InEar Fiio FH1 Testbericht – Freunde des vollen Klanges aufgepasst: großartiger Einstieg in die Fiio-Hybrid-Welt!

Für nur 89€ gibt es von #Fiio den #FH1 InEar Kopfhörer, der den Einstieg in die Welt der hybriden InEars von @Fiio eröffnet. Dieser #Dual Treiber Kopfhörer wurde mir leihweise vom deutschen Distributor @NTGlobal zur Verfügung gestellt. Meine Meinung darüber, für wen sich dieser Einstieg lohnt, erfährst Du in diesem Artikel.


 

 

Vorwort

Fiio hat drei InEars im Portfolio, welche alle auf identisches Design setzen, was die Verpackung und den Kopfhörer selbst angeht. So gleichen sich, bis auf das verwendete Gehäusematerial und oberflächliche Unterschiede, der FH1, F9 und F9 Pro wie dreieiige Drillinge. Nach dem F9 folgte der Pro und nun der FH1. Auch wenn der FH1 nur aus Kunststoff besteht und nur zwei Treiber beinhaltet und konsequenter Weise auch sehr lobenswert auch deutlich weniger als die F9 kostet, ist er keinesfalls schlechter. Für mich ist sogar das Gegenteil der Fall, denn schon nach den ersten Minuten ist klar, dass er meine Vorlieben hervorragend bedient. Satter, kräftiger Bass, ein leicht zurückgenommener stimmlicher Bereich, deutliche Mitten und ein strahlend transparenter Hochtonbereich ohne penetrant zu sein.

 

Hier noch die Links zu den Tests des Fiio F9 und des Fiio F9 Pro.

 

Inhalt

  1. Verpackung & Zubehör
  2. Design & Verarbeitung& Technische Daten
  3. Tragekomfort & Handhabung
  4. Soundcheck & Hörproben
  5. Fazit
  6. Galerie

 

1. Verpackung & Zubehör

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Die Verpackung entspricht der Aufmachung, wie sie bereits vom F9 und F9 Pro bekannt ist. Geliefert wird der Fiio FH1 in einer schwarzen Pappschachtel, auf der der InEar und einige technische Daten abgebildet sind. Im Inneren wartet ein Kästchen mit Bügelverschluss aus Kunststoff darauf, geöffnet zu werden. Die InEars sind sichtbar im oberen Bereich der Schachtel untergebracht, während im Inneren des Kästchens neben 6 Paar Silikon-Tipps, je ein symmetrisches Kabel mit 2,5mm Klinke-Stecker und ein Smartphone-Kabel mit 3,5mm Klinke-Stecker mit Kabelfernbedienung und integriertem Mikrofon befinden. Allein die Möglichkeit, das Kabel wechseln zu können und dann auch noch direkt ein zweites Kabel mitzuliefern, ist für diese preisgünstige Einstiegsklasse bemerkenswert.

 

2. Design & Verarbeitung & Technische Daten

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Der Fiio FH1 besteht im Fall meines Test-Kopfhörers aus einem blauen Kunststoffgehäuse. Trotzdem macht das Gehäuse einen robusten Eindruck. Die Verarbeitung ist einwandfrei. Es sind keine Spaltmasse oder Überstände am Gehäuse zu erkennen oder zu spüren. Auch bei Druck knarrt oder knackt nichts. Die Gehäuseform entspricht wie schon erwähnt weitestgehend dem Design der F9 InEars, im Vergleich der F9 Pro.

 

Weitere Technischen Daten im Überblick (Quelle: Fiio-Shop.de)

Typ: Geschlossen
Frequenzumfang: 15 Hz – 40k Hz
Wirkungsgrad: 106 dB/mW
Impedanz: 26 Ω
Kabellänge: 1,2 Meter
Gewicht: 3,65 Gramm pro Hörer
Farbe: Schwarz, Rot, Grün Blau
Konnektivität: 2,5 mm TRRS und 3,5 mm Klinke mit Kabelfernbedienung

 

3. Tragekomfort & Handhabung

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Auch beim FH1 gibt es keine Überraschungen und so sind Tragekomfort und die Handhabung isentisch mit den F9 InEars.

