Fiio X3 Mark III im Test – Low-Cost-Flaggschiff mit HighEnd-Features

Fiio hat seit Erscheinen im Jahr 2013 des X3 DAPs diesen kontinuierlich weiterentwickelt. Der heutige X3 der 3.Generation, Der Fiio X3 Mark III, ist ein Leichtgewicht, dass es in sich hat. War der direkte Vorgänger mit einem Metallgehäuse ausgestattet, so setzt Fiio nun auf ein nahezu komplettes Aluminiumgehäuse. Viele Veränderungen wie die Umstellung der Materialien, die Veränderung des Formfaktors und die Fortschritte im Bereich der Technik sind erfolgt.

So stellt sich nun die Frage, ist der Fiio X3 Mark III nun der beste X3, den es je gab?

 

 

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich den Fiio X3 2nd Edition als ersten DAP auf dieser Seite vorgestellt.

Damals und auch heute wurden mir dankenswerter Weise diese beiden DAPs leihweise von Fiio.de für Tests zur Verfügung gestellt.

Damals habe ich mich persönlich jedoch für den Fiio X1.2 als kleinen DAP entschieden. Der Hauptgrund war, dass er Bluetooth mit an Bord hat. Er ist auch heute mein DAP für „immer dabei“ und hat mir bisher stets gute Dienste geleistet.

Doch mit dem Fiio X3 Mark III werden die Karten nun noch einmal neu gemischt. Mit ihm gibt es möglicher Weise ein preisgünstiges Upgrade, welches sogar Anleihen in Sachen Features an die Oberklasse mitbringt, wie sie bisher erst ab dem X5 zu finden waren.

Inhalt

  1. Verpackung
  2. Design / Bedienung / Haptik
  3. Technik
  4. Klang
  5. Fazit
  6. Nachtrag
  7. Galerie

 

1. Verpackung / Inhalt

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Wie auf den Bildern bereits zu sehen ist, ist die Verpackung ansprechend gestaltet ohne viel drumherum. Das Innere mit dem konturgenauem Einleger sorgt für einen sicheren Sitz des Fiio X3 Mark III und richtet sich in erster Linie an die Funktion. Gerade durch diese durchdachte Sicherung des Gerätes wirkt auch das in gewisser Weise edel. Hinter dem DAP befindet sich dann sämtliches Zubehör. Es besteht aus der Bedienungsanleitung, Micro USB-Kabel, SPDIF-Kabel, Kunstleder-Case und transparentem Bumper sowie drei Schutzfolien.

 

2. Design / Bedienung / Haptik

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Der Fiio X3 Mark III besteht weitestgehend aus Aluminium. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau. Ungute Spaltmasse, Kanten oder Oberflächenfehler kann ich am Testgerät nicht feststellen. Der silberen Gehäuserahmen verleiht dem sonst in Schwarz gehaltenem Gerät das gewisse Etwas. Das silberne Fiio-Logo auf der Rückseite fügt sich in das Design hervorragend ein. Der X3.3 ist im direkten Vergleich zum Vorgänger deutlich schlanker geworden, auch wenn er nun um 1,7cm länger, 1,3mm breiter. Dafür ist er um 3,3mm flacher und mit 102gr deutlich leichter ausgefallen. So wiegt er nun fast 30% weniger als der X3.2 bei ein um 5% reduziertem Volumen, welches nur 86ml entspricht.

Die Bedienung mit dem Touch-Wheel ist sehr stark an die des Fiio X1.2 angelehnt. Auch das proprietäre Betriebssystem und die Anzeige im oberen Drittel ohne Touch-Funktion teilen sich beide Geräte. Ich habe recht große Hände und während ich beim X3.2 immer das Gefühl hatte, dass mir dieser etwas zu klein ist, liegt mir der X3.3 perfekt in der Hand. Die Bedienung geht mir etwas besser von der Hand, was sicherlich mit der veränderten Grundform, dem leichteren Material und der vergrößerten Bedien- und Ansichtsfläche einhergeht.

 

 

In Sachen Betriebssystem, Menüführung und Bedienung per Sensorbereiche im Mix mit herkömmlichen Taster ist das Konzept beim X3 Mark III einfach „rund“. Mit den Fotos ist das Theme 4 dargestellt. Natürlich muss man diese Art der Bedienung mögen. Die großflächigen Touchscreens, wie sie mittlerweile aus dem täglichen Umgang mit unseren Smartphones nicht mehr wegzudenken sind, gibt es erst ab dem X5 bei den Fiio DAPs. Dennoch ist die Bedienung logisch, wenn auch im ersten Moment nicht unbedingt intuitiv. Schon interessant, dass auch ich immer wieder auf dem Bildschirm streiche, um Menüpunkte anwählen zu wollen. Das ist aber nicht schlimm, so „trainiert“ sich das Gehirn wieder ein wenig.

Unterm Strich sind Design, Bedienbarkeit und Menüführung für meinen Geschmack sehr gut. Wünsche habe ich keine.

