Inline AmpUSB EQ im Test – kleiner, kraftvoller Kopfhörerverstärker in Hybrid-Röhrentechnik… und noch viel mehr…

Mit der Marke Inline hat das Unternehmen Intos eine sehr interessante Produktlinie im Portfolio zu der auch der neue stationäre Kopfhörerverstärker AmpUSB EQ gehört. Dessen Vorendstufe wurde mittels einer Röhre realisiert, was aber nicht seine einzige Besonderheit ist.

Der KHV wurde mir seitens der Intos Electronic AG für diesen Artikel zur Verfügung gestellt.


Parallel zum Bericht habe ich auch ein Video zum Produkt eingestellt. Dort gehe ich auf die Details genau ein und zeige den AmpUSB EQ in Nahaufnahme und im Einsatz.

 

Pre-Fazit

Wer kann aus meiner Sicht eigentlich mit diesem Kopfhörerverstärker etwas anfangen?
Dank seiner kompakten Abmasse und dem kleinen Netzteil ist der AmpUSB EQ im Gepäck platzsparend untergebracht und leicht zu transportieren. Hier klingt es schon an, dass ein mobiler Einsatz mit dem Gerät problemlos möglich ist. Allerdings gilt das nicht nur, wenn es darum geht, ihn auf Dienstreisen mit zu nehmen, sondern auch in den heimischen vier Wänden ist der AmpUSB EQ schnell dort platziert, wo man bewusst Musik hören möchte. Egal ob am Couchtisch, im Arbeitszimmer oder am Esstisch, der AmpUSB EQ findet überall ein Plätzchen, lediglich eine Steckdose sollte in der Nähe sein. Durch seine absolute Vielfalt in Bezug auf die Signaleingänge,darunter mehrere Arten der digitalen und analogen Zuspielung, sind seine Einsatzmöglichkeiten nahezu unbegrenzt. Sogar ein Line-Out und ein Subwoofer-Out Ausgang sind vorhanden, das ist einmalig. Ein konkretes Beispiel, wie ich den AmpUSB EQ einsetze beschreibe ich ich weiter unten. Hinsichtlich des Klangs sollte er dank der Möglichkeiten der Klanganpassung nahezu jeden Geschmack bedienen können. Mit der Klangvorbereitung auf Röhrenbasis versprüht der kleine Verstärker trotz aller digitalen Vorteile auch analogen Charme.

Technische Daten

An dieser Stelle möchte ich im Folgenden einen Auszug zu den technischen Daten bieten und verweise für alle weiteren Details auf die Produktseite der Intos AG.
Der AmpUSB EQ wird mit einem externen 24V Netzteil betrieben, welches mitgeliefert wird.

Gehäuse:
93 x 110 x 50 mm (B x T x H)

Ausgänge:
3,5mm, 6,3mm Stereo-Klinke, SPDIF / Pre-Out, Bass-Out (Subwoofer 150Hz)

Eingänge:
Phono, Line-In, Aux-In, SPDIF optisch TOS-Link, Micro-USB

(c)opyright Intos Electronic AG

Unterstütze Formate:
DSD 2.8/5.6MHz (nativ & DoP), PCM 384KHz/32bit

Kopfhörer-Ausgangsleistung (bei 1KHz und Einzelkanal):
210mW / 16ohm, 190mW / 32ohm

3-Band-Equalizer:
Hochtonbereich: 3KHz-20KHz (-12dB bis +12dB)
Mittenbereich: 200Hz-4KHz (-10dB bis +10dB)
Bassbereich: 20-250Hz (-14dB bis +14dB)

Empfohlene Kopfhörer-Impedanzen:
16 – 600 Ohm

 

Anwendungsbeispiele

Wie im Pre-Fazit schon beschrieben, gibt es sehr viele Möglichkeiten, dem AmpUSB EQ die Nutzsignale zuzuführen. So möchte ich kurz und knapp verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, die ich selbst auch getestet habe.