Zitat:

Der Fiio F9 Pro lässt sich einfach in den Gehöreingangstrichter einführen und schmiegt sich anschließend sehr gut in die Ohrhöhlung mit sicherem Halt an. Die Kabelführung verläuft von vorn über das Ohr hinunter. Das Einsetzen des InEars funktioniert somit recht leicht, jedoch benutze ich stets beide Hände beim Einsetzen, denn die MMCX Verbindungen drehen sich leichtgängig um 360° um das Gehäuse. Die Handhabung beim Einsetzen inklusive der „Kabelverlegung“ ist zufriedenstellend.

Wie beim F9 auch schon, drückt mir der F9 Pro nach einiger Zeit etwas zu sehr auf den vorderen Teil meiner Ohrhöhlung. Unterm Strich gehen Tragekomfort und Handhabung für mich in Ordnung, wobei die Tragedauer in meinem Fall begrenzt ist und „Erholungspausen“ für meine Ohren notwendig sind.“

Hinsichtlich der Tipps ist beim FH1 weniger Auswahl vorhanden, so dass ich wieder auf meine eigenen Tipps zurückgreifen muss, um bestmöglichen Halt und Seal zu bekommen. Angesichts des sehr günstigen Preises des FH1 ist das aber verschmerzbar und sicherlich sind für die Mehrheit der Anwender die zugehörigen Silikon-Tipps völlig ausreichend.

 

4. Soundcheck & Hörproben

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Ich werde wieder die zwei Musiktitel in die Hörproben mit aufnehmen, um einfach den Unterschied zum F9 Pro etwas genauer darzustellen.

Wichtig!

Der FH1 ist auf der ganzen Linie deutlich betonter im Bass und vor allem Tiefbass als seine älteren Geschwister und gehört auf jeden Fall in die Kategorien „spaßig“ und „Basshead“. Dabei wird aber der Mitten und Hochtonbereich nicht vernachlässigt.

 

 

Hörproben

 

Al Jarreau „Cold Duck“

 

 

Zur Erinnerung beim F9 Pro

Beim F9 Pro stelle ich sofort fest, dass alles vom rechten Platz zu spielen scheint. Breite und Tiefe der Bühne passen. Alle Instrumente befinden sich vor mir auf der Bühne und sind leicht versetzt. Die Hihats des Schlagzeugs Treiben das Lied angenehm voran. Der Kontrabass ordnet sich bei Eintritt des Gesangs sofort unter, bleibt aber trotzdem ein tragendes Element. Gitarren- und Saxophon-Soli werden jeweils transparent herausgestellt und treten später ebenfalls zurück in den Hintergrund.

Akzente werden brillant wiedergegeben und wirken dennoch eher smooth. Ein Qäntchen mehr Wärme als beim F9.

 

Zum FH1

Sofort fällt mir die breitere Bühne auf und auch der betontere Bereich der oberen Mitten, zudem der mächtige Bass, der jedoch schön Straff spielt. Das Schlagzeug gefällt mir außerordentlich gut. Der FH1 reißt mich bei „Cold Duck“ förmlich mit. Ich erwische mich, wie ich die Lautsttärke immer weiter anheben. Fußwippfaktor! Für den aufgerufenen Preis einfach nur sensationell!

 

Avenged Sevenfold „Hail to the king“

 

 

Zur Erinnerung beim F9 Pro

Trotz federndem Bass entstehen genug Druck und Dynamik. Die Lead-Gitarre trägt das Lied. Gesang und Schlagzeug ergänzen sich. Insgesamt für mich sehr gut. 

Mit dem F9 Pro gibt es jetzt genau die leichte Reduzierung, die auch hier das Klangbild für mich nicht zu metallisch werden lässt. Das führt auch zu einer verbesserten Präzision.

 

Zum FH1

Das Stück treibt mit den E-Gitarren stark nach vorne. Auch hier gefällt mir das Schlagzeug hervorragend. Im Normalfall würde ich die oberen Mitten wahrscheinlich als zu viel empfinden, doch hier passt das absolut gut in Verbindung mit dem abgrundtiefen Bass als Gegengewicht. Das wirkt keinesfalls überladen sondern einfach mit Nachdruck geradeaus. Alle Instrumente lassen sich gut auseinanderhalten und „verbreien“ auch nicht mit dem Gesang zu einer unverdaulichen Masse. Ganz großes Konzert.

Weiterhin hier noch der Vergleich der weiteren Titel aus dem Artikel zum F9 Pro.