Unten im Nachtrag gibt es doch noch einen Wunsch, der mir jedoch erst durch später nach der Veröffentlichung des ursprünglichen Artikels aufgefallen ist.

 

3. Technik

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Nicht nur im Vergleich zum X1.2 sondern auch im Vergleich zu seinen direkten Vorgängern hat der X3 Mark III die Nase vorn. Zum einen kostet er weniger als noch der X3.2 und zum anderen ist die verbaute Technik umfänglicher, so hat er beispielsweise einen symmetrischen Kopfhörerausgang ergänzend hinzubekommen. Auch die schon beim X1.2 enthaltene v4.1 Bluetooth-Schnittstelle hat im X3.3 Einzug gehalten.

 

 

Zudem verfügt der X3 Mark III weiterhin über eine USB-Schnittstelle und kann als USB-DAC betrieben werden. So wertet er z.B. den Kopfhörerausgang eines fast jeden Notebooks auf. Das reichhaltige Zubehör relativiert den Mehrpreis des X3 Mark III zum X1.2 weiter. Hinzu kommt der symmetrische Kopfhörerausgang im Format einer 2,5mm Kopfhörerbuchse. Dieser bietet eine höhere Kanaltrennung mit >97 dB im Vergleich zu >69 dB und zudem eine leicht geringere Ausgangsimpedanz von <1,2 Ohm, was speziell bei einigen InEars von Vorteil sein kann. Der X3 Mark III erreicht einen Ausgangspegel von 112 dB und spielt Dank des integrierten 2.350mAh Akkus 10 Stunden und länger. Das Nachladen dauert an meinem Wallcharger ziemlich genau 2 Stunden und 45 Minuten. Der X3 Mark III kann auch als Zuspieler für viele Kopfhörerverstärker mit digitalem Eingang genutzt werden, da er ebenfalls eine SPDIF-Schnittstelle im 3,5mm Kopfhörerausgang integriert hat. Das bedarf nur der entsprechenden Einstellung im Menü.

Hinsichtlich der Wiedergabeformate kann er bisher nur meine 6-Kanal Flac-Titel nicht abspielen, was ich aber verschmerzen kann. Internen Speicher besitzt der X3.3 nicht, verfügt aber über einen MicroSD-Karten-Schacht, der laut Hersteller bis zu 256B Karten aufnimmt. Meine 128GB Sandisk-Karte stellt kein Problem dar, höhere Kapazitäten kann ich jedoch leider nicht prüfen. In Sachen Bluetooth-Verbindung funktioniert mein BeoPlay H4 ebenso problemlos wie meine Bluetooth Lautsprecher Sony SRS-X20 und Denon Envaya DSB250. Kabelgebunden treibt der Fiio X3.3 ohne Probleme meinen Sennheiser HD660S laut genug an. Beim Hifiman HE4XX zeigt sich dann aber, wo in Sachen Power die Grenzen des kleinen Bruders des X5 und X7 liegen. Wer also Kopfhörer hat, die ähnlich leistungshungrig sind, sollte einen Blick auf den X5.3 werfen, der unlängst via Firmwareupdate über nun sagenhafte 740mW im symmetrischen Betrieb bei 32 Ohm im Turbo-Modus verfügt. Der treibt selbst den LCD-2 kräftig an… nur der Akku hält dann nicht einmal ehr halb so lange.

Zurück zum X3 Mark III. Wer über Kopfhörer verfügt, die auch am Smartphone schon recht laut spielen, wird mit der Leistung des X3 Mark III in dieser Beziehung ehr als zufrieden sein. Wie er dabei klingt, das beleuchte ich später noch separat.

Ich habe bereits angedeutet, dass mir die Bedienung des X3 Mark III sehr zusagt, was natürlich direkt abhängig von der Software ist. Details zu den einzelnen Menüpunkten beleuchte ich nicht weiter. Alle Menüpunkte sind selbsterklärend und hier sollte sich jeder etwas Zeit nehmen und einfach selbst ausprobieren. Bei keinem Menüpunkt habe ich mit der bei mir installierten Firmware v1.1.4 irgendwelche Auffälligkeiten gehabt, welche ich kritisch hinterfragen müsste. Auch in Sachen Hinterlegung der Funktion zu den einzelnen Tasten als Schnellwahl, gibt es aus meiner Sicht keine unlogischen oder nicht sinnvollen Umsetzungen. Wie bei jedem anderen Gerät muss ich mich natürlich auf die Bedienung an sich einlassen. Doch wie schon vom X1.2 gewohnt, fällt mir das leicht. Wenn ich da an so manche preisgünstigen Angebote aus Fernost denke, bei denen Menüs teilweise unsinnig oder gar nicht übersetzt sind oder wichtige Punkte erst im fünften Untermenü per Zufall zu finden sind, zeigt Fiio, wie es sein muss. Punkt.

