschränkte Empfehlung in der Klasse der nur mit Tasten bedienbare DAPs. Trotz des höheren Preises liegt bei mir persönlich der M3S auf Platz 1 dicht gefolgt vom M2S.

 

  • 97%
    Design & Haptik - 97%
  • 94%
    Bedienkonzept - 94%
  • 94%
    Features - 94%
  • 97%
    Akkulaufzeit - 97%
  • 95%
    Verstärkerleistung - 95%
  • 97%
    Preis - 97%
95.7%

Der M2S erhält mit leichten Abstrichen angesichts des sehr günstigen Preises sehr gute 94%.

Die hier aufgeführte Detailbewertung und die Endnote beziehen sich auf den M3S!

 


8. Galerie
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Mark "MLSensai"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern  liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur  hört mit Over Ears: Focal Elex, Fostex TH-X00; Sennheiser HD58X; InEars: Brainwavz B400, iBasso iT01; DAPs: Fiio X7.2, Shanling M3s & M0