Como Audio Solo, Duetto & Musica im ersten Test – Kompakte Miniklangwunder für den stationären Betrieb

Tom DeVesto, bekannt als Gründer und kreativer Kopf von Tivoli Audio, hat sich 2016 aus seinem selbst gewählten Ruhestand mit Como Audio zurückgemeldet. Erfolgreich wurden über Kickstarter der Como Audio Solo und der Como Audio Duetto realisiert. Das aktuelle Flaggschiff der stationären Hifi-Systeme ist seit 2017 der Como Audio Musica.

 

Als ich von NT-Global gefragt wurde, ob ich mir die Geräte gern einmal ansehen und vor allem anhören möchte, habe ich zugesagt, war aber zunächst skeptisch, ob diese Como Audios zum Portfolio von Miniklangwunder passen würden.

Es erreichten mich kurze Zeit später drei exklusive Como Audios, der Solo und der Musica in Klavierlackschwarz und der Duetto in Klavierlackweiß. Darüber hinaus gibt es noch andere Farbvarianten wie z.B. Wallnuss, was aber zu unseren Holzmöbeln aus Kernbuche aus Erfahrung nicht gut harmonieren würde.

 

 

An dieser Stelle möchte ich mich bei NT Global Distribution GmbH für die Leihgabe der Como Audio Geräte bedanken.

 

Schon beim ersten Anblick des Solo meinte meine Frau zu mir: „Wow, ein Radio? Das sieht aber edel aus!“, deutete dabei auf unser Regal und ergänzte „Und sogar mit richtigen Knöpfen.“

Natürlich sind die Como Audios nicht nur einfache Radios. FM und DAB+ Radio sind obligatorisch. Es handelt sich bei den Como Audios vielmehr um echte Tausendsassa. Neben diversen AUX Eingängen, um bereits vorhandene Komponenten wie Plattenspieler, Fernseher oder CD-Spieler anschließen zu können, gibt es noch die Anbindung in das heimische Netzwerk per Wlan und beim Musica auch per Kabel.

 

 

Spotify, Internetradio, das heimische NAS-System, sowie Bluetooth via aptX und beim Musica auch Deezer und Tidal, bieten quasi alle Möglichkeiten Musik aus dem integrierten 2-Wege-System ertönen zu lassen. Der Musica beinhaltet sogar noch ein CD-Laufwerk und kann die Musik direkt von CD zu anderen im Netzwerk befindlichen Como Audio Geräten streamen.

 

 

Die Bedienung erfolgt bei allen drei Geräten via Tasten und Drehknöpfe mit Drucktaster. Alle Geräte bringen zur Visualisierung ein Farbdisplay mit, welches beim Solo etwas kleiner ausfällt. Dank intuitiver Menüstruktur und entsprechender Tastenbelegung der drei Drehknöpfe, ist die erste Einrichtung auf einfache Art und Weise möglich, erfordert aber auch ein wenig Geduld beim Einklicken des Netzwerkschlüssels. Meine Empfehlung ist, zuerst per integriertem Assistenten das Como Audio manuell ins heimische Netzwerk zu bringen und die sonstigen Einstellungen mit der Como Audio App per Smartphone vorzunehmen. Später können alle Como Audios sowohl manuell mittels Knopfbedienung oder per mitgelieferter Infrarot-Fernbedienung und sogar per Smartphone App bedient werden. Absolut spitze!

 

 

Klanglich liefern alle drei Geräte ordentliche Leistung ab, wobei der Solo in Mono daherkommt, sich aber durch das Zusatzmodul „Ambiente“ zu einem Stereo-System erweitern läßt. Bässe werden mittels eines Bassrefelxsystems sehr authentisch wiedergegeben. Je nach Musik und Intensität gibt es allerdings ab und an dann auch Strömungsgeräusche. Mit 30W Sinus-Leistuing je Kanal ist das jedoch dann schon eine enorme Lautstärke, die bei mir allenfalls auf Silvester für einige Lieder zum Einsatz kommt. Im Alltag bei Zimmerlautstärke und auch deutlich darüber ist selbst per Equalizer betonter Bass kein Problem. Die Como Audio Geräte verfügen zudem noch über eine Loudness-Funktion, welche sehr ausgewogen umgesetzt wurde. Insbesondere sehr leise gespielt tendieren solche „Sound-Enhancer“ oftmals dazu, den Klang sogar etwas zu vermatschen und oft auch wummernd wiederzugeben. Ohne Loudness ist der Klang dann aber wiederum oft zu blechern. Hier hat Tom DeVesto genau meinen Nerv im positiven Sinn getroffen. Auch wenn ich per EQ den Bass anhebe, greift das Loudness nur soviel ein, dass auch sehr leise gespielt der Klang natürlich ist. Besonders der Musica klingt von leise bis laut gefühlt immer gleich und skaliert sehr ausgeglichen. Lediglich die einsetzenden Strömungsgeräusche des Bassrefllexrohres machen klar, wie laut er bereits spielt. Sehr bassintensive Drums und heftige Kickbässe werden dann auch zurückgenommen. Das zeugt aus meiner Sicht für die Qualität der Como Audio Geräte, denn sehr oft treten bei anderen Geräten nicht einmal bei annähernd maximaler Lautstärke bereits Verzerrungen und angestrengte Wiedergabe auf. Das signalisiert mir dann oft deutlich vorher schon „bis hierhin und nicht weiter, wenn mir die Ohren nicht schmerzen sollen“.

