InEar RHA CL1 im Test – Auf den Punkt gebracht!

Ein dynamischer InEar mit CL Dynamic-Transducer für den Bass- und Mitteltonbereich und zusätzlich speziellem Keramik-Klangplättchen für Frequenzen ab 8kHz. RHA verspricht einen hochauflösenden Kopfhörer mit originalgetreuem Klang mit dem CL1 zu liefern. Dazu nun meine Meinung…

 

 

Vorwort

 

Da RHA ein Set bestehend aus CL1 & L1 anbietet, jedoch auch beide Produkte einzeln zu erwerben sind, habe ich mich entschlossen, sowohl den InEar CL1 als auch den Kopfhörerverstärker DACAMP L1 einzeln mit je einem eigenen Bericht unter die Lupe zu nehmen. Die klanglichen Eigenschaften werden im Detail durch einen zusätzlichen dritten Artikel dargestellt, in welchem das Set im Vordergrund steht. Hier geht es nun um den CL1 InEar Kopfhörer von RHA.

 

Hier geht es zum L1 Artikel und hier zum Set L1 & CL1 mit den Hörproben.

 

Weiter geht es nun mit dem InEar CL1 von RHA.

 

Inhalt

  1. Verpackung & Zubehör
  2. Design & Verarbeitung
  3. Tragekomfort & Handhabung
  4. Klang/Technik & Zuspieler
  5. Fazit
  6. Bewertung
  7. Galerie

 

1. Verpackung & Zubehör

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Beide Produkte, der CL1 und der L1 kommen in sehr ähnlicher Verpackung, so wie ich es bei einem Set erwarte. Irgendwie wird sofort klar: Die gehören zusammen! Die Details hinsichtlich des Zusammenspiels als Set sind in dem hier verlinkten Artikel festgehalten. In bedruckten Papphüllen eingeschoben befindet sich jeweils eine hochwertige Klappbox. Auf den Vorderseiten befinden sich jeweils Fotos des CL1 und L1, auf den Rückseiten sind jeweils technische Daten abgebildet. Werden die Boxen aufgeklappt, so sind beide Produkte gekonnt in Szene gesetzt zu sehen. Jeweils in Passformen aus feinporigem, dunkelgrauem Schaumstoff werden der DACAMP L1 sowie die InEars CL1 präsentiert. Das Zubehör befindet sich jeweils in einer Ebene unter den Protagonisten. Auch die einzelnen Zubehörteile sind jeweils separat verstaut.

Der CL1 wird mit zwei Kabel, wovon eines ein symmetrisches Kabel mit Mini-XLR-Stekcer ist, einem hochwertigen Adapter von 3,5 auf 6,3mm Klinke, einem kleinen Case und einer Edelstahlaufbewahrung für die 9 Paar !!! Tipps geliefert. Das Zubehör ist nicht nur reichhaltig. Schon beim Auspacken stellt sich bei mir der Anspruch ein, es mit einem hochwertigen Produkten zu tun zu haben. RHA betreibt hier kein Understatement und setzt sich selbst hohe Maßstäbe. Das gefällt mir, birgt natürlich auch Gefahren, denn schon jetzt erwarte ich, dass RHA ein Spitzenprodukt abliefert.

 

2. Design & Verarbeitung

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Die Gehäuse des CL1 sind klein, sehr klein. Als Vergleich möchte ich hier die Kunststoffgehäuse der Brainwavz B-Serie mit festem Kabelausgang heranziehen, die bisher für mich am komfortabelsten waren.

Die Gehäuse des CL1 bestehen weder aus Kunststoff, noch sind die Kabel fest integriert. Beim Herausnehmen des InEars fällt sofort die glatte und kalte Oberfläche der Gehäuse und sie rutschen mir fast aus den Fingern, etwas mehr Druck beim Anfassen fördert das nur; so glatt und präzise sind die Oberflächen des Keramikgehäuses gearbeitet. Gut, dass die Bezeichnung CL1 und das RHA Logo leicht vertieft auf den „Flächen“ eingearbeitet sind, dadurch lassen sich die InEars dann doch wieder gut handhaben. Die hohe Qualität der Verarbeitung ist insbesondere sehr gut im Bereich der MMCX Buchsen zu sehen. Auch da ist die umlaufende Kante abgerundet ausgearbeitet, obwohl sie eigentlich sowieso unter dem Stecker unsichtbar verschwindet. Auch hier perfekt bis ins Detail.

