InEar Fiio F9 Pro Testbericht – Gelungenes Upgrade

Nachdem auf #Miniklangwunder im November 2017 der #Fiio F9 vorgestellt wurde, habe ich nun leihweise vom deutschen Distributor NT-Global den #F9 Pro zum Testen erhalten. Ob der Pro ein Upgrade zum F9 darstellt und wie sie sich beide #InEar unterscheiden, das werde ich hier vorstellen.

@Fiio, @NTGlobal

Inhalt

  1. Verpackung & Zubehör
  2. Design & Verarbeitung & Technische Daten
  3. Tragekomfort & Handhabung
  4. Soundcheck & Hörproben
  5. Fazit
  6. Galerie

 

1. Verpackung & Zubehör

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Hinsichtlich der Verpackung hat sich zum F9 im Prinzip nichts geändert. Geliefert wird der Fiio F9 Pro in einer Pappschachtel, auf der der InEar und einige technische Daten abgebildet sind. Im Inneren wartet ein Kistchen mit Bügelverschluss aus Kunststoff darauf, geöffnet zu werden. Die InEars sind oberhalb des Kistchens zu finden während in ihm sich ganze 12 zusätzliche Paar Tipps, ein symmetrisches Kabel mit 2,5mm Klinke-Stecker und ein Smartphone-Kabel mit 3,5mm Klinke-Stecker mit Kabelfernbedienung und integriertem Mikrofon befinden. Darüber hinaus ist noch ein kleines Canvas-Täschchen mit Reißverschluss enthalten, welche perfekt für das schnelle Verstauen in der Hosentasche geeignet ist.

 

 

2. Design & Verarbeitung & Technische Daten

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Der F9 Pro besteht aus einem robusten Aluminiumgehäuse. Die Verarbeitung ist einwandfrei. Es sind keine Spaltmasse oder Überstände am Gehäuse zu erkennen oder zu spüren. Bis auf den „Pro“ Aufdruck entspricht das Design dem des F9.

Technischen Daten im Überblick (Quelle: Fiio-Shop.de)

Typ: Geschlossen
Frequenzumfang: 15 Hz – 40 kHz
Wirkungsgrad: 106 dB/mW
Impedanz: 28 Ω
Kabellänge: 1,2 Meter
Gewicht: 3,75 Gramm pro Hörer
Farbe: Titanium
Konnektivität: 2,5 mm TRRS und 3,5 mm Klinke mit Kabelfernbedienung

 

3. Tragekomfort & Handhabung

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Der F9 lässt sich einfach in den Gehöreingangstrichter einführen und schmiegt sich anschließend sehr gut in die Ohrhöhlung mit sicherem Halt an. Die Kabelführung verläuft von vorn über das Ohr hinunter. Das Einsetzen des InEars funktioniert somit recht leicht, jedoch benutze ich stets beide Hände beim Einsetzen, denn die MMCX Verbindungen drehen sich leichtgängig um 360° um das Gehäuse. Die Handhabung beim Einsetzen inklusive der „Kabelverlegung“ ist zufriedenstellend.

 

 

Der Tragekomfort hängt wie beim F9 bei mir stark vom verwendeten Tipp ab. Jedoch sind nun beim F9 Pro 6 zusätzliche Paar Tipps enthalten, darunter auch 3 Paar aus Memory-Foam, welche ich für den besten Sitz favorisiere. Die transparent/roten Tipps funktionieren bei mir jedoch genauso gut wie die Memory Foams, sind doch leichter zu handhaben.

Wie beim F9 auch schon, drückt mir der F9 Pro nach einiger Zeit etwas zu sehr auf den vorderen Teil meiner Ohrhöhlung. Unterm Strich gehen Tragekomfort und Handhabung für mich in Ordnung, wobei die Tragedauer in meinem Fall begrenzt ist und „Erholungspausen“ für meine Ohren notwendig sind.

 

4. Soundcheck & Hörproben

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Da die transparent/roten Tipps mit den Memory Foams in Sachen Klang auf einer Höhe liegen, beziehen sich meine Hörproben genau auf diese.

 

 

Der Fiio F9 spielt mit einem optimalen Seal schon sehr bassintensiv und im Hochton sehr präzise, jedoch ist das ab und an „Harsche“ vom F9 beim Pro nicht vorhanden.

Was die unterschiedlichen Tipps angeht, so verhält es sich beim F9 Pro analog zum F9. Die Details können unter diesem Link noch einmal nachgelesen werden…

 

Hörproben

Konsequent nutze ich die Hörproben des F9 und kommentiere die Änderungen zum F9 Pro.

 

Al Jarreau „Cold Duck“

 

 

Weitestgehend entnommen vom F9 mit Memory Foam Tipps:

Beim F9 Pro stelle ich sofort fest, dass alles vom rechten Platz zu spielen scheint. Breite und Tiefe der Bühne passen. Alle Instrumente befinden sich vor mir auf der Bühne und sind leicht versetzt. Die HiHats des Schlagzeugs Treiben das Lied angenehm voran. Der Kontrabass ordnet sich bei Eintritt des Gesangs sofort unter, bleibt aber trotzdem ein tragendes Element. Gitarren- und Saxophon-Soli werden jeweils transparent herausgestellt und treten später ebenfalls zurück in den Hintergrund.

NEU:

Beim F9 Pro: Akzente werden brillant wiedergegeben und wirken dennoch eher smooth. Ein Quäntchen mehr Wärme als beim F9.