 

Sting „Englishman in New York“

 

 

Im Gegensatz zu den F9 Hörern hat der FH1 seine Betonung im Hochton in einem anderen Frequenzbereich, der mir nicht „weh“ tut. Das ist eher meine Abstimmung. Auch der Gesang nervt mich laut gehört nicht. Besonders die Akzente kommen mit dem FH1 besonders gut heraus, klingen aber ganz leicht metallisch. Das muss man mögen, könnte dem einen oder anderen „unecht“ vorkommen. Ich finde es toll!

Im Bereich der Räumlichkeit und der Dynamik war mir das beim F9 Pro noch etwas zu zurückhaltend. Beim FH1 vermisse ich hier nicht – und das unabhängig vom günstigen Preis. Chapeau Fiio!

 

Run D.M.C. „Walk this way“

 

 

Zum Abschluss noch ein energiereicher Klassiker!

 

Hier geht es zur Sache. Insbesondere weil die Abmischung der Aufnahme nicht dem heute üblichen Standard entspricht und die handgemachte Musik nicht perfekt ist, fordert dieses Stück jeglichen Kopfhörer. Mit dem F9 Pro geht das schon in die richtige Richtung. Was mir bei ihm jedoch fehlt, dass bietet mir jedoch der FH1. Mehr Kick und Punch beim Schlagzeug und die Snare Drum klingt schön intensiv. Einziger Nachteil beim FH1 ist, dass gerade für dieses Titel der Tiefbas dann doch zu sehr betont wird. Der bleibt schön sauber, doch mit einem eher neutralen Kopfhörer ist das schön dezent. Der FH1 lässt „Walk this way“ schon fast zum Pop-Song werden. Die Hihats klingen sehr schön klar. Unterm Strich trifft der FH1 auch bei diesem Song meinen Geschmack zu gut 90%.

 

Klangfazit

Der dynamische Treiber des FH1 erzeugt einen ordentlichen Bassbereich ohne in dem ich keine ungute Betonung feststelle, es ist nur manchmal etwas zu viel des Guten, wenn es um den Tiefbass geht. Der FH1 überzeugt mich in allen von mir gehörten Genres. Je lauter er gehört wird, je mehr Spaß macht er, kann aber dann schon mit seinem Donnergrollen auf Dauer anstrengend werden. Allerdings ist das kein Problem, wenn ich ihn auf den Weg zur Arbeit in Bus und Bahn höre mit den entsprechenden Geräuschen und Straßenlärm um mich herum.

 

5. Fazit

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Der FH1 hat mich durchweg überrascht und ist sogar der erste InEar, dem ich etwas zu viel an Tiebfbass bescheinigen muss. Und das sogar, ohne Einbußen an der Qualität des Basses feststellen zu müssen. Im direkten Vergleich mit dem F9 und dem F9 Pro gefällt mir der FH1 noch etwas besser, wie bereits im Vorwort beschrieben: „Satter, kräftiger Bass, ein leicht zurückgenommener stimmlicher Bereich, deutliche Mitten und ein strahlend transparenter Hochtonbereich ohne penetrant zu sein.“

 

Wenn ich seine Abstimmung mit wenigen Worten beschreiben muss, dann fällt mir spontan ein: „spaßig abgestimmt“, oder auch ein „ausgewogener Basshead“.

 

Trotz dieser zunächst widersprüchlichen Attribute spielt der FH1 nach kurzer Eingewöhnung unheimlich musikalisch und verleiht sogar Filmen den nötigen Subwoofer-Sound. Das können nicht viele Kopfhörer, die primär auf Musikwiedergabe ausgelegt sind. Im Bereich Dynamik und Detailzeichnung sind der dynamische und der Balanced Armatur Treiber hervorragend aufeinander abgestimmt. Hinsichtlich Preis/Leistung ist der FH1 einfach ein NoBrainer und klanglich sehe ich ihn auch gerade deswegen weit oben, und zwar ohne Kompromisse eingehen zu müssen.

 

Kurzum, der Fiio FH1 ist für mich ein Knaller und bereits schon jetzt im Februar ein Highlight 2018!

Preiswert und sehr gut!“

 

Bewertung

  • 92.9%
    Klang - 92.9%
  • 97.3%
    Sonstiges - 97.3%
94.9%

 

 

6. Galerie

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Mark "MLSensai"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern  liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur  hört mit Over Ears: Focal Elex, Fostex TH-X00; Sennheiser HD58X; InEars: Brainwavz B400, iBasso iT01; DAPs: Fiio X7.2, Shanling M3s & M0