 

 

Am Ende ist es schon so, dass ich den Duetto und den Musica klanglich in etwa gleichauf sehe und diese meine persönlichen Favoriten sind, während der Solo etwas weniger Tiefbass bietet und im Bereich der Mitten etwas mehr nach vorne spielt. Das mag auch ein Stück weit dem geschuldet sein, dass sein Gehäuse deutlich kleiner ist und auch kein Stereo-Klang mit dem Solo allein möglich ist. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass mit dem „Ambiente“ in Ergänzung und mit deutlichem Abstand zum Solo ein ganz anderer Eindruck entstehen kann. Duetto und Musica spielen Stereo, doch im Abstand der Lautsprehcer von etwa 25cm. Da könnte dann der Solo mit Zusatzmodul sogar von Vorteil sein, wenn links und rechts drei Meter auseinander stehen.

 

Preislich liegen der Como Audio Solo bei 399,-€/449,-€, der Duetto bei 499,-€/549,-€ und der Musica bei 699,-€/749,-€ . Die höheren Preise beziehen sich er jeweils auf die Klavierlackfarben.

 

Nach anfänglicher Skepsis haben mich nun nach mehrwöchigem Testzeitraum alle drei Geräte überzeugt, wobei der Musica mich nicht nur wegen des integrierten CD-Laufwerks am meisten beeindruckt hat, sondern seine etwas größeren Gehäuseabmessungen im Vergleich zum Duetto lassen ihn einfach noch etwas erwachsener wirken.

Während der Solo und auch der Duetto im Wohnzimmerregal etwas verloren wirken, ist es beim Musica so, als sei er genau für diese Aufstellung bei mir zu Hause entworfen worden.

 

Das erste Gerät, welches meine Frau intensiv nutzt und am liebsten gar nicht mehr hergeben möchte. 😉

 

Ich hoffe, ich konnte eine ersten Eindruck zu den Como Audio Geräten vermitteln. Mehr zum Como Audio Musica als „Wunschlos-Glücklich-Paket“ demnächst i Dauertest. Also dranbleiben…

 


 

Hier zur Vollständigkeit noch einige Daten im Überblick und am Ende die Galerie mit weiteren Fotos.

  • TFT Farbdisplay (3.2″ Duetto & Musica, 2.8″ Solo)
  • Infrarot Fernbedienung
  • Smartphone App Unterstützung (iOS & Android)
  • DAB/DAB+ Radio
  • FM RDS-Radio
  • Internet Radio
  • Bluetooth 4.1 A2DP mit aptX
  • NFC
  • Spotify Connect
  • Deezer, Tidal (Musica)
  • DLNA Version 1.5
  • Integrierterr Music player für das Abspielen von Musik per USB oder NAS
  • USB Anschluß für den Direktanschluß von z.B. einer Festplatte oder als Ladebuchse
  • Netzwerkanschluß RJ45 (Musica)
  • Wifi (802.11a/b/g/n & 2.4/5GHz)
  • Optischer Eingang TOS-Link
  • 2 AUX Eingänge 3,5mm Klinke
  • zusätzliche Buchse für Spannungsversorgung via 20VDC/3A
  • Class D Verstäker mit 30W (1x Solo, 2x Duetto & Musica)
  • 2-Wege-Bassreflex-System mit 3″ dynmischen Treiber und 19mm Weichkalotten-Hochtöner
  • Standby-Verbrauch 1.5W
  • 12mm MDF Holzgehäuse
  • Abmessungen B/H/T & Leistungsaufnahme max & Gewicht
  • Solo: 240mm/132mm/130,5mm & 22W & 1,91kg
  • Duetto: 370mm/135mm/150,5mm & 25W & 2,99kg
  • Musica: 405mm/143mm/165,5mm & 25W & 2,99kg

 

Mark "MLSensai"

  • gelernter
  • Radio- und Fernsehtechniker mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern
  • liebt
  • eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz -> bildlich ein leicht nach links gedrehter, flacher Kreisausschnitt als Klangkurve
  • hört mit
  • Over Ears: Sennheiser HD700, Fostex TH-X00; InEars: Brainwavz B400, iBasso iT01; DAPs: Fiio X7.2, Shanling M3s