CanJam Europe 2017 Nachlese

Wie angekündigt hat am 04. & 05. November 2017 die CanJam Europe im nHow Musik-Hotel in Berlin stattgefunden und ich war an beiden Tagen dort.

Da ich mit Berlin ein Heimspiel hatte, habe ich mir spontan überlegt, den Community Bereich zu unterstützen. Also habe ich einfach ein paar meiner Gerätschaften dort aufgestellt. Das Feedback zu meinen durchweg gemoddeten Kopfhörern fiel insgesamt sehr positiv aus. So wurde mir von Ruben von Super Best Audio Friends bestätigt, dass mein veränderter Focal Elear  – hier nachzulesen – im Vergleich zu den originalen Elears auf der Messe sich klanglich deutlich positiv abheben konnte. Er meinte im Fazit, dass es sehr schwer sei, einen schon sehr guten Kopfhörer noch besser zu machen. Wer also einen Focal Elear besitzt, der investiert spätestens jetzt 30€ in die Brainwavz Hybrid Pads. 😉

 

Zum Reinhören mitgenommen hatte ich meinen Questyle CMA400i, den Focal Elear, den Sony MDR-Z7, den Sennheiser HD700 und meinen Fostex TH-X00 mit Schafsleder Polster von Dekoni. Als Zuspieler waren der iBasso DX200 und der Fiio X7 MkII mit dabei. Wer mit seinem Smartphone streamen wollte, konnte das über den Taotronics Bluetooth-Receiver auf optisches Toslink. Interessanter Weise wurde in diesem audiophielen Umfeld die Bluetooth-Lösung doch überraschend oft genutzt. Zudem wurden ihr Hifi-Qualitäten bescheinigt. Schon interessant, wobei teilweise dieselben Leute 5m weiter am Kabelklang-Tisch von 2.000€ Kopfhörerkabel schwärmten.

 

Die CanJam ist keinesfalls eine Messe von Nerds und Esoterikern. Ganz im Gegenteil. Die Aussteller sind allesamt nicht abgehoben, auch wenn ein Schangri-La Kopfhörer mit 60.000€ den Mehrwert zu einem Hifiman Edition X aus meiner Sicht vermissen lässt. Da spare ich mir doch lieber die gut 59.000€ für einen schönen Urlaub.

 

Ich selbst bin leider auf der CanJam nicht zu so vielen Standbesuchen gekommen, denn wider Erwarten war der Community Bereich, wenn auch klein aber fein, sehr gut besucht. Und so war kaum Zeit, mich an den zwei Tagen komplett durch die Produkte der über 100 Marken durchzuarbeiten.

 

Was ich anhören konnte war der Audeze EL-8 Open Back, der in den USA bereits deutlich reduziert zu haben ist, da dieser Kopfhörer ausläuft. Wer gerne Jazz hört, auf Bass bis tief hinab steht und klare mitten und brillante Höhen hören mag, der sollte sich diesen Kopfhörer unbedingt anhören, der mittlerweile für um 450€ gelegentlich zu haben ist. Dank des offenen Prinzips bringt er auch noch eine tolle Bühne mit. Im Bass nicht übermässig trocken verschluckt er im Metall-Bereich zwar den ein oder anderen Kick einer Double-Bass, doch im Jazz und Pop ganz großes Kino!

 

Dann war da noch der HD660S, der mich sehr überzeugt hat. Nicht als Nachfolger des HD650, denn er macht so vieles besser und anders als der HD650. Die größte Ähnlichkeit haben beide im Design. Wo der HD650 klanglich eher dunkel ist, zieht der HD660S die Vorhänge auf. Die oberen Mitten und der Hochton spielen leicht intensiver und somit klarer auf. Im Bassbereich reicht er in der gesamten mir bekannten HD-Serie, darunter 598, 600, 650, 700, 800, am tiefsten und das auch qualitativ hervorragend. Chapeau!

Mit dem Hörer muss ich mich künftig näher beschäftigen.

 

Die InEars IE800S von Sennheiser haben mich für fast 1.000€ nicht überzeugt. Größter Kritikpunkt ist, dass die Mitten und Höhen in einigen dynamisch gemasterten Stücken schon sehr stark hinlangen und sich mir ein unangenehmes Hörgefühl einstellt. Insbesondere dieses Verhalten soll gegenüber den reinen 800er schon „verbessert“ worden sein.

 

Dann ist da noch der Acedia 40 vom OMG-Stand. Der Kopfhörer, der an der Hochschule Niederrhein in Projektarbeit entstanden ist und so einige LCD-Kopfhörer von Audeze alt aussehen lässt. Ein Hammer-Kopfhörer und in Sachen Design über jede Kritik erhaben. Klanglich ebenfalls ganz großes Kino.

 

 

Soweit die aus meiner Sicht unbedingt zu nennenden Kopfhörer.

 

Im Bereich Verstärker hat mich der sehr kompakte Drachenfels von LehmannAudio beeindruckt, der schon bald durch ein Platinenupgrade in Ergänzung zu seinem analogen Signalweg um die digitale Eingangsmöglichkeit erweitert wird. Etwa ein drittel so groß wie mein CMA400i beschränkt sich der Drachenfels auf die unverfälschteste und purste Form als Verstärker daher zu kommen. Ein Test auf www.miniklangwunder.de wird hoffentlich bald möglich sein.

 

Ganz am Ende bin ich dann doch noch zum Room’s Tisch gekommen, der lustiger Weise dem Community Bereich am nächsten war. Wer kommt bei so vielen Kopfhörern schon darauf, dass es auch Ständer für diese gibt? Aufgrund von 1cm nicht verfügbarer Tiefe auf meinem Regal hatte ich die hölzernen Room’s Kopfhörerständer für mich schon vor einiger Zeit gestrichen. Doch der Pro-Ständer hat es mir angetan, zumal der nun genau noch 1cm zur Regalkante Luft hat. Am Ende der Messe konnte ich mich dann mit dem Inhaber von Room’s einig werden uns so darf mein Elear jetzt auf einen Room’s Pro residieren. 😉

 

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass einige gute Gespräche stattgefunden haben und ich an Kooperationen arbeite, so dass ich hier auf www.miniklangwunder.de auch künftig über sehr interessanten Produkten berichten kann.

Highlights, auf die ich hinarbeite, sind dabei die Individualisierung von InEars durch Hörluchs, der besagte Drachenfels Verstärker von Lehmann Audio sowie der Sennheiser HD660S im Bereich der Kopfhörer.

Mark "MLSensai"

  • gelernter
  • Radio- und Fernsehtechniker mit Leidenschaft zu Kopfhörern, DAPs und sonstigen Miniklangwundern
  • liebt
  • eine ordentliche Reproduktion satter Bässe, ausgewogene Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten, entspannter Hochton mit akzentuierter Brillanz -> bildlich ein leicht nach links gedrehter, flacher Kreisausschnitt als Klangkurve
  • hört mit
  • Over Ears: Sennheiser HD700, Fostex TH-X00; InEars: Brainwavz B400, iBasso iT01; DAPs: Fiio X7.2, Shanling M3s

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