Youtube im Wohnzimmer – mein mobiles “10-Minuten-Studio” – Close-Up-Kamera-Upgrade

Ein Hobby möchte gepflegt werden und denke ich zurück an die ersten Videos, die ich bei Youtube eingestellt habe, hat sich eine Menge getan. Die eingesetzte Technik wird besser und der eigene Fokus verlagert sich.

Stand heute möchte ich informative Videos liefern und zugleich die dafür notwendigen Arbeiten, sprich die zu investierende Zeit, optimieren. Nebenbei sollen Bildqualität und Ton stimmen und darüber hinaus auch die Videos ansprechender werden.

Dazu ist es auch immer wieder notwendig, sich das verwendete Setup anzusehen und sowohl Technik, Methode als auch die Umsetzung in Bezug auf die Anforderungen zu hinterfragen.
Dabei wird schnell klar, welche Variablen und welche Konstanten es gibt oder ob gar vermeintliche Variablen zu Konstanten werden oder umgekehrt. Denn wie so oft im Leben ändern sich manchmal auf einen Schlag und manchmal nahezu unbemerkt schleichend Anforderungen und Rahmenbedingungen.
Das im Auge zu behalten ist wichtig, denn die Idee von morgen gibt es heute nicht und genau deswegen darf man auch nicht aufhören, “Dinge” zu hinterfragen, selbst wenn ich heute zufrieden bin.

Auch wenn das jetzt ein wenig philosophisch ist veranschaulicht das zumindest meinen Antrieb. Ich bin eben nicht zufrieden alles immer gleich zu machen. Schnell kann es passieren, dass mit dem noch so optimierten Weg das Ergebnis die aktuellen Anforderungen nicht mehr erfüllt, ohne das man es auffällt. Aber manchmal passiert das und spätestens wenn ich merke, dass ich mich an meiner eigenen Arbeit nicht mehr erfreuen kann und auch Feedback ausbleibt, dann ist es Zeit, etwas zu verändern.

Was bedeutet das nun konkret?

In meinem Fall gibt es natürlich Bedingungen, die sich auch bei jeder Kontrolle nicht geändert haben. Eine und für mich die wichtigste Konstante ist hier, dass ich über keinen Hobbyraum oder gar ein Studio verfüge. Videos nehme ich im Wohnzimmer auf und deshalb muss ich stets improvisieren und gelegentlich auch das Rad neu erfinden, wenn sich herausstellt, dass die eben angeschaffte Stativ-Beleuchtung zwar eine schöne Ausleuchtung bringt, nach dem Aufbau aber die ersten 45 Minuten vergangen sind. Es ist keine Option den Aufbau über Tage aufgestellt zu lassen und so muss der gesamte Aufbau in 10 Minuten auf- und abgebaut werden können, damit ich die Zeit dazwischen maximal nutzen kann.

In meinen Anfängen habe ich für ein Video mit einer Kamera unheimlich viele Aufnahmen gemacht, diese auch oft wiederholt und später mit viel Zeiteinsatz passend zusammen geschnitten. Jetzt lasse ich für ein Video die Aufnahme oft laufen und korrigiere sofort beim Dreh, was das Nachbearbeiten deutlich beschleunigt.
Um ein Video interessanter zu gestalten, hatte ich auch schon mit zwei Kameras aufgenommen, wobei jedoch deren Aufzeichnungsqualität zu unterschiedlich war, was die Nacharbeit wiederum erschwert hat und auch im Ergebnis nicht so toll war.

Im letzten Sommer habe ich meine alte EOS 650D durch die EOS 77D ersetzt, mit der dank Wifi nun die Aufnahmemöglichkeiten einen ordentlichen Sprung nach vorne gemacht haben. Das Ende 2018 gekaufte EFS 10-18mm STM Objektiv von Canon stellt den nächsten Schritt dar und so bin ich auch bei eher schlechter Beleuchtung mit der Qualität der Videos nun zufrieden.
In letzter Zeit habe ich mehrere Videos zu DAPs gedreht und mich dann immer für ein Produkt Close Up entschieden, was mich aber nicht ganz so glücklich gemacht hat. Also habe ich mich informiert, welcher Betrag für eine lichtstarke Zweitkamera zu investieren ist. Dabei dachte ich sogar daran, ein Smartphone zu nutzen, was sich aber als unpraktisch herausgestellt hat, da durchweg die Low-Light-Performance immer noch nicht mit reinrassigen Kameras mithalten kann.
Kleine Systemkameras wie die Canon M50 oder auch die Powershot Reihe schieden aus, denn die brauchbaren Modelle beginnen ab 500€, was für mich den Rahmen für eine Zweitkamera einfach sprengt.
Die Sony Cybershot DSC-RX100 in der ersten Variante, welche auch heute noch verkauft wird, liegt zwar bei derzeit nur knapp über 300€, kann aber auch in meinem Setup nicht überzeuge. Die aktuelle Variante 6 ist mit über 1.000€ utopisch.


Also habe ich den Gebrauchtmarkt abgeklappert und mich an meine damalige Samsung EX1 Kamera erinnert, welche für Videos aufgrund der nur VGA-Qualität nicht brauchbar war. Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen waren aber damals schon sehr gut. Ich wollte wissen, ob es Nachfolger der EX1 gibt und so bin ich auf die EX2F als einzigen Nachfolger aufmerksam geworden. Die EX2F gibt es schon lange nicht mehr neu zu kaufen, sie wird aber auch heute gern noch für 200€ und mehr als Gebrauchtgerät angeboten, obwohl das Modell bereits im Jahr 2012 veröffentlicht wurde!
Was ganz stark für die Kamera spricht, sind die Brennweite von 24mm im Kleinbildformat bei einer Blende von 1,4 (bis 2,7) des Schneider-Kreuznach Objektivs und der 1:1,7 CCD Sensor. Videos werden in H.264 in FullHD aufgezeichnet. Die EX2F bietet also genau das, was ich benötige.

Nachdem mich eBay-Kleinanzeigen seit etlichen Wochen immer wieder informiert hat, dass neue EX2F-Angebote eingestellt wurden, war nun auch für mich eine Kamera dabei. Sie wurde ohne Handbuch und ohne Verpackung angeboten, was mir sowieso nicht wichtig ist. Trotz Gebrauchsspuren ist sie technisch einwandfrei und mit knapp 120€ genau das, was ich mir als Investition vorstellen konnte.

Unlängst wurde die Samsung EX2F angeliefert. Sie wird nun als Zweitkamera die Close Up Aufnahmen übernehmen. Selbst für schnelle Produktfotos ist sie hervorragend geeignet, damit hatte ich gar nicht gerechnet. Bei gutem Licht minimiert sich so für die Artikel des Blogs die Vorbereitungszeit, um Fotos zu knipsen. Die ersten Produktfotos und das erste Video habe ich bereits aufgenommen und werden demnächst veröffentlicht. Im bald veröffentlichten Video zum Fiio M3K finden sich die Close Up Aufnahmen der EX2F wieder. Mit dem Video bin ich in Bezug auf die Bildqualität sehr zufrieden. Die Kamera erfüllt genau meine Anforderungen. Mit der EX2F habe ich nun ein ungeahnt tolles Upgrade meines Setup erreicht und somit benötige weiterhin nicht länger als 10 Minuten für Auf- und Abbau im Youtube Wohnzimmer. 🙂

Mark "MLSensai"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern  liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur  hört mit Over Ears: Focal Elex, Fostex TH-X00; Sennheiser HD58X; InEars: Brainwavz B400, iBasso iT01; DAPs: Fiio X7.2, Shanling M3s & M0