 

Die mitgelieferten Kabel wären einen eigenen Artikel wert, würden diese als Upgrade-Kabel eines 3. Anbieters verkauft werden. RHA überlässt diesen geschäftlichen Zweig jedoch nicht den Mitbewerbern und liefert zwei Kabel mit dem CL1 aus, die ich auch auf dem Drittmarkt bisher in der Qualität noch nicht erlebt habe. Das sind für InEars zwar recht dicke Kabel, doch superflexibel. Hinsichtlich Materialwahl sind die Kabel Referenz. Ob nun Kupfer oder Silber verarbeitet wurde ist mir relativ egal, da ich kein Anhänger von Kabelklang bin. Die technischen Eigenschaften beider Kabel sind jedoch absolut einwandfrei. Die Kabel messen sich im Signalweg übrigens mit 151 Ohm, so ist klar, dass dort auch die Anpassung der Impedanz stattfindet.

Das „normale“ Kabel mit 3,5mm Klinke-Stecker ist in Kupfer ausgeführt und das symmetrische Kabel mit dem Mini-XLR-Stecker kommt in Silber daher. Beide Kabel verfügen nach dem Steckkontakt für die InEars über eine formbare Spirale, welche sich perfekt dem Tragen über dem Ohr anpassen lässt. Mittels eines etwas dickeren Übergangs wird die Verbindung zum Kabel realisiert. Dieses formbare Teil ist seitens RHA sogar zum Patent angemeldet.

 

In Sachen Design und Verarbeitung gibt es nichts zu beanstanden, sehr gut!

 

3. Tragekomfort & Handhabung

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Das Einsetzen des InEars funktioniert sehr einfach. Mit wenig Übung lässt sich der CL1 auch einhändig ohne Probleme einsetzen und das Formteil über das Ohr legen. Da gibt es ganz andere Kandidation, die sich oft nur mit zwei Händen „einoperieren“ lassen. 😉

Aufgrund seiner geringen Größe sitzt der CL1 sehr angenehm im Ohr und muss auch nicht zig Mal erneut positioniert werden. Wie immer gilt es, sich die passenden Tipps für den korrekten und luftdichten Sitz herauszusuchen, bevor es so richtig losgehen kann. Das Kabel ist aufgrund der sehr guten Flexibilität kaum zu spüren und auch Körperschall dringt durch das Kabel nicht bis ans Ohr vor. Auch hier geben ich dem CL1 wieder ein sehr gut.

 

4. Klang/Technik & Zuspieler

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An dieser Stelle ist für gewöhnlich die Rubrik „Soundcheck und Hörproben“ zu finden, welchen ich jedoch in einen eigenen Artikel zum Set, bestehend aus dem InEar CL1 und Kopfhörerverstärker DACAMP L1 untergebracht habe.

 

Hier der Link dazu.

 

Ich ordne für mich den CL1 hier jedoch als grundsätzlich eher auf der helleren Seite der Klangabstimmung zu finden ein, wobei der Bass dennoch nicht zu kurz kommt. Für mich persönlich klingt er jedoch „pur“ angetrieben zum Teil in den oberen Mitten und im Hochton etwas zu „scharf“. Hinzu kommt, dass der CL1 sich erst an einem ordentlichen Kopfhörerverstärker gut entfaltet, denn mit 150Ohm Impedanz und einer Empfindlichkeit von 89dB benötigt er schon einiges an Energie, damit die Schallwandler auch ordentlich Druck erzeugen.

 

 

Wie macht sich der CL1 an unterschiedlichen Zuspielern?