 

A) Digital Audio Player oder Smartphones als Zuspieler

Der AmpUSB EQ verfügt über eine USB-Schnittstelle die via einem USB-OTG Kabel von Android-Geräten unkompliziert befeuert werden kann. Das klappt sofort mit meinem Xiaomi Redmi Note 5 sowie dem Hiby R6 DAP. Der Inline wird einfach an das Android Gerät via USB angeschlossen und schon wird die erste Verbindung, in meinen Fällen jeweils 384kHz, ausgehandelt. Erst mit Abspielen der Musik stellt sich der KHV dann auf die Auflösung des zugespielten Nutzsignals ein, bei mir waren das 192kHz (24Bit). Die Anzeige erfolgt durch eine entsprechend aufleuchtende LED. In diesem Setting ist der AmpUSB EQ als mobiler Kopfhörerverstärker unterwegs und steht oft am Abend vor mir auf dem Wohnzimmertisch, während ich dann Musik mit unterschiedlichen Kopfhörern mit ihm hören kann. Selbst ein AEON Flow wird laut genug angesteuert. Durch die Möglichkeit der Bassregelung im Bereich +-14dB lassen sich selbst dünn klingende Kopfhörer aufmöbeln. Auch die Bereiche Mitten und Hochton sind wohl dosiert anpassbar. Der Dreiband EQ ist wie schon von anderen Produkten von Inline sinnvoll und gut abgestimmt.

B) Schallplatten über Kopfhörer genießen

Ich betreibe meinen TEAC Plattenspieler direkt an meinem Como Audio Musica. Wollte ich bisher Schallplatten über Kopfhörer hören, so musste ich bisher den rückwärtigen 3,5mm Kopfhöreranschluß des Como Audio nutzen, der allerdings in meinen Augen eher ein Notbehelf statt audiophiler Kopfhörerunterstützung ist. Nun ist der AmpUSB mit unterschiedlichen Eingängen
ausgestatt, so dass auch ein Plattenspieler auch ohne Vorverstärker direkt an ihm angeschlossen werden kann und parallel kann der Como Audio wiederum sein Signal via Line-Out an den KHV zuspielen. Die Auswahl, was ich dann hören möchte, erfolgt ganz einfach über den AmpUSB EQ. Endlich hören sich die Schallplatten über Kopfhörer an, wie ich das schon immer wollte.

 

C) TV Soundbar-Ersatz mittels Sub-Out

Schon seit geraumer Zeit suche ich eine unscheinbare Soundbar, die Filme mit dem nötigen Fundament ausstatten. Bisher war meine Suche erfolglos. Dank des AmpUSB EQ ist mir nun die Idee gekommen einen aktiven Subwoofer mittels des Sub-Out Ausganges zu betreiben. Der Fernseher gibt dabei seinen Ton mittels Kopfhörerausgang auf den AUX-IN des AmpUSB EQ. Sehr geniales Prinzip, so kann ich die Lautsprecher des Fernsehers im Dolby-Modus benutzen, der klanglich sehr gut ist, dem allenfalls der Bass fehlt. Der kommt nun über den Umweg AmpUSB EQ und dem aktiven Yamaha Subwoofer YST FSW 050, der unsichtbar im Schrank platziert ist.

D) Komplettierung meiner minimalistischen Hifi-Anlage

Seit ich vor vielen Jahren das erste 2.1 System von Bose mein Eigen nennen konnte, ist nichts mehr an den Klang der ersten Acousticmass 5 Serie herangekommen. Nun ist das anders, denn mit einem Chrome Audio am Line-In Eingang und meinem auf Google Cast basierendem Multiroom System, gibt es nun richtig genialen Klang, bei dem der AmpUSB EQ ebenfalls den Subwoofer antreibt.

Am Anfang dachte ich, die vielen Eingänge des AmpUSB EQ braucht doch kein Mensch. Nachdem ich aber das Potential erkannt habe, fehlt mir sogar noch der ein oder andere Ein- und Ausgang.
Das Beste ist bei alle dem, dass natürlich alles was von egal wo wie beschrieben zugespielt wird, natürlich unmittelbar mit dem Kopfhörer angehört werden kann.
Loudness und Klangveränderung können mit jeweils einzelnen Schaltern ein- und ausgeschaltet werden, so dass das eingehende Signal auch direkt durchgeschliffen werden kann.
Und sollen Subwoofer und Line-Out auch „still“ sein, dann nutzt man einfach den Line-Out Schalter an der Front. Absolut genial.