 

4. Klang

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Es ist immer schwer den Klang eines Zuspielers zu beschreiben. Für sich allein genommen klingt der X3 Mark III hervorragend. Er treibt auch meinen Hifiman HE4XX ausreichend laut an. Dieser Kopfhörer klingt super mit dem X3 Mark III, doch im direkten Vergleich mit dem Fiio X7.2 sind da dann doch Unterschiede auszumachen. Tonal dichtet der X3 Mark III nirgends etwas dazu, sprich der Frequenzverlauf wird linear wiedergegeben. Wer da etwas anderes möchte, kann natürlich auch den EQ des X3 Mark III mit seinen Presets bemühen oder selbst Hand anlegen. Allerdings im Punkt Dynamik sind sowohl der X5.3 als auch der X7.2 dem X3 Mark III überlegen. Allerdings ist das nicht mit allen Kopfhörern sofort feststellbar. Wird dem X3Mark III allerdings Leistung ab etwa 80% seines Maximums abverlangt, da spielt er mitunter etwas angestrengt. Beim Hifiman bin ich dann schnell im Bereich, in dem die Spritzigkeit fehlt, die er am X5.3 im Turbo-Modus erreicht.

Um auch in die andere Richtung zu vergleichen, schafft es der X1.2 beim Hifiman HE4XX mich nicht so zu überzeugen. Mit 100mW/16Ohm ist er zu den 120mW des X3 Mark III nicht so weit entfernt. Der Hifiman klingt einfach etwas entspannter am X3 Mark III.

Auch wenn ich gern bei unterschiedlichen Musikrichtungen gern hätte hören wollen, wo der X3 Mark III die bessere Figur macht, oder anders gesagt, wo der X3 Mark III seine Stärke hat, kann ich Entwarnung geben. Unterschiede höre ich nicht. Ob Klassik, Jazz oder Heavy Metall, klanglich kann ich keine Unterschiede in der Wiedergabequalität feststellen. Lediglich im Betrieb nahe der maximalen Verstärkerleistung und unter Nutzung ansteuerungskritischer Kopfhörer spielt der X3 Mark III nicht mehr ganz so entspannt in Sachen Dynamik und Transparenz. Im Vergleich zur Nutzung eines Smartphones ist der X3 Mark III klanglich ein deutliches Upgrade.

 

5. Fazit

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Der Fiio X3 Mark III bietet im Vergleich zum Fiio X1.2 für wenig mehr Geld einen deutlich größeren Liefer- und Funktionsumfang. Der Fiio X3 Mark III stellt einen sehr sinnvollen Einstieg in den Bereich gehobener DAPs dar, insofern das Bedienkonzept mit dem Touch-Wheel gewünscht ist. Wer bewusst einen noch kleineren DAP sucht, kommt um den X1.2 nicht herum, hat dann aber mindestens keine DAC-Funktion. Allen anderen Interessenten rate ich bedenkenlos zum Fiio X3 Mark III als nahezu perfektes Einstiegs- oder auch Zweitgerät.

Wer also erstmalig in die Welt mobiler DAPs einsteigt und vom Smartphone kommt, für den ist der X3 Mark III eine kleine Offenbarung.

 

 

Bewertung

 

Fiio X3 Mark III
  • 92%
        Design / Haptik / Bedienung - 92%
  • 92%
        Technik - 92%
  • 89%
        Klang - 89%
  • 94%
        Preis - 94%
91.8%

Schulnote

Gut +

 

 

6. Nachtrag

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18.01.2018

Im Kommentar zum Fiio X3 Mark III wurde die unpräzise Steuerung und die Behäbigkeit angemahnt. Daraufhin habe ich noch einmal genau auf die Bedienung geschaut. Es ist so, dass die Eingaben im Vergleich zu einem Touchscreen natürlich nicht in der Geschwindigkeit verarbeitet werden, wie wir es beim Antippen mit der Fingerspitze gewohnt sind. Wie schon weiter oben geschrieben, muss man sich auf diese Art der „old fashion“ Bedienung einlassen und die 0,1 Sekunde zur Aktion auch abwarten lernen. Dann läuft aber alles sehr flüssig. Mit der SW1.1.4 kann ich keine „Behäbigkeit“ beststellen.

Was mir nun zugegeben auch etwas schwer fiel, ist es schnell zu sehen, welches Menü-Element derzeit fokussiert ist. Zumindest gilt das für die Themes 2, 3, 5 und 6. Für mich am besten abgesetzt ist das Theme Nummer 4, das „Jeans-Theme“. Wenn Kritik, dann auch nun aus meiner Richtung was die Visualisierung der Steuerung im Punkt Themes angeht. Hier würde ich mir tatsächlich nun auch eine Überarbeitung wünschen zu Gunsten einer schnell erfassbareren Ablesbarkeit. 

 

 

 

 

7. Galerie

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Mark "MLSensai"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern  liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur  hört mit Over Ears: Focal Elex, Fostex TH-X00; Sennheiser HD58X; InEars: Brainwavz B400, iBasso iT01; DAPs: Fiio X7.2, Shanling M3s & M0