 

Avenged Sevenfold „Hail to the king“

 

 

Weitestgehend entnommen vom F9 mit transparenten Tipps:

Trotz federndem Bass entstehen genug Druck und Dynamik. Die Lead-Gitarre trägt das Lied. Gesang und Schlagzeug ergänzen sich. Insgesamt für mich sehr gut hörbar trotz der hellen Abstimmung. Allerdings Überlagern sich gelegentlich sehr viele Informationen und der Hochton neigt dabei unpräzise zu werden.

NEU:

Mit dem F9 Pro gibt es jetzt genau die leichte Reduzierung, die auch hier das Klangbild für mich nicht zu metallisch werden lässt. Das führt auch zu einer verbesserten Präzision.

 

 

Und nun zusätzlich für den F9 Pro „neu gehört“…

 

 

Sting „Englishman in New York“

 

 

Im Grunde macht der F9 Pro hier alles richtig. Lediglich im stimmlichen Bereich ist er hier für mich noch leicht aufdringlich, was mir aber erst wirklich auffällt, wenn ich mit ihm sehr laut höre. Besonders die Akzente gefallen mir mit dem F9 Pro nun richtig gut, ohne dass diese zu aufgesetzt wirken. Im Bereich der Räumlichkeit und der Dynamik kenne ich dieses Stück jedoch noch anders. Hier stoßen der F9 Pro wie auch der F9 an ihre Grenzen. Allerdings ist das bereits Leiden auf hohem Niveau.

 

Run D.M.C. „Walk this way“

 

 

Zum Abschluss noch ein energiereicher Klassiker!

Hier geht es zur Sache. Insbesondere weil die Abmischung der Aufnahme nicht dem heute üblichen Standard entspricht und die handgemachte Musik nicht perfekt ist, fordert dieses Stück jeglichen Kopfhörer. Mit dem F9 Pro geht das schon in die richtige Richtung, wobei beim Schlagzeug etwas der Kick und Punch fehlt. Der Bass ist recht weich, was ich dem dynamischen Antiel des F9 Pro zuspreche. Die Snare dürfte etwas intensiver klingen, wobei die HiHats und die elektronischen Samples bei diesem Stück teilweise etwas zu isoliert im Raum stehen. Was aber nicht bedeutet, dass eine Überbetonung vorliegt. Hier zeigt sich eher, dass die Tonalität meinen Geschmack noch nicht ganz trifft. Mit etwas EQ am Shanling M3S jedoch kein Problem.

 

Klangfazit

Der dynamische Treiber erzeugt einen ordentlichen Bassbereich mit einer leichten Betonung des Oberbasses. Dabei federt der Bass, was bei Jazz und Pop sogar von Vorteil sein kann. Bei Heavy Metall und anderen Musikrichtungen mit vorwiegend trockenen und kickenden Bässen dürfte der F9 einen Hauch konturierte und straffer spielen. Die Sprachverständlichkeit und Gesangwiedergabe ist sehr gut. War beim F9 noch eine zu helle Verfärbung mancher Frauenstimmen zu hören, ist das beim F9 Pro nun nicht mehr der Fall. Lediglich bei hoher Lautstärke werden Stimmen gelegentlich etwas zu fordernd.

Insgesamt klingt der F9 Pro etwas „musikalischer“, etwas wärmer als der F9 und geht in Sachen Gesamtabstimmung nun in den sehr guten Bereich.

 

5. Fazit

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Im direkten Vergleich mit dem F9 gefällt mir der F9 Pro mit dem nun „sanfteren“ Hochtonbereich besser. Das um die Canvas-Tasche und den zusätzlichen Tipps, besonders denen aus Memory-Foam, erweiterte Zubehör runden den sehr guten Eindruck des F9 Pro ab.

Wer also wie ich eine eher kraftvolle und im Bass betonte Abstimmung bevorzugt, mit einem gemäßigtem Mittenbereich und ohne zu fordernden Hochton, der erhält mit dem Fiio F9 Pro einen klanglich nun sehr guten InEar. Die oberen Mitten und der Hochton sind für mich verträglicher geworden und der F9 Pro gewinnt gegenüber dem F9 etwas an Wärme, was mir sehr gefällt. Im Bereich Dynamik und Detailzeichnung ist der F9 Pro ebenfalls gut dabei, jedoch noch mit Luft nach oben. Aus meiner Sicht ist der F9 Pro auf jeden Fall ein Upgrade zum F9, was sich auch in meiner Bewertung widerspiegelt. So landet der F9 Pro klanglich nun bei sehr guten 92,2%, im Vergleich zum F9 mit 90,7%.

Hinsichtlich Preis/Leistung ist der F9 Pro ebenso wie der F9 ein nur schwer zu schlagender Kopfhörer, denkt man insbesondere an das überdurchschnittlich umfangreiche und vor allem sinnvolle Zubehör. Für deutlich unter 200€ gibt es einen InEar mit einem dynamischen Treiber und zwei Balanced Armature Treiber je Ohr, welche nun in der Pro-Variante ein sehr gutes Klangbild abliefern.

 

Bewertung

  • 92.2%
    Klang - 92.2%
  • 96.7%
    Sonstiges - 96.7%
94.5%

 

6. Galerie

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Mark "MLSensai"

gelernter Radio- und Fernsehtechniker mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern  liebt eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz, kurz TP-Signatur  hört mit Over Ears: Focal Elex, Fostex TH-X00; Sennheiser HD58X; InEars: Brainwavz B400, iBasso iT01; DAPs: Fiio X7.2, Shanling M3s & M0