Klang

Bei den vielen Möglichkeiten fast schon zweitranging, geht es nun abschliessend noch um den Klang als Kopfhörerverstärker. Der AmpUSB EQ ist für meine Begriffe mit dem DAC Chipsatz ES9018Q2C und dem Röhrenvorverstärker mit 12AU7 Röhre ein hervorragender Kopfhörerverstärker. Aufgrund des 3-Band-Equalizer lassen sich auch empfindliche InEars gut am AmpUSB EQ betreiben und je nach persönlichem Geschmack passend „verändern“. Das gilt natürlich auch für „ausgewachsene“ OverEar Kopfhörer. Soweit ich hören kann, fällt mir am AmpUSB EQ nichts Negatives auf. Beim Durchhören meiner Playlist auf Spotify „Miniklagwunder“, gefällt mir der Klang auch ohne EQ sehr gut. In Sachen Röhrenschmelz, von dem im Test in der Zeitschrift Audio berichtet wurde, ist es tatsächlich so, dass der AmpUSB EQ bei einigen Stücken die sibilanten Ecken hier und da etwas abrundet. Der Focal Elegia neigt aufgrund seiner etwas spaßigeren Abstimmung dazu, bei kritischen Stücken zu sehr ins Ohr zu gehen. Ganz deutlich wird das bei dem Stück „Out of time“ von Blur. Mit dem AmpUSB EQ auch ohne den EQ einzusetzen klingt der Elegia mit dem Verstärker hervorragend entspannt und doch auf den Punkt. In Sachen Transparenz und Auflösung sehe ich keine Nachteile selbst gegenüber meinem ADI-2 DAC, jedoch sind die Möglichkeiten des AmpUSB EQ in Sachen Klangveränderung deutlich begrenzter. Vergleiche ich beide KHV im direkten Betrieb, also flat, so bietet der RME-Kollege noch deutlich mehr Möglichkeiten, besonders dann, wenn es um den Betrieb von ansteuerungskritischen Kopfhörern wie InEar mit Balanced Armatur Treibern geht. Auch in Sachen Leistung ist der RME überlegen, wenngleich auch der AmpUSB EQ sowohl einen 300 Ohm Sennheiser HD800S als auch einen Mr.Spreakers AEON Flow Kopfhörer sehr laut antreiben kann. Allerdings kostet der RME auch etwa das 3,5-Fache. Wenn der AmpUSB in Relation zum Preis gesehen wird, macht er alles auf höchstem Niveau richtig.

 

Fazit & Bewertung

Unterm Strich ist es ganz einfach. Jeder, der mit der Größe und dem Design klar kommt, bereit ist bis 300€ zu investieren, Wert auf guten Klang legt und keinen Akkubetrieb benötigt, der sollte sich, egal ob als Einstieg oder als Ergänzung, den AmpUSB EQ unbedingt ansehen oder noch besser in Ruhe anhören. Der AmpUSB EQ macht nicht nur als Kopfhörerverstärker eine sehr gute Figur, er fungiert wie in meinen beschriebenen Anwendungsfällen als Ergänzung zu bestehenden Systemen und als Schaltzentrale gleichermaßen. Chapéau!

Bewertung

  • 94%
    Klang - 94%
  • 92%
    Leistung - 92%
  • 96%
    Technik / Features - 96%
  • 90%
    Kopfhörer Neutralität - 90%
  • 90%
    Design - 90%
  • 96%
    Verarbeitung - 96%
  • 97%
    Preis / Leistung - 97%
93.6%


Galerie




Mark "MLSensai"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern  liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur  hört mit Over Ears: Focal Elex, Fostex TH-X00; Sennheiser HD58X; InEars: Brainwavz B400, iBasso iT01; DAPs: Fiio X7.2, Shanling M3s & M0