 

CL1 & iPhone 6s

Mein Einruck ist, dass auch an meinem iPhone grundsätzliche der Betrieb möglich ist, doch da klingt der CL1 nicht wirklich überzeugend. Der InEar erscheint mir deutlich zu „dünn“ klingend und auch im Hochton langt er mir gelegentlich auch zu kräftig hin. Das ist zudem unabhängig davon, wie lange ich mich an die Kombination iPhone & CL1 versuche zu gewöhnen. Das iPhone ist für den CL1 einfach kein guter Partner.

 

 

CL1 & Questyle CMA400i

Am stationären Questyle CMA400i Kopfhörerverstärker sieht das schon wieder anders aus. Auch wenn der CL1 bei noch geringen Lautstärken recht zurückhaltend wirkt, so hört sich diese Kombination deutlich leistungsfähiger an. Bei Höheren Lautstärken macht sich der Bass sehr schön ausgeglichen und dennoch dramatisch bis tief in den Basskeller hinab bemerkbar. Lediglich im Hochton wird es mir dann irgendwann zu viel. Für andere mag das wiederum genau richtig sein. Da mir ein Adapter auf den Mini-XLR-Stecker des Kopfhörers fehlt, kann ich zum symmetrischen Betrieb am Questyle keine Aussage machen.

 

CL1 & DACAMP L1

Am DACAMP L1 von RHA entfaltet der CL1 aber erst sein komplettes Potential. Mit der Möglichkeit auch Bass und Höhen zu verändern, kann der CL1 quasi für alle Hörgewohnheiten „abgestimmt“ werden. Ich Höre ihn beispielsweise bei +3dB im Bassbereich, was als Low-Shelf bis 3kHz ausgelegt ist, und bei -2dB im Hochtonbereich, was als High-Shelf ab 3kHz ausgelegt ist. Und selbst wenn ein Lied es an etwas mehr oder weniger im Bass oder den oberen Mitten/Hochton braucht, ist das schnell eingestellt. Dämpfungen sind jeweils bis -3dB möglich und Anhebungen bis +9B. Und selbst mit auf Maximum gestellten Bass kommt der CL1 ohne Probleme klar, nur eben meine Ohren nicht. 😉

 

Hörproben gibt es an dieser Stelle hier nicht, dafür aber gern im eigenen Artikel über das Set DACAMP L1 und InEars CL1.

 

Klangbewertung

Der CL1 klingt an einem potenten Verstärker ohne Klangveränderung wie beworben über den gesamten, von mir hörbaren Frequenzbereich sehr präzise. Der Bass wird druckvoll und sauber dargestellt, dürfte etwas mehr sein. Stimmen werden angenehm wiedergegeben, wobei in den oberen Mitten und im Hochton für meinen Geschmack etwas Zurückhaltung die schärfe aus „S“-Lauten und einigen Instrumenten nehmen würde.

 

 

5. Fazit

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Der InEar CL1 ist für mich ein eher hell, analytisch ausgerichteter InEar mit präzisem Bassfundament, der schwer anzutreiben ist und deckt als eigenständiges Produkt nicht ganz meine Vorlieben ab. Er macht seine Sache klanglich aus meiner Sicht gut. Hinsichtlich Verarbeitung, Haptik und Tragekomfort ist er spitze.

Selbst mit maximalem Bass oder maximalen Höhen am L1 spielt der CL1 stets sauber und liefert in dieser Kombination einen individuell anpassbaren Klang, welcher dann auch meine Vorliebe einer „spaßigen“ Abstimmung trifft. Technisch skaliert der CL1 hervorragend.

Mit dem CL1 ist RHA ein sehr interessanter InEar gelungen, der sich an den ernsthaften Hifi-Freund richtet und nicht den Anspruch als Hosentaschenkopfhörer für beliebige Smartphones verfolgt.

Kurzum: Einen kräftigen Partner vorausgesetzt, ein tolles Ding dieser L1!

 

6. Bewertung

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Gut

 

  • 89.1%
    Klang - 89.1%
  • 93.1%
    Sonstiges - 93.1%
91.1%

 

 

7. Galerie

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Mark "MLSensai"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern  liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur  hört mit Over Ears: Focal Elex, Fostex TH-X00; Sennheiser HD58X; InEars: Brainwavz B400, iBasso iT01; DAPs: Fiio X7.2, Shanling M3s & M0