Knowledge Zenith ZS6 im Test – Der Spezialist

Ein weiterer InEar-Kopfhörer aus dem Hause Knowledge Zenith, der sowohl dynamische Treiber als auch Balanced Armature Treiber beinhaltet.

Wie sich dieser Hybride schlägt, dazu mehr in diesem Bericht.

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Der KZ ZS6 wurde mir kostenfrei zu Testzwecken von Yinyoo zur Verfügung gestellt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist er zum Preis um 45€ über Amazon.de

erhältlich.

Lieferumfang

Wie bei Knowledge Zenith üblich, wird der ZS6 in einer einfachen Verpackung geliefert. Es liegt ein 2-Pin Anschlußkabel dabei mit einer Länge von 1,20m sowie zwei zusätzliche Paar Silikon Tips uterschiedlicher Größe.


Verarbeitung

Die Gehäuse des ZS6 besteht je Seite aus zwei Aluminiumteilen, welche an drei Stellen verschraubt sind. Die Ansatzstelle ist zwar ringsherum zu sehen, jedoch unauffällig, was Versatz oder Kanten angeht. Die Form ist geometrisch gehalten, Rundungen wurden mittels im Winkel zueinander stehenden Flächen unterschiedlicher breite realisiert. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Ohrhörern von Campfire Audio drängt sich auf. Die Verarbeitung ist insgesamt sehr gut.


Technik

Im Inneren werkeln je Seite 2 dynamische Treiber und 2 Balanced Armaturen. Die Impedanz des ZS6 liegt bei 15 Ohm und der Wirkungsgrad bei 105dB /mW. Damit ist er an auch an Smartphones gut anzutreiben. Das Anschlußkabel ist 1,2m lang und verfügt über einen 3,5mm-Stereo-Klinke-Stecker zum Zuspieler hin. Frequenzen im Bereich von 7Hz – 40kHz sollen wiedergegeben werden. Nachvollziehbar ist zumindest der obere Wert für mich nicht, da es mir an entsprechendem biologischem und technischem Messequipment fehlt. 😉

Tragekomfort

Die Gehäuse trägt etwas auf, was aber keinen Einfluss auf den Tragekomfort hat. Die aktuellen Tips mit den Kerben an der Schallaustrittsöffnung passen in meine Ohren hervorragend hinein. Diese Kerben stabilisieren die Tips, so dass sie beim Hineindrücken in den Gehörgang keine Falten bilden. Bei sehr dünnen und weichen Tips kommt es bei mir oft vor, das genau dieses Einfalten geschieht, auch wenn ich die für mich korrekte Größe nutze. Dann ist der InEar nicht mehr dicht und der Bass fehlt. Mit dem ZS6 passiert das nicht. Das ist sehr gut. Der ZS6 sitzt sicher auch unter schnellen Kopfbewegungen im Ohr.
Dennoch gibt es ein Manko, was den Tragekomfort angeht und sich auch (leider) empfindlich in der Bewertung niederschlägt. Das Kabel an sich möchte ich als gummiartig bezeichnen. Nach dem Ausrollen lässt es sich nicht gerade in die Länge ziehen, es hat immer ein „Restgedächtnis“ hin zum Einrollen. Schlimmer ist aber, dass der Teil, der über das Ohr gelegt wird, immer irgendwie vom Ohr und vom Kopf absteht und ich keine Möglichkeit gefunden habe, diesen Bereich so zu biegen, dass er unmerklich über meinem Ohr liegt. Irgendwie reibt da Kabel immer unglücklich an meinen Ohren und meinem Kopf. Wer sich daran ebenfalls stört, der kann jedoch schon für ca. 7€ geflochtene Kabel auch bei Amazon finden, die einen unvergleichbar besseren Tragekomfort versprechen.


Klang

Der ZS6 bietet einen ausgeprägten Bass und sehr ausgeprägte Höhen. Für mich ist diese Badewanne zu ausgeprägt und insbesondere im Hochton meinen es die BAs oft zu gut. Im Prinzip muss das aber nicht einmal schlecht sein. Wenn ich mir e-Musik anhöre wie Boss Axis,
Dapayk & Padberg oder Trentemöller, gefällt mir diese Betonung sogar ganz gut. Doch schon bei Yello fällt mir auf, dass der Mittenbereich, Gesang und Instrumente irgendwie „hohl“ klingen. Damit kann ich mich nicht so recht anfreunden. Leider kommt bei dem Paar ZS6 noch hinzu, dass eine hörbare Kanalungleichheit im Bassbereich bis 200Hz vorhanden ist. Das ist ein wenig ausgleichbar, indem die Balance-Regelung am Zuspieler genutzt wird. Ich gehe in diesem Fall von einem Einzelproblem aus, was aber im Falle eines Kaufes aus meiner Sicht ein Grund zur Reklamation ist.

hörbare Ungleichheit im Bassbereich links/rechts


Technisch funktioniert der ZS6 einwandfrei und sowohl die dynamischen Treiber wie auch die Balanced Armaturen spielen präzise, wobei der Bass recht weich gehalten ist, jedoch nicht unangenehm Übergriffig ist. Unterm Strich macht der ZS6 klanglich für mich einen zwiespältigen Eindruck und ist für mich ein Paradebeispiel eines Kopfhörers, den ich am ehesten einen Spezialisten für e-Musik nennen möchte – für meinen Geschmack.


Vergleich – ZS6 vs. ZSN

Der 20€ ZSN hält dem Vergleich mit dem ZS6 aus meiner SIcht unbedingt Stand, auch wenn er eine Betonung im Berecih 2-4kHz mitbringt und im Bass deutlich neutraler spielt. Der ZSN ist insgesamt spaßig neutral abgestimmt während der ZS6 doppelt spaßig abgestimmt ist.
Der ZS6 bietet mit den zwei Balanced Armaturen eine höhere Separation im Mitten- und Hochtonbereich, bringt aber eben auch mehr – und für mich zu viel – Energie mit im Vergleich zum ZSN.


Fazit & Bewertung

Wer Bass- und Treblehead ist und vorwiegend instrumentale e-Musik hört, der kann mit dem ZS6 unheimlich Spaß haben. Wer aufgrund von Einschränkungen im Hörvermögen ausdrucksstarke Inears sucht, auch der sollte sich die ZS6 anhören. Denn auch wenn es mir zuviel Energie ist, verrichten sie ihre Arbeit technisch einwandfrei.

Bewertung

  • Tiefbass
  • Bass
  • Mitten
  • Brillanz / Hochton
  • Dynamik
  • Räumlichkeit
  • Design / Verarbeitung
  • Kabel
  • Tragekomfort
  • Preis
3.7

Video & Galerie

Mark "MLSensai"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern  liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur  hört mit Over Ears: Focal Elex, Fostex TH-X00; Sennheiser HD58X; InEars: Brainwavz B400, iBasso iT01; DAPs: Fiio X7.2, Shanling M3s & M0